Alex Marquez: „Letztlich ist es Rennsport, jeder will gewinnen“

18. Aug. 2020

Foto: ServusTV / Neumayr / Leo

"Sport & Talk": Die große Analyse des Österreich-GP mit Alex Marquez und der Talk zu "Harte Hunde – Wenn Sportler Verletzungen und Schmerzen ausblenden".

Der jüngere Bruder von Marc Marquez, Alex, berichtet, wie es dem MotoGP-Weltmeister geht und spricht mit Jack Miller, Heinz Kinigadner und Alex Hofmann über das Ausblenden kritischer Momente auf der Strecke. Christof Innerhofer erklärt, warum er auch mit 35 Jahren nicht an ein Karriereende denkt, und Fränky Schiemer spricht über den Einsatz von Schmerzmitteln. Das waren die Highlights der aktuellen Sendung von "Sport & Talk aus dem Hangar-7".

MOTOGP

„Es ist Teil des Job. Wir wissen, dass das Risiko immer mitfährt und nehmen es in Kauf, weil wir diesen Sport lieben. Und beim nächsten Rennen werden wieder alle am Start stehen.“
Alex Marquez über die Fähigkeit der Fahrer, brutale Unfälle sofort auszublenden.

„Man muss Zarco klar die Schuld geben. Er hätte wissen müssen, dass der Winkel zu spitz ist und du dann woanders rauskommst. Ich verstehe, dass er überholen will und vorbei will, aber er hätte da aus dem Gefühl heraus kalkulieren müssen, dass es haarig werden kann.“
Alex Hofmann schiebt die Verantwortung für den Unfall Johann Zarco zu.

„Über diese Stelle in Kurve 3 wird immer wieder mit der Sicherheitskommission diskutiert. Wenn du ein bisschen von der Linie abkommst, bist du nur mehr Passagier. Aber ich will niemandem einen Vorwurf machen.“
Jack Miller kennt die Tücken der Unfallstelle.

„Letztlich ist es Rennsport. Jeder will gewinnen, das Überholmanöver gleich setzen und nicht erst eine Kurve später. An dieser Stelle war es aber gerade mit der Ducati-Power unnötig.“
Alex Marquez kann das Risiko von Johann Zarco nur teilweise nachvollziehen.

„Pol ist nach dem Abbruch so heiß gelaufen, dass wir Angst hatten. Wir waren zuerst mit Medium-Reifen unterwegs, alle anderen mit Soft. Das war die richtige Entscheidung. Die hatten wir verbraucht und mussten dann mit Soft fahren. Dazu ist der Red Bull Ring relativ benzinraubend. Das wirkt sich bei uns zwar nicht wirklich aus, aber in der Pause konnte man nachtanken.“
Heinz Kinigadner erklärt, warum Pol Espargaro nach dem Re-Start nicht um den Sieg mitfahren konnte.

„Sie haben sich ausgesprochen und geeinigt, dass es ein Rennunfall war. Pol hat natürlich die Tür geöffnet, indem er sich verbremst hat. Und dann hat er versucht, die Tür wieder zuzumachen.“
Heinz Kinigadner über die Kollision zwischen Pol Espargaro und Miguel Oliveira.

Alex Marquez über seinen Bruder Marc

„Er sitzt zu Hause, schaut fern und sagt mir hunderte Sachen, die ich tun soll. Er nimmt es aber eigentlich ganz locker. Die zweite Operation ist ja immer komplizierter als die erste. Deshalb wird er sich Zeit nehmen und erst dann zurückkommen, wenn er sich zu hundert Prozent fit fühlt.“
Alex Marquez über den Gesundheitszustand von Bruder und Weltmeister Marc.

TALK: SCHMERZEN UND VERLETZUNGEN

„Heute denke ich manchmal an der Rennstrecke: Irre, was die Jungs da machen. Ich glaube aber nicht, dass viele Menschen mit 30 behaupten können, 25 Jahre ihres Lebens ihren Traum gelebt zu haben. Das hat mich auch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.“
Alex Hofmann über die Gründe, warum man sich dem Risiko aussetzt.

„Mich haben die Verletzungen stärker gemacht, weil ich immer zu schätzen gewusst habe, wie schön es ist, Athlet zu sein. Und ich bin jetzt mit 35 fanatischer als früher und tue deshalb alles, um diesen Traum weiterzuleben.“
Christof Innerhofer denkt nicht an Rücktritt.

„Mein Bruder hat einen schweren Motocross-Unfall gehabt und sitzt seither im Rollstuhl. 2003 ist auch mein Sohn mit dem Motorrad gestürzt, er sitzt jetzt ebenfalls im Rollstuhl. Danach habe ich meinen Helm an den Nagel gehängt. Man glaubt ja immer, dass einem selber nicht viel passiert.“
Heinz Kinigadner über Schicksalsschläge in der Familie.

„Von den bis zu 45 Spielen in Jahr, habe ich bei zehn bis 15 Schmerzmittel genommen, weil ich am Wettkampftag zu hundert Prozent drauf sein wollte. Jetzt bin ich aber Trainer und wir schauen sehr darauf, dass unsere Jungs einen vernünftigen Umgang mit dem Thema haben. Man muss die Spieler diesbezüglich mehr bremsen als antreiben.“
Fränky Schiemer über den Einsatz von Schmerzmitteln.

Die ganze Sendung zum Nachsehen: