Petronas-Teamchef Zeelenberg vergleicht Jorge Lorenzo und Fabio Quartararo. Der ehemalige Manager der Lorenzo-Crew kennt beide Charaktere gut.

Nach den ersten fünf MotoGP-Rennen führt Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) die WM-Wertung an. Im August ist sein Vorsprung auf Andrea Dovizioso (Ducati) auf drei Punkte geschrumpft. Im Yamaha-Lager setzt man für die Zukunft auf Quartararo. Man attestiert ihm das Potenzial, eines Tages Weltmeister zu werden.

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Zum bisher letzten Mal konnte Yamaha im Jahr 2015 mit Jorge Lorenzo den WM-Titel erobern. Quartararo ist dem dreimaligen Champion beim Fahrstil relativ ähnlich. Deswegen war er von Beginn an mit der M1 schnell und konkurrenzfähig.

„Man konnte bei Jorge kaum sehen, dass er schnell gefahren ist. Bei Fabio ist das genauso“, sagt Wilco Zeelenberg. Im Yamaha-Werksteam war der ehemalige Rennfahrer jahrelang Teammanager der Lorenzo-Crew.

Nun ist Zeelenberg Teamchef von Petronas SRT. Er kennt beide Fahrer aus nächster Nähe. „Fabio macht auch keine Fehler. Das war auch für Jorge sehr wichtig. Er hat Rennen gewonnen, aber wenn er einen Fehler gemacht hat, hat er sich über sich geärgert.“

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Lorenzo war ein Perfektionist. Wenn er alles auf den Punkt brachte, dominierte er die Rennen oft von Beginn an und ließ niemandem eine Chance. „Jorge wollte sehr präzise sein, niedrige Rundenzeiten fahren und eine hohe Pace haben. Das hat Fabio in Jerez auch so gemacht.“

Quartararo startete mit zwei souveränen Siegen in Jerez in die Saison 2020. Anschließend gab es in Brünn und Österreich diverse Probleme, wodurch sein WM-Vorsprung schmolz. Mit Misano folgen nun zwei Rennen, wo Quartararo im Vorjahr fast gewonnen hätte.

Das unterscheidet Quartararo und Lorenzo

Auf menschlicher Ebene unterscheiden sich Lorenzo und Quartararo deutlich, wie Zeelenberg meint: „Jorge war mehr introvertiert und hat sich auf sich selbst konzentriert. Fabio ist extrovertierter. Er macht Späße, aber er lässt sich seine Konzentration von niemandem stören.“

„Jorge war immer in seiner Blase. Nach dem Rennen war er eine andere Person. Freitag, Samstag und Sonntag hat er sich nur auf sich konzentriert. Fabio ist in diesem Bereich anders. Er möchte Spaß haben. Auch vor dem Start will er es lustig haben und nicht stressig. Das ist der Unterschied zwischen den beiden.“