KTM hat während des Corona-Lockdowns seine Fahrer-Entscheidung für 2021 getroffen und Danilo Petrucci verpflichtet – für Andrea Dovizioso ging dadurch die Tür zu.

Seit Andrea Dovizioso angekündigt hat, dass er Ducati zum Ende der MotoGP-Saison 2020 verlassen wird, wird über seine Zukunft spekuliert. Eine dieser Spekulation besagt, ob der Italiener womöglich doch bei KTM andocken könnte. Während des Corona-Lockdowns hatte es Kontakt gegeben, doch dabei handelte es sich dem Vernehmen nach nur um lose Gespräche. Schließlich verpflichtete KTM für 2021 Danilo Petrucci.

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Aktuell gibt es bei den Österreichern auch keine Bestrebungen, an den Plänen für nächstes Jahr etwas zu ändern. Brad Binder und Miguel Oliveira werden im Werksteam fahren, Petrucci und Lecuona bei Tech 3.

Andrea Dovizioso – Undaunted

KTM-Rennchef Beirer: „Dovizioso ist ein Freund“

Dass „Dovi“ generell in der Luft hängt, bedauert KTM-Motorsportchef Pit Beirer. „Diese Situation schmerzt schon. Denn Dovizioso ist ein unglaublicher Fahrer und ein Freund“, so Beirer bei ‚Sky Sport Italia‘. „Wir haben vor zwei Monaten gesprochen.“

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie es mit Dovizioso und Ducati weitergehen würde. Auch dass KTM derart konkurrenzfähig sein würde, war in dieser Klarheit noch nicht abzusehen. Und auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise hat KTM rasch gehandelt, um für Ruhe zu sorgen.

„Im Rückblick“, sagt Dovizioso-Manager Simone Battistella bei ‚Sky Sport Italia‘, „hätten wir unsererseits etwas flexibler sein müssen. Aber ich denke, es war ein Fehler von beiden Seiten. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, wie es mit COVID-19 weitergehen würde und ob wir überhaupt noch fahren können.“

„Es gab von keiner Seite Flexibilität“

„Die Firmen mussten diese Situation bewältigen. Es gab von keiner Seite Flexibilität, also haben wir uns nicht geeinigt. Es schmerzt, wie Pit gesagt hat. Denn im Nachhinein hätten wir uns einigen können. Damals war der Kontext aber anders als heute.“

Somit würde es theoretisch für Dovizioso nur noch bei Aprilia einen Platz in einem Werksteam geben. Die Berufungs-Verhandlung im Zusammenhang mit der Doping-Sperre von Andrea Iannone findet erst Mitte Oktober statt. Mit Cal Crutchlow gibt es einen weiteren Kandidaten für Aprilia.

„Von jetzt an“, sagt Battistella, „werden wir alle Vorschläge evaluieren, die an uns herangetragen werden. Momentan haben wir aber noch keine. Wir haben mit allen gesprochen. Andrea hat über die Jahre verschiedenen ökonomischen Rahmenbedingungen zugestimmt.“

„Für ihn ist das Projekt am wichtigsten, aber natürlich ist Geld auch wichtig. In unseren Verhandlungen haben wir aber nie gesagt: ‚So oder gar nicht‘. Ich wiederhole, während der COVID-Phase war die Unsicherheit groß. KTM hat sich sofort entschieden. Im Nachhinein hätten sie warten können.“