Marc Marquez hält fest, dass er sich nie bei der Frage nach seinem Teamkollegen einmischt. Den Wechsel von Alex Marquez ins LCR-Team findet der Weltmeister gut.

Marc und Alex Marquez werden nur eine verkürzte Saison Teamkollegen im Honda-Werksteam sein. Honda hat sich für die Zukunft neu entschieden. Im nächsten Jahr wird Pol Espargaro der neue Teamkollege von Marc Marquez sein. Alex Marquez wird ins LCR-Team wechseln. Dafür muss Cal Crutchlow Honda verlassen.

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Was sagt Marc Marquez, der im Februar einen neuen Vierjahres-Vertrag mit Honda unterschrieben hat, zu diesen Vorgängen? „Bevor es Gerüchte gab, wusste ich schon über alles Bescheid“, sagt der amtierende MotoGP-Weltmeister. „Natürlich haben sie mich informiert und ich habe es akzeptiert.“

„Als es um Jorge ging, hätte ich zu Honda nein sagen und einen anderen Teamkollegen fordern können. Ich bin in dieser Position, aber das würde ich nie tun. Jeder Fahrer kann das zweite Motorrad haben. Es ist die Entscheidung von Honda. Und ich respektiere diese Entscheidung.“

„Ich respektiere immer die Entscheidung von Honda, denn sie versuchen die besten Entscheidungen für das Team und die Fahrer zu treffen. Nächstes Jahr werde ich einen anderen Teamkollegen haben, aber das war auch im Jahr davor der Fall.“

„In Valencia hatten wir diesen speziellen Moment mit Jorge. Honda hat versucht, den besten Fahrer zu bekommen, der erhältlich war. Das war der Moto2-Weltmeister. Ich habe meine Karriere. In diesem Jahr ist mein Bruder mein Teamkollege, aber auf der Strecke ist er der Moto2-Weltmeister.“

Alex Marquez froh über neuen Zweijahres-Vertrag

Pikant ist an der gesamten Situation, dass Honda Alex Marquez noch bevor er überhaupt ein einziges MotoGP-Rennen gefahren ist ins LCR-Team „abschiebt“. „Es ist eine schwierige Situation, denn ich hatte nicht die Chance, mein Potenzial zu zeigen“, sagt Alex Marquez selbst dazu.

„Deshalb war es mein Ziel, für weitere zwei Jahre zu unterschreiben und diese Möglichkeit habe ich bekommen. Für Honda ist die Situation nie einfach, denn es ist ein Siegerteam und alle Entscheidungen sind delikat.“

Zumindest weiß Alex Marquez, dass er bis Ende 2022 MotoGP fahren wird. Er wird auch aktuelles Werksmaterial haben und ab dem nächsten Jahr der dritte offizielle Werksfahrer neben seinem Bruder und Espargaro sein.

Marc Marquez: „Ich finde, das ist sehr gut für ihn“

„Ich finde, das ist sehr gut für ihn“, sagt Marc Marquez über den Wechsel seines Bruders zu LCR. Er weiß, dass das auch etwas Druck von den Schultern seines jüngeren Bruders nehmen wird, denn Vergleiche werden immer angestellt werden.

„Als Repsol-Honda-Fahrer musst du auf dem Podium stehen“, betont Marc Marquez. „Für einen Rookie ist es eigentlich normal, mit einem Team wie LCR zu beginnen. Es ist gut für ihn, dass er die volle Unterstützung von Honda erhalten wird.“

„Ich bin happy mit dieser Entscheidung und happy für meinen Bruder. Es ist eine normale Entscheidung. Pol wird ein starker Teamkollege sein, denn er will bei Honda um das Podium und um Siege kämpfen. Ich freue mich auch darauf, das Team im nächsten Jahr mit Pol zu teilen.“

Marc Marquez: „Dann ist es ein Desaster“

„Es wird dann auch interessant sein zu sehen, auf welchem Level KTM und Honda sind. Aber wie gesagt, wenn man bei Repsol-Honda ist, dann muss man auf dem Podium sein. Wenn nicht, dann ist es ein Desaster. Deswegen bin ich zufrieden mit dieser Situation“, betont Marc Marquez.

Denn wenn Jorge Lorenzo Ende 2019 nicht zurückgetreten wäre, dann würde Alex Marquez in diesem Jahr eine weitere Saison bei Marc VDS Moto2 fahren. Nun sitzt er bei Repsol-Honda im Sattel und weiß, dass er auch die nächsten beiden Jahre MotoGP fahren wird.

„Jeder hat seine Meinung dazu“, sagt Alex Marquez. „Ich kann nur meine Meinung sagen. Mein Ziel war es, für zwei weitere Jahre zu verlängern. Ich bin froh darüber. Mehr kann ich dazu nicht sagen, denn ich bin dankbar, zwei weitere Jahre mit Werksmaterial in einem guten Team zu sein.“

Crutchlow als „Bauernopfer“?

Böse Zungen könnten meinen, dass Crutchlow das „Bauernopfer“ dieser Wechselgeschichte geworden ist. Der Brite betont aber, dass er seit rund drei Monaten davon weiß und die Entscheidung für ihn in Ordnung geht. Seine Zukunft ist derzeit noch offen.

„Natürlich hat Cal Honda viel Input gegeben“, lobt Marc Marquez. „Er war lange in der Honda-Familie mit offizieller Unterstützung. Es ist eine Entscheidung von Honda, aber natürlich ist es traurig, wenn jemand das Team verlassen muss.“

„In diesem Fall geht es um meinen Bruder, also ist es okay für mich. Cal hat für Honda sehr gut gearbeitet. Er war ein wichtiger Fahrer. Es ist aber eine Honda-Entscheidung. Das liegt nicht in meinen Händen. Momentan haben wir Bradl als Testfahrer. Er arbeitet sehr gut. Momentan weiß ich nicht, wie die Entscheidung für die Zukunft aussehen wird.“