Um die Sicherheit zu erhöhen, versucht die MotoGP die Kommunikation mit den Fahrern während der Rennen weiter zu verbessern. Doch das hat seine Grenzen, glaubt Johann Zarco.

In der MotoGP werden die Fahrer während eines Rennens auf verschiedenen Wegen mit Informationen über Zwischenstände, Strategien etc. informiert. Da gibt es die Boxentafel, das Dashboard, die Monitore rund um die Strecke – und natürlich die Flaggensignale zur Warnung vor Gefahren oder Unfällen.

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Gerade letztere zogen – nach der Einführung einer verschärften Gelbe-Flaggen-Regel – in der letzten Saison viel Kritik auf sich. Das hatte zur Folge, dass die Verantwortlichen nach Möglichkeiten suchten, um die Kommunikation mit den Fahrern während der Trainings und auch Rennen weiter zu verbessern.

So testete Honda-Pilot Stefan Bradl im Auftrag der Dorna ein Funksystem, mit dessen Hilfe die Rennleitung den Fahrer direkt über Flaggensignale, Strafen oder Ähnliches informieren kann. Perspektivisch könnte es auch für Teams geöffnet werden.

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15. Jan

Dashboard-Kommunikation schon sehr ausgereift

Doch Johann Zarco, der 2021 für Pramac-Ducati antreten wird, ist da skeptisch: „Ich denke, dass mehr Informationen via Funk einen sehr stören können“, sagt der Franzose mit Blick auf die Frage, ob mehr Informationen während der Rennen nützlich wären. „Auf dem Dashboard ist es mittlerweile möglich, eine ganze Menge zu teilen.“

Fahrer bekommen über das Display im Cockpit nicht nur Anweisungen vom Team angezeigt, wie etwa an die Box zu kommen oder das Mapping umzustellen. Sondern sie bekommen auf diesem Weg auch Flaggensignale, Verwarnungen oder Strafen seitens der Rennleitung mitgeteilt.

Was die Nutzung der Dashboard-Kommunikation angeht, räumt Zarco jedoch ein: „Ich nutze das ehrlich gesagt nicht allzu oft. Denn es ist nicht leicht, alles zu lesen. Und man hat als Fahrer so viele andere Dinge zu tun, um einen Unterschied zu machen.

Zarco: Zu viel Information kann auch verwirren

„Und wenn einem das gelingt“, sagt er weiter, „ist man stark genug und muss nicht großartig über die Strategie nachdenken, um das Rennen oder die Situation zu kontrollieren.“ Alles müsse und sollte während eines Rennens also nicht geteilt werden. So ist Zarco auch beim Thema Reifen-Temperatur zwiegespalten.

„Das wird uns nicht auf dem Dashboard angezeigt“, weiß der Franzose. „Es könnte natürlich manchmal dabei helfen zu wissen, wie sehr man pushen kann oder nicht. Aber es könnte auch Verwirrung stiften oder verunsichern. Abgesehen davon spürt man das aber auch durch die eigene Erfahrung“, betont er.

Gerade im vergangenen Jahr war die Reifen-Temperatur aufgrund der späten Renntermine in Europa ein sensibles Thema. Denn auf den dortigen Strecken sehen sich Fahrer und Teams oft mit kühlen Bedingungen konfroniert. Die Piloten konnten daher meist nur Medium- und Soft-Pneus verwenden.