Diese Vorstellung elektrisiert MotoGP-Fans auf der ganzen Welt: Sind die beiden Ex-Teamkollegen Valentino Rossi und Jorge Lorenzo womöglich schon bald wieder vereint?

Schon seit Wochen wird darüber spekuliert, dass Valentino Rossi und Jorge Lorenzo 2021 zusammen bei Petronas-Yamaha fahren könnten. Rossi hat sich jetzt erstmals konkret dazu geäußert, dass er seine Karriere fortsetzen will. Lorenzo dagegen hat eine Rückkehr als Stammfahrer bisher ausgeschlossen. Doch beim ersten Test auf der Yamaha hatte er zumindest seine Freude am Motorradfahren wiedergefunden.

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„Ich glaube, dass Jorge nach seinen beiden Jahren bei Ducati und speziell dem Jahr bei Honda in einer ähnlichen Situation war wie ich“, denkt Rossi an seine beiden schwierigen Ducati-Jahre 2011/12 zurück. „Ich hatte nie ein gutes Gefühl für das Motorrad und schlechte Ergebnisse.“

Denn damals hatte Rossi auch darüber nachgedacht, seine Karriere zu beenden. „Immer wenn ich versucht habe zu pushen, bin ich gestürzt. Ich bin in diesen beiden Jahren öfter gestürzt als sonst. Ich hatte nie ein gutes Gefühl. Man sagt zu sich selbst: ‚Es ist vorbei. Jetzt ist die Zeit gekommen, um zu Hause zu bleiben.'“

Rossi: Lorenzo-Comeback mit Yamaha möglich

„Als Jorge auf die M1 gestiegen ist, hat er gleich am ersten Tag dieses Gefühl beim Fahren wiedergefunden. Er hat attackiert und ist dabei nicht gestürzt. Deshalb glaube ich, dass er darüber nachdenken könnte, mit Yamaha in Zukunft zurückzukehren“, meint Rossi. „Aber ich weiß nicht, ob er genug Motivation hat.“

Aber wäre es überhaupt möglich, dass Rossi und Lorenzo im nächsten Jahr bei Petronas Teamkollegen wären? „Ich denke, dass Franco nicht sehr glücklich wäre“, sagt Rossi über seinen Kumpel. Denn VR46 kümmert sich auch um das Management von Franco Morbidelli. „Franco war im Vorjahr gut, aber Quartararo war besser.“

„Aber bei den Winter-Tests war Franco sehr schnell. Deshalb glaube ich, dass er alles geben wird, um seinen Platz in diesem Team zu behalten“, sagt Rossi. Und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich weiß nicht, wie sich Lorenzo entscheiden wird. Vielleicht muss Yamaha fünf Motorräder bauen.“ In diesem Fall würde auch MotoGP-Promoter Dorna mitsprechen, denn dadurch würde das Starterfeld größer werden.

Jarvis: Lorenzo hat einen Einjahres-Vertrag

Was sagt Yamaha zu einem Petronas-Team mit Rossi und Lorenzo? „Es könnte eine Möglichkeit für Petronas sein, aber auch für andere Teams. Denn Jorge hat nur einen Einjahres-Vertrag mit uns“, wird Yamaha-Teamchef Lin Jarvis von der ‚La Gazzetta dello Sport‘ zitiert. „Der Test in Sepang hat ihm geholfen, bestimmte Automatismen mit der Yamaha wiederzufinden.“

„Jorge ist nun selbst verwirrt. Es ist schwierig zu entscheiden, ob man ein Comeback geben will, wenn es keine Rennen gibt. Er hätte in Barcelona einen Wildcard-Start absolvieren sollen. Jetzt wissen wir nicht, ob das in diesem Jahr überhaupt noch möglich sein wird“, so Jarvis. „Es wäre natürlich interessant, denn ich müsste Jorge und Vale nicht managen.“

„Aber ich glaube, dass es sehr unwahrscheinlich ist. Das Ziel von Petronas ist, die nächste Generation zu finden. Ich mag Morbidelli sehr gerne. Er steht auch auf der Liste anderer Teams. Aber ich hoffe, dass er bei uns bleiben wird“, sagt der Yamaha-Manager. Eine Entscheidung über ein Petronas-Duo mit Morbidelli und Rossi könnte schon in den kommenden Wochen fallen.