Schlechtes Wetter und Regen beeinträchtigt Tag 2 beim Jerez-Test – Marc Marquez markiert am Dienstag die Bestzeit – Teams beenden ihre Vergleichs-Arbeit.

Der zweite und letzte Tag beim Jerez-Test wurde stark vom Wetter beeinflusst. Am Dienstag wurde die Strecke in Andalusien erst mit einer halben Stunde Verspätung freigegeben. Denn es gab einige feuchte Stellen auf dem Asphalt. Am Vormittag folgte dann ein trockenes Fenster, bis gegen Mittag wieder leichter Regen einsetzte. Einige Fahrer drehten am Nachmittag noch einige Runden mit Regenreifen.

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Insgesamt wurden am Dienstag nicht extrem viele Kilometer zurückgelegt. Im Prinzip arbeiteten die Werks-Teams mit dem gleichen neuen Material wie in der Vorwoche in Valencia, um die Eindrücke auf einem anderen Kurs zu bestätigen. Für Honda, Yamaha, Ducati und Suzuki geht es auch schon darum, anhand der Daten die Motor-Spezifikation für 2020 festzulegen. Denn ab Februar bleibt kaum noch Zeit für wesentliche Änderungen.

Mit 1:37,820 Minuten stellte Weltmeister Marc Marquez am Dienstag die Bestzeit auf. Damit bliebt er deutlich hinter der Bestzeit von Maverick Vinales am Vortag. Marc Marquez hatte zwei 2020er-Prototypen mit unterschiedlichen Chassis zur Verfügung. Sein Bruder Alex arbeitete weiter mit dem 2019er-Modell und konzentrierte sich auf seinen Fahrstil.

Nach Jerez-Sturz: Marquez muss unters Messer

Marc Marquez hat zudem wieder Probleme mit der rechten Schulter. Schon nach seinem Qualifying-Crash in Sepang war sie lädiert, bei Marquez‘ Sturz beim Jerez-Auftakt sprang sie dann auch noch heraus. Am Mittwoch ist daher eine Operation geplant. Im LCR-Team lag das Augenmerk von Cal Crutchlow auf dem 2019er-Motorrad. Es gab aber Modifikationen beim Chassis und der Bremse. Honda wollte Vergleichs-Daten sammeln.

Yamaha setze die Arbeit mit dem neuen Chassis und dem neuen Motor fort. Bei der Runden-Zeit gab es keine wesentlichen Unterschiede. Beim Topspeed fehlten immer noch ein paar km/h auf Honda. Vinales schätzt, dass man das wahre Kräfteverhältnis erst in Katar sehen wird. Denn in Sepang war Yamaha in jüngerer Vergangenheit immer konkurrenzfähig. Auch das Petronas-Team arbeitete in Jerez mit dem neuen Motor.

Ducati-Werksteam setzt auf neues Chassis

Bei Ducati stand das neue Chassis im Vordergrund. Jerez ist traditionell eine Strecke, auf der die Desmosedici beim Turning Probleme hat. Dieser Bereich soll etwas besser sein, aber die Ingenieure müssen weiterarbeiten. Neben Andrea Dovizioso war in Jerez wieder Danilo Petrucci im Einsatz. Auch Michele Pirro war Teil des Programms.

Jack Miller hatte diesmal nicht das 2020er-Chassis zur Verfügung, nachdem er es in Valencia am zweiten Tag ausprobieren konnte, weil Petrucci dort pausiert hat. Beide Pramac-Fahrer, also auch Francesco Bagnaia, werden dann im Februar das komplett neue Motorrad zur Verfügung haben. Und im Kunden-Team Avintia drehten wieder Tito Rabat und Eric Granado Runden.

KTM: Dani Pedrosa wieder im Einsatz

Im KTM-Lager setzte Pol Espargaro die Evaluierung des neuen Bikes mit dem neuen Chassis fort. Es soll ein deutlicher Fortschritt beim Handling sein. Am Dienstag war auch wieder Dani Pedrosa auf der Strecke. Am Montag hatte der Testfahrer wegen einer Magenverstimmung passen müssen. Die beiden Rookies Brad Binder und Iker Lecuona fuhren wieder mit dem 2019er-Modell und drehten erste Runden auf nasser Strecke.

Suzuki konzentriert sich ähnlich wie Yamaha auf den neuen Motor. Dieser soll bei der Fahrbarkeit etwas besser sein und beim Grip helfen. Ob die Endgeschwindigkeit höher ist, hat sich noch nicht bestätigt. Alex Rins und Joan Mir beendeten den Tag als Zweiter und Dritter. Sylvain Guintoli war ebenfalls im Einsatz. Trotzdem war es für die Fahrer schwer zu beurteilen, ob sie auf einer schnellen Runde wirklich Fortschritte machten.

Aprilia wird das neue Motorrad erst im Februar auf der Strecke haben. In Jerez konzentrierte man sich wieder auf die Elektronik und die Traktionskontrolle. Dazu gab es neue Abläufe in der Box. Neben Aleix Espargaro und Andrea Iannone war auch wieder Testfahrer Bradley Smith auf der Strecke. Iannone hatte leichtes Fieber. Einen großen Zwischenfall wie zuletzt in Valencia, als das Motorrad des Italieners in Flammen aufging, gab es diesmal nicht.

Für die MotoGP-Fahrer und Teams beginnt nun die Winterpause. Ab dem 1. Dezember herrscht ein Test-Verbot. In den Motorsport-Abteilungen der Hersteller wird aber weitergearbeitet. Es gilt die Daten zu analysieren und die Motorräder für den ersten Wintertest im kommenden Jahr aufzubauen. Anfang Februar gibt es dann in Sepang (Malaysia) die nächsten Testfahrten für die Saison 2020.

Jerez-Test – die Zeiten am Dienstag:

01. Marc Marquez (Honda) – 1:37,820 Minuten (14 Runden)
02. Alex Rins (Suzuki) – 1:37,837 (24)
03. Joan Mir (Suzuki) – 1:37,959 (12)
04. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:37,964 (15)
05. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) – 1:37,973 (26)
06. Andrea Dovizioso (Ducati) – 1:37,986 (5)
07. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) – 1:38,100 (19)
08. Jack Miller (Pramac-Ducati) – 1:38,113 (4)
09. Pol Espargaro (KTM) – 1:38,211 (10)
10. Valentino Rossi (Yamaha) – 1:38,352 (33)
11. Andrea Iannone (Gresini-Aprilia) – 1:38,442 (4)
12. Danilo Petrucci (Ducati) – 1:38,452 (10)
13. Cal Crutchlow (LCR-Honda) – 1:38,674 (14)
14. Tito Rabat (Avintia-Ducati) – 1:38,813 (24)
15. Aleix Espargaro (Gresini-Aprilia) – 1:38,940 (24)
16. Sylvain Guintoli (Suzuki) – 1:38,962 (14)
17. Alex Marquez (Honda) – 1:39,224 (36)
18. Dani Pedrosa (KTM) – 1:39,594 (11)
19. Michele Pirro (Ducati) – 1:39,845 (15)
20. Iker Lecuona (Tech-3-KTM) – 1:39,880 (26)
21. Bradley Smith (Gresini-Aprilia) – 1:39,884 (43)
22. Brad Binder (KTM) – 1:39,943 (35)
23. Eric Granado (Avintia-Ducati) – 1:49,921 (3)