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Alex Marquez nach Rookie-Saison: „Erfolg ist der Lohn für harte Arbeit“

7. Dez. 2020

Foto: Motorsport Images

Alex Marquez blickt auf seine wechselvolle Rookie-Saison mit allerhand Problemen und Überraschungen zurück - und spricht über sein Verhältnis zu Honda-Teamchef Alberto Puig.

"Ich bin kein komplett anderer Fahrer, mein Name ist ja gleich geblieben", lacht Alex Marquez nach seiner ersten MotoGP-Saison. "Aber klar, ich habe sehr viel gelernt." Rookie des Jahres 2020 wurde schlussendlich aber Brad Binder (KTM), der 13 WM-Punkte mehr gesammelt hat als der Spanier.

Insgesamt ist Alex Marquez mit seiner Premieren-Saison in der Königsklasse zufrieden. Dass gerade die Honda für Neulinge alles andere als leicht zu fahren ist, ist bekannt. Dazu kam die Coronavirus-Pandemie, wodurch der jüngere Marquez nach den Februar-Tests mehrere Wochen nicht fahren konnte.

Bruder Marc fiel als ständiger Ratgeber aus

Als die Saison dann im Juli in Jerez endlich begann, zog sich Bruder Marc bei einem Sturz eine komplizierte Armverletzung zu. Damit stand er für Ratschläge fortan nur noch telefonisch zur Verfügung. Und nachdem bei Alex die Ergebnisse zunächst ausblieben, musste er Journalisten gegenüber oft mehr Fragen über den verletzten Bruder beantworten als über sich selbst.



Die ersten acht Saison-Rennen konnte Alex Marquez allesamt beenden. Zwei Mal kam er dabei außerhalb der WM-Punkteränge ins Ziel. 27 Zähler lautete seine Bilanz nach acht von 14 Rennen. Je einmal die Plätze acht und sieben standen als seine besten Einzel-Ergebnisse zu Buche.

Gerade bei diesem siebten Platz in Misano 2 war aber schon ein Aufwärtstrend beim jungen Marquez zu erkennen. Denn zwischen beiden Misano-Rennen stand ein zusätzlicher Test-Tag auf dem Programm. Und dieser sollte sich für Alex und Honda als wertvoll erweisen.

Marquez zeigt erstmals deutlich auf

Denn im verregneten Le Mans folgte dann völlig überraschend Platz zwei. Anschließend bestätigte der Spanier dieses Ergebnis im trockenen Aragon-Grand-Prix. Mit etwas besseren Startplätzen hätte Alex Marquez soagr Chancen gehabt, beide Rennen zu gewinnen.

Nach diesen überraschenden Top-Leistungen folgten zwei Ausfälle. Dennoch hatte Marquez bewiesen, dass er sowohl das Können als auch das Talent besitzt, um seinen Platz in der Königsklasse zu rechtfertigen. Insgesamt war die kompakte "Corona-Saison" für ihn eine einzige, steile Lernkurve.

"Ich habe es genossen auf dem Motorrad", konstatiert der 24-Jährige. "Außerdem hatte ich diesen besonderen Moment. Als die Ergebnisse kamen, war das eine schöne Belohnung für die ganze Arbeit der letzten Jahre. Immer wenn ich aufs Bike steige, genieße ich es mehr und mehr."

Alex übernimmt Crutchlow-Crew bei LCR

Schon bevor es im Juli losging stand jedoch fest, dass er seinen Platz im Honda-Werksteam gleich wieder an Pol Espargaro verlieren wird. Für die nächsten beiden Jahre geht Alex Marquez im Team von Lucio Cecchinello an den Start. Dort übernimmt er den Platz von Cal Crutchlow.

"Meine Crew hat mir sehr geholfen", sagt Alex Marquez über Ramon Aurin & Co. "Ich werde sie im nächsten Jahr natürlich vermissen. Sie werden alle bleiben und für Pol [Espargaro] arbeiten, während ich die Crew von Cal [Crutchlow] bekomme."

Somit wird Christophe Bourguignon, der vor Crutchlow auch schon mit Stefan Bradl zusammengearbeitet hat, neuer Crew-Chief von Alex Marquez. Der verrät außerdem: "Eine Person, die schon in der Moto2 bei mir war, wird im nächsten Jahr als Daten-Analyst zur LCR-Familie stoßen."

Professionelles Verhältnis mit Alberto Puig

Und wie kam Alex Marquez mit Honda-Teamchef Alberto Puig klar? "Sehr professionell. Er ist ein offener Typ, der sehr direkt ist", charakterisiert er den Ex-Rennfahrer und ersten spanischen 500er-Rennsieger.

"Vom ersten Tag an hat er zu mir gesagt: 'Wenn Du etwas brauchst, ruf mich jederzeit an. Ich schlafe nicht sehr viel. Es ist egal, ob Du um vier Uhr nachts anrufst.'", erzählt er lachend. Und fügt hinzu: "Wir haben ein gutes Verhältnis."

"Wir arbeiten professionell, sprechen offen und haben Respekt voreinander. Das ist wichtig, um Entscheidungen zu treffen. Er war in diesem Jahr eine große Hilfe, und wird es auch in Zukunft sein." Am Ende wurde es für Alex Marquez dann WM-Platz 14.

Für nächstes Jahr lautet sein einziges Ziel, weitere Fortschritte zu machen. "Ich muss immer noch viel lernen und viele Dinge verbessern. Es geht darum, alle Geheimnisse des Motorrads kennenzulernen und zu verstehen, wie man das Rennen am besten managt." 2021 wird Alex die gleiche Honda RC213V zur Verfügung haben wie in der abgelaufenen Saison.