Herve Poncharal war bei Tech 3 der erste Teamchef von Pol Espargaro. Der Franzose glaubt, dass Espargaro als Honda-Fahrer Marc Marquez herausfordern kann.

Offiziell bestätigt ist es zwar noch nicht, aber Pol Espargaro wird voraussichtlich ab 2021 für Honda in der MotoGP an den Start gehen. Er wird damit Teamkollege von Marc Marquez. Beide sind schon als Teenager gegeneinander gefahren und haben sich in der Moto2 enge Duelle geliefert. Deswegen stellt sich Espargaro auch der Herausforderung, gegen Marquez auf dem gleichen Motorrad im gleichen Team anzutreten. Dass der Wechsel von KTM zu Honda der richtige Schritt ist, glaubt Herve Poncharal, der ehemalige Teamchef von Espargaro.

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Als amtierender Moto2-Weltmeister stieg er zur Saison 2014 in die Königsklasse auf. Es folgten drei Jahre bei Tech-3-Yamaha. WM-Platz sechs in der Rookie-Saison war das beste Ergebnis von Espargaro. Ein Podestplatz gelang ihm mit der Yamaha nicht.

„Es war für ihn nicht so einfach mit der Yamaha, weil er ein aggressiver Fahrer ist“, wird Poncharal von ‚Crash.net‘ zitiert. „Die M1 muss sehr flüssig gefahren werden. Aber wir hatten eine tolle Zeit, als er für uns gefahren ist.“

Mit KTM begann Espargaro Anfang 2017 in der letzten Startreihe. In den vergangenen drei Jahren machte das Projekt kontinuierlich Fortschritte. Als Speerspitze mischte Espargaro regelmäßig in den Top 10 mit und konnte Highlights zeigen.

Herve Poncharal: Beide haben ähnlich aggressiven Fahrstil

Das blieb nicht unbemerkt. Da sein Vertrag mit KTM Ende 2020 ausläuft, hat Honda-Teamchef Alberto Puig Interesse gezeigt. „Es wird interessant werden, ihn auf der Honda zu sehen“, sagt Poncharal.

„Ich möchte nicht sagen, dass die Honda der KTM sehr ähnlich ist, aber sie sind sich von der technischen Spezifikation und vom Fahrstil her nahe“, meint der Franzose. Deswegen glaubt Espargaro, dass er sich rasch auf die RC213V einstellen kann.

„Es ist eine gute Geschichte. Das sind zwei Jungs, die eine gemeinsame Vergangenheit haben“, findet Herve Poncharal. „Wir werden beide auf dem gleichen Bike im gleichen Team sehen. Sie haben einen ähnlich aggressiven Stil.“

Interessant: 93 und 44 auf den gleichen Motorrädern

„Natürlich kann man sich vorstellen, dass Pol nicht dorthin geht, um seinen Rücktritt vorzubereiten. Pol sagt zu uns, dass er sich in Bezug auf das Fahren und die Fitness so gut wie noch nie in seiner Karriere fühlt.“

„Marc ist momentan die Nummer 1. Aber Pol geht dorthin, wird alles geben und er ist sich sicher, dass er Marc herausfordern kann. Wir müssen noch bis 2021 warten, aber es wird sehr interessant, wenn wir die 93 und 44 nebeneinander auf den gleichen Motorrädern sehen werden.“

Noch steht aber die Saison 2020 auf dem Programm. Laut derzeitigem Stand sind ab Mitte Juli 13 Grands Prix geplant. Mit der rundum weiterentwickelten KTM rechnet sich das österreichische Team mit Espargaro noch einige gute Ergebnisse aus.