Ohne Corona wäre der Fahrermarkt in der MotoGP schon kräftig am Rotieren. Nun aber steht er still – was das für Ducati-Pilot Danilo Petrucci bedeuten könnte.

Mit der Verschiebung des MotoGP-Saisonstarts tut sich aktuell auch auf dem Fahrermarkt nicht allzu viel. Von den Top-Piloten sind derzeit nur drei über 2020 hinaus gebunden. Maverick Vinales und Fabio Quartararo bilden bis 2022 das Yamaha-Duo, Marc Marquez bleibt bis 2024 bei Honda.

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Ducati dagegen hat sich noch auf keinen Fahrer festgelegt. Derzeit ist unklar, ob es mit Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci nach 2020 weitergeht. Auch wenn sich die Auswahl bereits reduziert hat. Denn Ducati war dem Vernehmen nach sowohl an Vinales als auch an Quartararo durchaus interessiert.

Vor allem für Petrucci ist die Saison 2020 entscheidend für seine Zukunft innerhalb des Ducati-Konzerns. Das erste Jahr des Italieners im Werks-Team hatte verheißungsvoll begonnen. Nach einem Sieg in Mugello wurde sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Doch dann ließen die Ergebnisse nach.

Petrucci: „Ziel ist, für viele Jahre hier zu bleiben“

Inzwischen sieht sich der Ducati-Pilot der Konkurrenz seines ehemaligen Pramac-Teamkollegen Jack Miller ausgesetzt. Der Australier hatte die Saison 2019 mit nur elf Punkten weniger beendet. Zudem wittert Avintia-Neuzugang Johann Zarco seine Chance, sich mit einem starken Comeback für das Ducati-Werksteam zu empfehlen.

Petrucci ist sich der Situation bewusst. „Ich weiß, dass es viele starke Fahrer gibt, die mein Motorrad wollen. Aber das Ziel ist es, für viele Jahre hier zu bleiben. Die Erneuerung liegt in meinen Händen. Es hängt alles von meinen Ergebnissen ab. Aber wenn ich nicht gut genug bin, muss ich mich umsehen.“

Im Gespräch mit ‚Sky Italia‘ verrät der Italiener, dass die Vertrags-Verhandlungen unter normalen Umständen längst im Gange wären. „Wir haben noch keine Verhandlungen mit Ducati aufgenommen. Aber wir hätten das sicher getan, wenn die Meisterschaft begonnen hätte“, beschreibt er den gewöhnlichen Ablauf.

Dichter MotoGP-Kalender lässt Petrucci grübeln

„Alles wird auf Juli und August verschoben, in die Mitte der Meisterschaft, um die Fakten vor Ort besser zu kennen.“ Beginnen soll die MotoGP-Saison nach aktuellem Stand Anfang Mai in Jerez. Auch wenn viele schon jetzt mit einer weiteren Verzögerung rechnen, darunter auch Ducati-Sportchef Paolo Ciabatti.

Für Petrucci wäre das besonders bitter. Weil so mehrere Rennen, bei denen er im Vorjahr gut punkten konnte, ans Ende der Saison wandern könnten. „Beginnend mit Jerez gefallen mir die Strecken, die dann folgen. Ich habe in Le Mans und Mugello, Barcelona und Assen immer gut abgeschnitten“, erinnert sich der Italiener.

Dass vor allem die zweite Saisonhälfte eine Herausforderung wird, weil sich ein verschobenes Event ans andere drängt, ist schon jetzt absehbar. Das bringt Petrucci zum Grübeln. „Ich weiß auf physischer Ebene nicht, wie es sein wird, am Ende der Meisterschaft so viele Rennen zu haben. Das ist für jeden neu“, gibt er zu.

„Es ist klar, dass wir keine Sommerpause haben werden. Wir werden in Argentinien, den USA und Valencia ein Klima erleben, das wir noch nie zuvor gesehen haben. Aber niemand weiß, wie wir darauf reagieren werden.“ Alle drei Grands Prix waren zusammen mit Thailand im MotoGP-Kalender 2020 nach hinten gerückt.