Der 23-jährige Türke mischt die Superbike-WM auf: Laut ServusTV-Experte Stefan Nebel hat Toprak Razgatlioglu dennoch keine allzu guten Karten, in die MotoGP aufzusteigen.

WSBK-Laufsieger Toprak Razgatlioglu hat sich mit dem Wechsel von Puccetti-Kawasaki zu Yamaha zu einem absoluten Spitzenfahrer entwickelt. Der 23-jährige Türke duelliert sich in der Superbike-WM mit teilweise deutlich älteren Rivalen. Im Gegensatz zu Jonathan Rea, Alvaro Bautista, Alex Lowes und Co. hat Razgatlioglu deutlich bessere Aussichten, in der MotoGP zu landen. Wir haben ServusTV-Experte Stefan Nebel gefragt, welche Chancen Razgatlioglu in der Königsklasse hat.

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„Ich würde ihm zusprechen, dass er einer der Fahrer ist, die es in die MotoGP schaffen können. Ich würde es einigen anderen WSBK-Piloten aber auch nicht absprechen“, stellt Nebel im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘ klar. „Ich würde sagen, dass die Top 5 der Superbike-WM das Potenzial haben, auf einem MotoGP-Motorrad schnell zu fahren.“

Laut Nebel würde sich Razgatlioglu in der MotoGP nur bedingt wohlfühlen. „Die Unterschiede hinsichtlich des Wochenendes und die Anforderungen hinsichtlich der PR-Aktivitäten dürften nicht jedem Fahrer schmecken“, nennt er eine der Hürden.

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Toprak Razgatlioglu: Talent ja, aber…

„Toprak ist zu ruhig, spricht nicht gut genug Englisch und hält sich gern zurück“, bemerkt der ServusTV-Experte, der Razgatlioglu sehr gut einschätzen kann. „Toprak ist ein sehr harter Kämpfer. Sein Fahrstil ist auf einem MotoGP-Bike aber nicht umsetzbar.“

„Er fährt zu aggressiv. Er ist ein riesiges Talent. Doch sein Stil, quer in die Kurven hinein und quer aus den Kurven hinaus, ist mit einem MotoGP-Motorrad nicht umsetzbar. Das passt nicht zur Elektronik. Toprak ist mit seinem Stil perfekt in der Superbike-WM aufgehoben“, analysiert Nebel.

„Ich würde sogar soweit gehen, dass Sandro Cortese mit seinem Stil auf einer MotoGP-Yamaha schneller ist, weil er das Motorrad mehr rollen und gleiten lässt“, vergleicht Nebel. „Bei Toprak befürchte ich, dass er ein MotoGP-Motorrad überfahren würde. Er wäre immer drüber.“

Toprak in der MotoGP: Nicht auf Yamaha, sondern…

„Man muss sich nur Fabio Quartararo, Jorge Lorenzo oder Jonas (Folger) anschauen. Diese Fahrer sind mit der Yamaha super weich gefahren. Es hat alles gepasst. Ich glaube, dass das der Schlüssel zum Erfolg ist. Dafür ist Toprak aktuell noch zu forsch“, erklärt der ServusTV-Experte.

„Das liegt aber auch an seinem Alter. Zudem wird dieser Stil in der Superbike-WM gefordert“, weiß Nebel. Und wenn Razgatlioglu eine Chance in der MotoGP erhalten würde, welches Motorrad wäre für seinen Stil am besten geeignet? „Ich könnte mit Toprak gut auf der Honda vorstellen, aber nicht auf der Yamaha“, so Nebel.

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