Falls dieses Jahr noch eine verkürzte MotoGP-Saison zustande kommt, wird es keine zwei Rennen pro Wochenende geben – die Dorna schließt dieses Format kategorisch aus.

Für den Fall, dass es 2020 doch noch eine verkürzte MotoGP-Saison geben sollte, wurde zuletzt ein neuer Vorschlag diskutiert. Wäre es möglich, an einem Wochenende zwei Rennen auszutragen? In der Superbike-WM ist das bereits gelebte Praxis. Im letzten Jahr ist sogar ein kurzes Qualifying-Rennen als weitere Session dazugekommen.

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Für die MotoGP schließt Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta das Format von zwei Rennen pro Wochenende aber kategorisch aus. „Die Promoter haben ohnehin schon viel zu tun und würden nicht für zwei Rennen bezahlen. Auch die TV-Anstalten würden das nicht.“ Zwei Rennen auf einer Strecke sind also nicht Teil der Planungen.

MotoGP: WM auch mit weniger als 13 Rennen möglich

Dorna-Manager Manel Arroyo bestätigt das in einem Radio-Interview: „Wir fassen das nicht ins Auge. Das war eine dieser Geschichten in den Nachrichten. Es ist Spekulation. Zwei Rennen am gleichen Wochenende wird es nicht geben. Die derzeitige Struktur der Meisterschaft, der Teams und der Motorräder ist dafür gemacht, am Sonntag ein Rennen über 45 Minuten zu fahren.“

„Das zu verändern ist auf technischer Seite nicht einfach. Es wäre natürlich nicht unmöglich. Aber wir würden damit nichts gewinnen“, so Arroyo. Außerdem müssen nicht mindestens 13 Grands Prix stattfinden, damit der Status als Weltmeisterschaft gilt. Das hat auch Ezpeleta inzwischen bestätigt. In der derzeitigen Ausnahme-Situation kann dieser Passus im Vertrag zwischen Dorna und FIM geändert werden.

Ob und wann die Saison 2020 tatsächlich startet, ist derzeit völlig offen. Zwar steht am 21. Juni der Deutschland-GP am Sachsenring noch im Kalender. Doch die deutsche Bundesregierung hat jüngst entschieden, dass es bis Ende August keine „Großveranstaltungen“ geben wird. Derzeit verzichtet die MotoGP darauf, laufend neue Kalender zu veröffentlichen.

Auch Deutschland-GP am Sachsenring wackelt

Nur Verschiebungen auf unbestimmte Zeit werden kommuniziert, wenn das notwendig wird. „Wenn wir wissen, wann wir starten dürfen, wissen wir auch, wie viele Wochenenden wir bis Weihnachten haben werden“, blickt Arroyo in die Zukunft. „Natürlich müssen wir auch die Logistik in Betracht ziehen.“

„Wir dürfen logischerweise nicht erwarten, dass es dann jedes Wochenende ein Rennen gibt. Aber wenn wir den Tag kennen, an dem wir loslegen dürfen, werden wir wissen, ob zehn, 16 oder acht Rennen möglich sein können. Das jetzt vorauszusagen, wäre abenteuerlich“, so Arroyo. Da immer mehr Länder Großveranstaltungen im Sommer verbieten, bleibt als Hoffnung der Herbst. Dazu müssen weltweite Reisebeschränkungen beachtet werden.