Valentino Rossi ist für ausgefallene Helm-Designs bekannt: Der „Doctor“ gewährt Einblick in seine Privat-Sammlung und verrät, welche Exemplare ihm besonders am Herzen liegen.

Nachdem uns Valentino Rossi bereits einen Blick in seine Sammlung von Renn-Anzügen gewährt hat, öffnet der MotoGP-Star in Zusammenarbeit mit Dainese nun auch sein Helm-Archiv. Und das beherbergt einige echte Klassiker – schließlich ist der „Doctor“ für seine außergewöhnlichen Designs bekannt.

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„Die Idee ist, einen Spezial-Helm zu kreieren und etwas mit der Grafik zu vermitteln. Einen Spezial-Helm für den Grand Prix von Italien in Mugello, dann auch für Misano. Aber auch Spezial-Helme für die WM-Siege“, erklärt Rossi die Anlässe der besonderen Helm-Entwürfe, von denen es eine ganze Reihe gab.

Seine ersten Helme waren noch von Dainese selbst. „Weil ich 1995 von Kopf bis Fuß Dainese trug“, erinnert sich der Italiener. „Dann sind wir zu AGV gewechselt. Es war der erste Soleluna-Helm, kreiert von Aldo Drudi. Dieser Helm war schon etwas Besonderes, das Visier konnte man manuell abnehmen.“

Rossi stellt“siegreichsten Helm von allen“ vor

Mit Drudi arbeitet Rossi bis heute zusammen. Und auch dem Soleluna-Motiv ist der Italiener treu geblieben, wenn auch mit Abweichungen. „Der Helm von 2003 ist ein historischer Helm für mich, weil wir das Modell geändert hatten. Als er herauskam, war er wirklich schön“, schwärmt der 41-Jährige noch heute.

„Dann war das die siegreichste Soleluna-Grafik. Ich habe sie 2003, 2004 und 2005 verwendet. Dieser Helm ist praktisch ungeschlagen: Drei Jahre getragen, drei Jahre die WM gewonnen. Einmal mit Honda, zweimal mit Yamaha. Der siegreichste Helm von allen. Und er ist für mich auch einer der schönsten.“

Doch nicht nur in puncto Design, sondern auch technisch entwickelten sich die Helme weiter. So erinnert sich Rossi etwa an 2008: „Das ist der GP-Tech. Ein echter Sprung nach vorn, ein wirklich schöner Helm. Sehr aerodynamisch, schon in der Tropfenform. Viel leichter als der andere, viel kleiner – er war wirklich schön.“

Enorme technische Entwicklung der MotoGP-Helme

Mit ihm gewann Rossi die Weltmeisterschaft 2008/09 mit Yamaha und Bridgestone. „Es waren zwei fantastische Jahre“, sagt er noch heute. „Und auch der Helm war sehr schön, ganz anders als sein Vorgänger. Besser ausgearbeitet mit der Sonne vorne und dem Mond hinten. Dieser Helm ist für uns unvergesslich.“

Jedes Modell hat seine ganz eigene Geschichte. Dabei kokettierte Rossi schon in der Vergangenheit offensiv mit seinem Alter. Etwa 2009, als die Aufschrift „Das Alter hat auch seine Reize“ den WM-Helm zum 9. Titel zierte. „Damals war ich schon alt. Also was soll ich jetzt sagen?!“, scherzt der MotoGP-Altmeister.

Mit dem Pista-Helm erreichte die Technologie 2012/13 einen weiteren Höhepunkt. „Er ist auch heute noch modern, weil er viel kleiner, viel leichter ist und ein viel größeres, breiteres Sichtfeld hat. Als ich ihn das erste Mal anprobierte, war es ein Unterschied wie zwischen TV und Kino. Denn ich sah viel besser“, so Rossi.

Pista GP-RR: Die Features von Rossi aktuellem Helm

Heute verwendet er eine Weiterentwicklung des Pista, den GP-RR. „Wir haben sehr viel daran gearbeitet, um ihn noch leichter und kleiner zu machen. Aber ohne die Sicherheit zu verlieren. Er hält auch die neuesten strengen Regeln der FIM ein. Also kann er in der MotoGP eingesetzt werden. Er ist absolut top.“

Rossi lobt vor allem die fortschrittliche Aerodynamik und den hohen Tragekomfort dieses Helm-Modells. So verfügt der GP-RR auch über einen Flüssigkeitsspeicher, „mit dem man sich wie ein echter MotoGP-Pilot fühlt“, grinst der Italiener. „Du kannst während der Fahrt oder auf langen Strecken trinken.“

„Wir haben auch hart am Anti-Beschlag-System gearbeitet. Weil man in der MotoGP oft extreme Situationen erlebt. Zum Beispiel wenn das Motorrad viel Hitze nach oben leitet und der Helm beschlägt, meist bei Schlechtwetter“, weiß Rossi. „Hier wurde das Innere gänzlich geändert, um stets eine gute Sicht zu haben.“

Auch Formel-1-Helme nennt der „Doctor“ sein Eigen

Doch nicht nur seine eigenen Helme sind der ganze Stolz des „Doctors“. Eine extra Vitrine hat er jenen Modellen gewidmet, die er einst mit anderen Piloten tauschte. Darunter Formel-1-Fahrer, MotoGP-Kollegen, Gegner in der 125er, 250er, Motocross-Fahrer. „Ich habe sogar einen Helm von Senna“, verrät Rossi.

„O.k., den hat er mir nicht selbst gegeben. Aber ich habe den Helm von Mansell, von Schumacher, von Massa und von Busch, der Nascar fährt. Und ein paar Helme von starken Crossern.“ Dazu gesellt sich der Kopfschutz von Fahrern, gegen die er gefahren ist – von Manako über Gibernau bis Pedrosa.