Valentino Rossi schert sich nicht groß um sein in Reichweite liegendes Jubiläum. Er gibt aber zu, dass er inzwischen mehr auf die Statistik blickt als früher.

Die laufende MotoGP-Saison 2020 ist für Valentino Rossi bereits die 25. in seiner Laufbahn in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Allein in der Königsklasse ist es für ihn die 21. Saison und in dieser kratzt er nun an der Marke von 200 Podestplätzen. Denn Rossis dritter Platz vor knapp zwei Wochen in Jerez war sein 199. Podestplatz. Wenn man seine beiden 500er-Jahre (2000 und 2001) zu seinen MotoGP-Jahren (seit 2002) dazurechnet.

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Die erste Chance auf die 200 hat Rossi am Sonntag in Brünn – einer Strecke, auf der er allein in der Königsklasse bereits elf Podestplätze eingefahren hat. Aber hat das potenziell bevorstehende Jubiläum überhaupt eine Bedeutung für „The Doctor“?

„Ich fahre hier nicht mit, weil ich es auf 200 Podestplätze absehen würde. Ich fahre hier mit, weil ich gerne Motorradrennen fahre und weil ich die Herausforderung liebe, weiterhin vorne dabei zu sein“, stellt Rossi klar. Und er meint, dass die in Reichweite liegende 200 für ihn „nur eine Zahl“ sei.

Valentino Rossi scherzt mit Fabio

Allerdings gibt der 41-jährige Italiener auch zu, dass er im Alter etwas mehr auf Statistiken schaut als er das früher tat: „Wenn du jung bist, sind dir diese Zahlen üblicherweise egal. Ich habe vorhin erst mit Fabio darüber gescherzt. Ich kann verstehen, dass ihn so etwas momentan nicht interessiert.“

Damit spricht Rossi auf den 21-jährigen WM-Spitzenreiter Fabio Quartararo an, der an diesem Wochenende die Chance hat, eine 40 Jahre alte Yamaha-Bestmarke von Kenny Roberts einzustellen. Drei Siege bei den ersten drei Saisonrennen hat seit „King“ Kenny kein Yamaha-Pilot mehr geschafft, also auch Rossi nicht.

„Wenn man älter wird und die Zahlen sieht, ist man schon stolz. Es ist aber sicherlich nicht die größte Motivation“, so Valentino Rossi, der den Großteil seiner 199 Podestplätze in der Königsklasse für Yamaha eingefahren hat, nämlich sage und schreibe 142. Für Honda hat er es in nur vier Jahren (2000 bis 2003) 54 Mal auf das Podest geschafft, für Ducati in zwei Jahren (2011 und 2012) lediglich dreimal .

Wann macht Rossi die 200 voll?

Unabhängig davon, ob und wann Rossi die 200 voll macht. Mit seinen 199 Podestplätzen führt er diese Statistik der Königsklasse schon jetzt überlegen an. Die ersten Verfolger sind Jorge Lorenzo mit 114 und Dani Pedrosa mit 112 Podestplätzen, wobei beide gegenwärtig keine Rennen mehr fahren. Offiziell zurückgetreten sind sie allerdings auch nicht.

Denn als Testfahrer sind sowohl Lorenzo (Yamaha) als auch Pedrosa (KTM) noch aktiv. Und zumindest für Lorenzo war ein Wildcard-Start in dieser Saison eine angedachte Option, bevor die Corona-Krise diesen Plan zunichte machte. Aus Gründen der Kosten und des Personals gibt es 2020 überhaupt keine Wildcard-Starts.

Übrigens: Der gegenwärtig verletzte Marc Marquez liegt in der ewigen Bestenliste der Podestplätze in der Königsklasse gemeinsam mit Mick Doohan an vierter Stelle. Sie haben in der 500er- beziehungsweise MotoGP-Klasse 95 Mal an einer Siegerehrung teilgenommen.