Yamaha-Teamchef Lin Jarvis geht davon aus, dass er bald mit Valentino Rossi über 2021 verhandeln wird – mit „Geister-Rennen“ könne ein Champion wie er nicht abtreten.

Jüngst hat Valentino Rossi schon durchblicken lassen, dass er auch 2021 MotoGP fahren will. Selbst wenn es in diesem Jahr noch dauern wird, bis erste Rennen stattfinden können, will er bald eine Entscheidung treffen. Auch Lin Jarvis, der Manager des Yamaha-Teams, geht davon aus, dass er demnächst mit Rossi konkrete Gespräche führen wird.

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„Bei Yamaha sprechen wir schon über dieses Thema. Und ich gehe davon aus, dass ich bald mit ihm verhandeln werde. Wir nähern uns einer Phase, in der wir uns um die Zukunft kümmern müssen“, wird Jarvis in der „Gazzetta dello Sport“ zitiert. Im Yamaha-Werksteam ist kein Platz, denn Maverick Vinales und Fabio Quartararo sind für 2021/22 bereits unter Vertrag.

Rossi-Zukunft: Gemeinsame Entscheidung mit Petronas

Yamaha hat Rossi aber zugesichert, dass er Werksmaterial erhalten wird, wenn er seine Karriere verlängern will. „Sein Plan war es, nach fünf bis sechs Rennen Ende Juni zu entscheiden. Wenn wir darauf warten, sprechen wir jetzt von Ende Oktober. Können wir so lange warten? Kann er so lange warten? Das ist schwierig“, mein Jarvis.

Deshalb will man die aktuell ruhige Phase nutzen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. „Vale muss entscheiden, ob er weitermachen will. Dann werden wir gemeinsam entscheiden, wie wir das umsetzen. Das wird passieren, bevor es wieder Rennen gibt. Dessen bin ich mir sicher“, betont der Brite, der seit vielen Jahren bei Yamaha die Weichen stellt.

Wenn Rossi weitermacht wäre es logisch, dass er den Sitz von Quartararo im Satelliten-Team Petronas übernimmt. Allerdings hatten Teambesitzer Razlan Razali und Teamchef Wilco Zeelenberg zuletzt mehrfach betont, dass sie eigentlich mit jungen, neuen Talenten arbeiten wollen. Konkret hat Petronas mit Rossi und Yamaha noch nicht gesprochen.

Auch Rossis Gehalt ein wichtiges Thema

„Es wäre eine gemeinsame Entscheidung“, sagt Jarvis über Petronas. „Die Fahrer-Wahl muss von Yamaha genehmigt werden. Aber sie sind das Team und haben das Geld. Sie müssen der künftigen Richtung zustimmen. Wir werden uns mit Razlan unterhalten.“ Dabei wäre auch das Gehalt von Rossi ein wichtiges Thema. Denn der Altmeister würde sicher mehr verdienen als Quartararo und Franco Morbidelli.

„Mein Wunsch ist es, dass er weiterfährt. Es wäre nicht richtig für einen Champion wie ihn, wenn seine Karriere mit wenigen Rennen ohne Zuschauer zu Ende gehen würde“, so Jarvis über die Corona-Probleme im Jahr 2020. „Das gilt auch für den Sport. Wir müssen mit Zuversicht neu starten. Wir brauchen Fans auf den Tribünen – und Vale auf der Strecke.“