Neben Vinales und Quartararo ist 2021 im Yamaha-Werksteam kein Platz mehr für Valentino Rossi. Trotzdem sichert ihm der Hersteller volle Unterstützung zu.

Als erstes MotoGP-Team hat Yamaha sein Fahrerduo für die Saison 2021/22 bereits fixiert. Der japanische Hersteller verlängerte den Werksvertrag mit Maverick Vinales um zwei weitere Jahre. Außerdem holte man als Teamkollegen Fabio Quartararo an Bord, der zuvor noch eine Saison bei Petronas-Yamaha absolviert. Fest steht damit auch, dass Valentino Rossi 2020 seine letzte MotoGP-Saison im Yamaha-Werksteam bestreiten wird.

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Wie es danach für ihn weitergeht, ist noch unklar. In einem offiziellen Statement, das kurz auf die Fahrerbekanntgabe folgte, unterstreicht Rossi jedoch seinen Willen weiterzumachen.

„Es liegt auf der Hand, was mein oberstes Ziel ist: Nach den jüngsten technischen Änderungen (bei Yamaha; Anm. d. R.) und der Ankunft meines neuen Crewchiefs (David Munoz) will ich in diesem Jahr konkurrenzfähig sein. Und meine Karriere als MotoGP-Pilot auch 2021 fortsetzen“, erklärt Rossi.

Rossi erbat sich Bedenkzeit, Yamaha musste handeln

Zuvor brauche er aber noch ein paar Antworten, „die mir nur die Rennstrecke und die ersten paar Rennen geben können“. Deshalb habe er Yamaha um Bedenkzeit gebeten, als der Hersteller ihn aus Gründen, die der Fahrermarkt diktiert, bereits zu Beginn des Jahres um eine Entscheidung bezüglich seiner Zukunft bat.

„Wie ich schon während der zurückliegenden Saison gesagt hatte, bestätigte ich, dass ich nichts überstürzen will und noch mehr Zeit brauche. Yamaha hat entsprechend gehandelt und die laufenden Verhandlungen abgeschlossen“, zeigt der „Doktor“ Verständnis für die frühe Festlegung auf ein Fahrerduo für 2021.

Schließlich laufen Ende dieses Jahres so gut wie alle Verträge aus. Insbesondere die Topfahrer sind umkämpft. Entsprechend rechtfertigt Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis die Entscheidung. „Heutzutage, da sechs Hersteller in der MotoGP-Klasse engagiert sind, ist die Nachfrage nach schnellen jungen Talenten groß.“

Yamaha sichert Rossi Werksbike zu, falls er weiterfährt

Aufgrund dessen nehme das Transferkarussell immer früher Fahrt auf, sodass man sich bei Yamaha gezwungen sah, früh zu handeln. „Während wir auf Valentinos Fähigkeiten und auf seinen Speed für die Saison 2020 vertrauen, müssen wir gleichzeitig auch für die Zukunft planen“, erklärt Jarvis weiter.

Dass Vinales und Quartararo verpflichtet wurden, will er aber nicht als Absage an Rossi verstanden wissen. „Die absolut nachvollziehbare Entscheidung von Valentino, seine Konkurrenzfähigkeit im Jahr 2020 zu bewerten, bevor er eine Entscheidung für 2021 trifft, war etwas, das Yamaha respektiert.“

Sollte sich Rossi nach den ersten sieben oder acht Rennen entscheiden zu bleiben, „werden wir ihm eine YZR-M1 mit Werkspezifikation und volle technische Unterstützung geben“, versichert Jarvis. Und auch im Falle eines Rücktritts werde man nach 15 gemeinsamen Jahren keine getrennten Wege gehen.

Jarvis blickt auf 2021: „Schon ein merkwürdiges Gefühl“

„Wenn er sich dazu entscheidet, zurückzutreten, werden wir mit ihm als Yamaha-Markenbotschafter unsere Zusammenarbeit fortsetzen und ausbauen. Das betrifft die Trainingsprogramme für junge Fahrer der Riders-Academy und des Yamaha VR46 Master-Camp“, blickt der Renndirektor voraus.

Rossi selbst goutiert: „Sollte ich mich zum Weitermachen entscheiden, freue ich mich, dass Yamaha bereit ist, mich in jeglicher Hinsicht zu unterstützen, indem sie mir eine Werksmaschine und einen Werksvertrag geben.“ Nun wolle er sich aber erst einmal auf die Testfahrten und den Saisonstart konzentrieren.

„Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, eine Saison mit dem Wissen zu beginnen, dass Vale 2021 nicht im Werksteam sein wird“, gesteht Jarvis. „Ich kann den Fans versichern, dass Valentino jeden Tag unsere hundertprozentige Unterstützung haben wird. Bis er sich eines Tages entscheidet aufzuhören.“