Aus seiner häuslichen Isolation gibt Valentino Rossi ein Update zur Lage in Italien, spricht über die weitere Saison-Planung – und hat erste Details zu virtuellen MotoGP-Rennen parat.

Valentino Rossi lebt in einer vom Corona-Virus am härtesten betroffenen Gegenden Italiens. Dem MotoGP-Idol geht es in häuslicher Isolation an der Seite von Mutter Stefania und Freundin Francesca zwar gut, er ist gesund. Aber selbstredend macht ihn das Schicksal seiner Landsleute traurig und nachdenklich.

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„Es ist eine sehr schwierige Situation, die wir nie erwartet hätten. Ich bin in Tavullia, meiner Heimat. Und hier ist die Situation sehr schwierig, denn wir sind vom Virus stark betroffen. In Pesaro, aber auch in der Romagna, gibt es viele Kranke. Wir sind alle auf unser Zuhause beschränkt“, sagt er im Interview mit ‚Sky Sport 24‘.

Mit einer großzügigen Spende an örtliche Krankenhäuser demonstrierte Rossi bereits aktiv seine Hilfe. Und auch sonst ist er mit seinen Gedanken bei den Nachbarn. „Wir haben einige sehr furchtbare Bilder aus der Gegend von Bergamo und Brescia gesehen. Es ist fast wie in einer Kriegsberichterstattung.“

Rossi: „Viele Freunde haben eine schwierige Zeit“

„Ich habe viele Freunde, vor allem aus Bergamo, die mir sagten, dass sie eine schwierige Zeit durchleben. In diesem Moment jubeln nicht sie mir zu. Sondern ich bin es, der sie anfeuert“, um durchzuhalten und nicht aufzugeben. Rossi selbst versucht derweil, die MotoGP-Zwangspause so gut es geht zu überbrücken.

„Hier zu Hause habe ich ein Fitness-Studio. Dort trainiere ich und versuche, mich in Form zu halten“, sagt der Yamaha-Pilot. Und verrät zudem: „Ich verbringe viel Zeit damit, mit Francesca Filme und TV-Serien anzuschauen. Und dann spielen wir auch viele Renn-Simulationen wie Gran Turismo.“

Ob virtuelle Rennen auch für die MotoGP generell eine Option wären, die lange Wartezeit bis zum Saisonstart sinnvoll zu füllen? Die Formel 1 jedenfalls veranstaltete am Wochenende bereits ihren ersten virtuellen Grand Prix. Quasi als Ersatz für das ausgefallene Bahrain-Rennen mit teils prominenter Beteiligung.

„Ich weiß nicht, ob ich darüber sprechen kann“

Rossi macht den Fans dahingehend auch für die Königsklasse auf zwei Rädern Hoffnung. „Ich weiß nicht, ob ich darüber sprechen kann. Aber Bollini (Yamaha-Pressesprecher) sagte mir, dass die MotoGP ebenfalls versucht, etwas Ähnliches zu organisieren. Indem sie die Fahrer auf der PlayStation herausfordert.“

„Es gibt viele Fahrer, die schon jetzt spielen und schnell sind. Zum Beispiel Pecco (Francesco Bagnaia) oder mein Bruder Luca (Marini)“, weiß der „Doctor“. Und fügt selbstkritisch hinzu: „Ich spiele auch, bin aber nicht gerade schnell.“ Bislang ist offiziell nur die MotoGP-eSport-Meisterschaft unterwegs, deren Auswahl-Phase gerade läuft.

Wann es wieder möglich sein wird, echte Rennen zu fahren, darüber kann auch Rossi derzeit nur spekulieren. Zuletzt machte er klar, dass die Mai-Termine in Jerez, Le Mans und Mugello wohl nicht zu halten sind. Damit gestaltet es sich immer schwieriger, Ersatztermine zu finden und möglichst viele Rennen unterzubringen.

Rossi bringt „Superbike-Modell“ ins Spiel

Rossi: „Es wäre wichtig, so viele Rennen wie möglich zu fahren. Aber es ist nicht unbedingt notwendig, alle 19 durchzuführen. Ein Rennen vom Typ Superbike (mit zwei Läufen am Wochenende, Anm. d. Red.) wäre interessant. Aber das Minimum, um die Meisterschaft gültig zu machen, sind 13 Rennen.“

„Vielleicht würde es reichen, die Guten zu machen und das aktuelle Format beizubehalten. Mal sehen, was Ezpeleta (Dorna-CEO) entscheiden wird. Aber vor allem müssen wir sehen, was das Virus entscheiden wird.“ Denn wenn dessen Ausbreitung nicht zurückgeht, wird sich in der MotoGP so schnell kein Rad drehen.