Petronas-Doppelführung im zweiten MotoGP-Training in Brünn. Francesco Bagnaia nach Sturz im FP1 verletzt. Valentino Rossi am Freitag nicht in den Top 10.

Jerez-Sieger Fabio Quartararo hat das zweite Freie Training der MotoGP in Brünn an der Spitze beendet. Auf seiner letzten fliegenden Runde markierte er mit 1:56.502 Minuten die Bestzeit und war damit nur 0,007 Sekunden schneller als Petronas-Teamkollege Franco Morbidelli. Dritter im FP2 wurde Miguel Oliveira auf der KTM.

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Ein Fahrer fehlte in dieser Session: Nach seinem schweren Sturz im ersten Training konnte Francesco Bagnaia nicht teilnehmen. Der Pramac-Pilot hatte sich am rechten Bein verletzt und wurde im Krankenhaus weiter untersucht. Sein Teamchef Francesco Guidotti geht davon aus, dass er in Brünn nicht weiterfahren kann.

„Er wird gerade einem MRT unterzogen“, sagte er im ‚MotoGP‘-Stream, während das Training lief. „Danach werden wir mehr wissen. Er wird hier sicherlich nicht mehr fahren. Auch Österreich dürfte wahrscheinlich sehr schwierig werden. Aber bevor ich etwas sage, was falsch verstanden werden könnte, warten wir lieber das MRT-Ergebnis ab.“

FP2: Nur mit 21 Mann

Das MotoGP-Feld ging am Nachmittag also nur noch mit 21 Mann auf die Strecke. Angesichts der gestiegenen Temperaturen (30 Grad Luft und 42 Grad Asphalt) entschieden sich die Fahrer diesmal mehrheitlich für die harte Reifenmischung, während am Morgen noch deutlich mehr weiche Reifen zu sehen waren.

Nach den ersten fliegenden Runden führte Joan Mir das Klassement an, lag mit seiner vorläufigen Session-Bestzeit aber noch unter Takaaki Nakagamis Bestmarke im ersten Training. Fabio Quartararo und Pol Espargaro ordneten sich dahinter ein.

Ein frühes Problem gab es am Motorrad von Alex Marquez, dessen Honda plötzlich streikte. Auf einem Scooter machte sich der Spanier auf den Weg zurück an die Box und nahm das Training mit seiner zweiten Maschine wieder auf. Kein optimaler Start für den MotoGP-Rookie, für den in Brünn jeder Kilometer zählt.

Rossi zu Beginn nur auf Platz 18

Für Valentino Rossi begann das Training erneut weit hinten. Nach dem ersten Run war der Yamaha-Pilot nur auf Platz 18 zu finden. Am Morgen hatte er sich mit einem Schlussangriff noch in die Top 10 gekämpft, war aber nicht zufrieden: „Das waren schwierige Bedingungen, denn die Strecke hat im ersten Training noch keinen großen Grip.“

„Wir müssen die richtige Balance des Motorrads finden“, sagte der Italiener weiter. „Und auch die Reifenwahl wird sehr wichtig sein, weil diese Entscheidung noch weit offen ist.“ Am Nachmittag probierte er deshalb verschiedene Kombinationen aus.

Auf einem Satz medium-medium konnte sich Rossi zur Hälfte der Session zunächst auf Platz 14 und verkürzte den Rückstand im nächsten Umlauf mit einem Sprung in die Top 10 weiter. In Führung lag weiterhin Mir, gefolgt von Quartararo. Neuer Dritter war Vinales auf der Yamaha, der Pol Espargaro verdrängt hatte.

FP2: Von Ducati nicht viel zu sehen

Von Ducati war bis zehn Minuten vor Session-Ende nicht viel zu sehen. Andrea Dovizioso rangierte auf Platz acht, hatte aber nur knapp drei Zehntel Rückstand. Viele Fahrer bewegten sich im Bereich mittlerer 1:57er-Zeiten, was ein spannendes Rennen verspricht.

Auf frischen Reifen zog das in der Schlussphase aber noch einmal an. Den Anfang machte Franco Morbidelli, der als Erster in diesem Training die Marke von 1:57 Minuten unterbot. Weitere folgten ihm, doch zunächst konnte niemand seine Bestzeit schlagen. Dann machte ihm Teamkollege Quartararo die Spitze aber noch streitig.

Mit hauchdünnem Vorsprung ging der Franzose an Morbidelli vorbei. Richtig zufrieden wirkte Quartararo in dieser Session mit seinem Motorrad aber nicht. Auf der Yamaha gestikulierte er nach kleineren Fehlern immer wieder verärgert mit den Armen.

Für Petronas-Yamaha war es dank der Doppelführung dennoch eine erfolgreiche Session. Auch Miguel Oliveira wird mit Platz drei mehr als glücklich sein. Er war bester KTM-Pilot, gefolgt von Johann Zarco, der es an vierter Stelle als schnellste Ducati in die Top 5 schaffte. Vinales beendete das Training als Fünfter.

asd

Dahinter reihten sich Suzuki-Pilot Mir sowie die beiden Espargaro-Brüder Aleix (Aprilia) und Pol (KTM) ein. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) und Jack Miller (Pramac-Ducati) komplettierten die schnellsten Zehn, die im Ziel nur 0,607 Sekunden trennten.

MotoGP-Rookie Brad Binder stellte seine KTM auf Platz elf, Rossi wurde am Ende Zwölfter. Sein Rückstand betrug knapp acht Zehntel. Alex Rins (Suzuki) und das Ducati-Duo mit Dovizioso und Petrucci reihten sich auf den Plätzen 13 bis 15 ein. Sie müssen morgen noch eine Schippe drauf legen, um es direkt in Q2 zu schaffen.

Mit Ausnahme von Dovizioso und Cal Crutchlow (LCR-Honda) konnten sich alle Fahrer am Nachmittag steigern. Auch Alex Marquez gelang nach seinem Sturz noch eine Verbesserung. Er ist im Gesamtklassement Sechzehnter. Quasi-Teamkollege Stefan Bradl wurde erneut Letzter, sein Rückstand lag weiterhin bei knapp zwei Sekunden.

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