Yamaha wird die Zuverlässigkeitsprobleme seiner MotoGP-Motoren jetzt doch ohne direkten Eingriff in die Triebwerke umgehen müssen.

Noch vor einer Woche hatte Yamaha am Red-Bull-Ring in Spielberg – anlässlich der Sitzung der MotoGP-Herstellervereinigung (MSMA) – darum gebeten, seine eigentlich per Reglement versiegelten Motoren öffnen zu dürfen.

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Diese Maßnahme hatte sich der japanische Hersteller erbeten, um die seit Saisonbeginn aufgetretenen Zuverlässigkeitsprobleme lösen zu können. Als Argument für die Ausnahme vom Reglement gab Yamaha Sicherheitsbedenken an.

Eine Woche später allerdings hat Yamaha beim erneuten MSMA-Treffen in Spielberg diesen Antrag wieder zurückgezogen. Dem Vernehmen nach waren die vorgelegten Argumente den anderen Herstellern nicht überzeugend genug.

Fahrer haben bereits vier Motoren im Einsatz

Alle vier Yamaha-Fahrer im MotoGP-Feld 2020 haben bereits mindestens den vierten der fünf straffrei einsetzbaren Motoren im Einsatz. Maverick Vinales und Franco Morbidelli sind sogar schon mit ihrem fünften unterwegs. Für beide gilt genau wie für Valentino Rossi, dass ein Motor aus dem Kontingent bereits zurückgezogen wurde. Dieser steht damit nicht mehr zur Verfügung.

Das heißt im Klartext: Vinales ist zu Beginn des fünften von 14 Rennwochenendes der Saison schon mit dem letzten seiner nur noch vier verfügbaren Motoren unterwegs. Für Morbidelli gilt genau das gleiche. Rossi fährt aktuell mit dem dritten seiner noch vier verfügbaren Motoren. Fabio Quartararo steht in Reihen der vier Yamaha-Fahrer noch am besten da. Er hat seinen vierten Motor im Einsatz, den fünften aber noch nicht „angerissen“.

Grund dafür, dass einige Motoren von Yamaha bereits zurückgezogen werden mussten, sind die Ventile. Wie sich herausgestellt hat, wurden beim Zusammenbau der insgesamt 20 Motoren für die aktuelle Saison Ventile zweier unterschiedlicher Lieferanten verwendet. Analysen der in Jerez kaputtgegangenen Motoren haben ergeben, dass die Ventile eines der beiden Lieferanten versagt haben.

Yamaha sollte Dokument vorlegen

Gemäß Informationen, die ‚Motorsport-Total.com‘ vorliegen, baten die anderen Hersteller Yamaha darum, ein Dokument vorzulegen, welches belegt, dass besagte Ventile einen Herstellungsfehler aufwiesen. Da dieses Dokument aber nicht vorgelegt wurde und sich in Reihen der anderen Hersteller insbesondere Honda wenig kompromissbereit zeigt, hat Yamaha nun entschieden, den Antrag zurückzuziehen.

Die logische Konsequenz wäre, dass die Yamaha-Fahrer von nun an in den Freien Trainings mit den Motoren fahren, deren Ventile die anfälligeren sind. Für die Qualifyings und die Rennen sollten sie die Motoren bekommen, deren Ventile die standfesteren sind.

Wird das Kontingent von fünf Motoren überschritten, muss der betreffende Pilot mit seinem dann sechsten Triebwerk das jeweilige Rennen aus der Boxengasse starten. Wird das Kontingent darüber hinaus weiter überschritten, gibt es weitere solcher Strafen.

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