Früher Fokus auf das Rennen im KTM-Lager, aber Pol Espargaro bleibt zumindest neben der Strecke vorsichtig. Kräfteverhältnis ohne Marc Marquez ist verschoben.

KTM hat den zweiten Anlauf für einen MotoGP-Heimsieg mit Freitagsbestzeit begonnen. Pol Espargaro war im zweiten Freien Training zum Grand Prix der Steiermark in Spielberg mit 1:23.638 Minuten schneller als es Jack Miller (Pramac-Ducati) im FP1 am Vormittag gewesen war.

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Allerdings waren im FP2 am Nachmittag nicht alle auf eine schnelle Rundenzeit aus. Im Ducati-Lager verzichtete man auf eine derartige Attacke, was die Positionen 15 bis 18 im FP2-Ergebnis erklärt. Andrea Dovizioso, der am vergangenen Sonntag das erste der beiden Spielberg-Rennen gewonnen hat, war diesmal nachmittags nur 15. Im kombinierten Ergebnis der beiden Freitagstrainings rangiert er mit seiner FP1-Zeit aber an zweiter Stelle.

Pol Espargaro lag am vergangenen Sonntag aussichtsreich im Rennen, bis es zur viel diskutierten Kollision mit KTM-Markenkollege Miguel Oliveira (Tech 3) kam, die für beide das Aus bedeutete. An diesem Wochenende wollen es beide besser machen. Ob es KTM gelingt, nach dem Triumph von Brad Binder in Brünn einen weiteren Sieg einzufahren und in diesem Fall auf der Heimstrecke zu gewinnen, bleibt abzuwarten.

KTM: Konzentration auf das Rennen

„Es lässt sich sogar besser an als voriges Wochenende“, meint Espargaro. „Ich habe meine Rundenzeit am Nachmittag erzielt. Da waren die Bedingungen schwieriger, weil es heißer war. Auch der Rhythmus mit dem Rennreifen ist vielversprechend.“ Im Hinblick auf das Rennen hat der spanische KTM-Werkspilot am gesamten Freitag nur einen einzigen der mittelharten Hinterreifen (Medium) verwendet.

Tech-3-Pilot Oliveira schloss den Freitag auf Platz vier der kombinierten Zeitenliste ab und sagt: „Es war okay. Am Vormittag ging es sehr gut los. Am Nachmittag lief es mit angefahrenen Reifen nicht so gut wie gewünscht. Insgesamt bin ich mit beiden Trainings aber zufrieden. Die Rundenzeit wollen wir am Samstag Vormittag noch verbessern.“

Brünn-Sieger Brad Binder reihte sich am Freitag mit seiner Werks-KTM auf P10 ein, direkt gefolgt von Iker Lecuona auf der zweiten Tech-3-KTM. Abgesehen von Espargaro fuhren alle KTM-Fahrer ihre persönlich schnellste Runde des Tages bereits am kühleren Vormittag. Binder verzichtete nachmittags wie die Ducati-Fahrer auf eine Zeitattacke.

Espargaro bleibt vorsichtig – neben der Strecke

Sieht sich Espargaro für Samstag und vor allem für Sonntag als derjenige, den es zu schlagen gilt? „Nun, wir bereiten uns auf ein gutes Rennen am Sonntag vor. Ob es reichen wird, um für den Sieg in Frage zu kommen, weiß ich nicht.“

„Die beiden zurückliegenden Rennen haben gezeigt, dass ich in beiden Fällen das Tempo für den Sieg hatte. Es ist mir aber nicht gelungen, das umzusetzen.“ Damit spricht Espargaro auf seine Kollisionen mit Johann Zarco und Miguel Oliveira an.

Für den weiteren Verlauf der Saison bleibt der langjährige KTM-Pilot erst Recht vorsichtig. „Ich will nicht negativ klingen, denn ich denke grundsätzlich positiv. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass der schnellste Fahrer im Feld momentan gar nicht mitfährt. Ich hätte gerne den direkten Vergleich gegen den Besten“, spricht Espargaro auf Marc Marquez an, mit dem er ab der kommenden Saison das Aufgebot im Honda-Werksteam bilden wird.

Das freie Training 2 der MotoGP: Grand Prix of Styria