Mit Blick auf die Zukunft setzt Ducati offenbar voll und ganz auf Andrea Dovizioso, der dadurch hoch pokern kann – eine Rückkehr von Jorge Lorenzo ist ausgeschlossen.

Während Honda und Yamaha ihre Spitzenfahrer bereits vertraglich gebunden haben, lässt sich Ducati mehr Zeit. Marc Marquez bleibt vier weitere Jahre bei Honda, Maverick Vinales und Fabio Quartararo bilden in den beiden kommenden Jahren das Yamaha-Werksteam. Ducati konzentriert sich voll und ganz darauf, Andrea Dovizioso von einer Vertrags-Verlängerung zu überzeugen.

Advertisement

Im Laufe der Saison 2021 feiert Dovizioso seinen 35. Geburtstag. Damit ist klar, dass „Dovi“ sich im Herbst seiner Karriere befindet. Zudem besteht die Gefahr, dass sich der Routinier in der Coronavirus-Zwangspause an das Leben ohne die MotoGP gewöhnt und Ducati eine Absage erteilt.

Sollte sich Dovizioso entscheiden, doch weiterzumachen, dann hat er bei den Verhandlungen gute Karten. Denn allzu viele Alternativen bieten sich aktuell nicht für Ducati. Was den Wert des dreimaligen Vize-Weltmeisters natürlich steigert.

Hat Andrea Dovizioso noch genug Motivation?

Es ist kein Geheimnis, dass Ducati die Fühler nach Vinales und Marquez ausstreckte. Doch die beiden Spanier bleiben ihren Arbeitgebern treu. Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti versucht im Gespräch mit ‚GPOne‘, zu beruhigen: „Wir haben einige sehr schnelle Fahrer. Dovizioso war in den vergangenen drei Jahren Marquez‘ einziger echter Gegner.“

„Wir haben deshalb die Entscheidung getroffen, abzuwarten. Wir müssen keine sofortige Entscheidung treffen“, ist Ciabatti überzeugt. Die Gefahr, dass Dovizioso seine Karriere beendet, sieht der Ducati-Manager nicht. „Dovizioso will weiterhin Rennen fahren. Ich bin nicht besorgt, dass er zurücktreten wird.“

Könnte die Zwangspause wegen der ausgefallenen und verschobenen Rennen Dovizioso zum Rücktritt animieren? „Ein komplettes Jahr Pause könnte dazu führen, dass er sich entscheidet aufzuhören. Es könnte schwer werden, seine Motivation zu erhalten. Andrea feierte jüngst seinen 34. Geburtstag. Er ist gereift, aber noch jung genug, um ein paar Jahre konkurrenzfähig zu sein. Ich bin nicht besorgt“, so Ciabatti.

Lorenzo-Rückkehr steht nicht länger zur Debatte

Im Sommer 2019 gab es zwischen Jorge Lorenzo und Ducati Gespräche über eine Rückkehr. Bei Honda wurde der Spanier nicht glücklich. Nach seinem Rücktritt unterschrieb Lorenzo bei Yamaha einen Testfahrer-Vertrag. Für 2021 wäre der dreimalige MotoGP-Champion zu haben. Wäre Lorenzo eine Alternative für Ducati?

„Er ist jetzt ein Yamaha-Fahrer“, kommentiert Ciabatti. Und schließt damit aus, dass Lorenzo noch einmal für Ducati fährt. „Es überraschte mich nicht, dass er Yamahas Vorschlag angenommen hat und Testfahrer wurde. Jorge fühlte sich auf der Honda nicht wohl und war oft verletzt.“

Weltmeister Marc Marquez einigte sich mit Honda für vier weitere Jahre. Und deutete mit dem ungewöhnlich langen Vertrag an, seine Karriere eines Tages bei Honda zu beenden. „Es ist eine unerwartete und mutige Entscheidung, die Honda getroffen hat. Um den einzigen Fahrer zu halten, der die Garantie mitbringt oft zu gewinnen“, kommentiert Ciabatti.

„Ich weiß, dass Puig (Hondas Teammanager, Anm. d. Red.) die Geschichte von Doohan bringt. Aber die Wahrheit ist, dass sie ab 2013 ohne Marquez keine Meisterschaft gewonnen hätten. Das ist Fakt“, hat Ciabatti abschließend noch einen Seitenhieb gegen die Konkurrenz parat.