America’s Cup bei ServusTV: Die wichtigsten Begriffe

25. Feb. 2021

Foto: COR 36 / Studio Borlenghi

ServusTV zeigt ab 10. März den America's Cup live im FreeTV sowie im Livestream. Vorab die wichtigsten Begriffe und Wissenswertes rund um die Regatta.

Der amtierende America's Cup Champion Emirates Team New Zealand bittet vor der Küste von Auckland die italienischen Herausforderer vom Luna Rossa Prada Pirelli Team zum Tanz. Wenn es um die älteste Trophäe im Sport geht, sind die Fans bei ServusTV ab Mittwoch, 10. März, live dabei. Aufgrund des erneuten Lockdowns in Neuseeland musste der Start der Best of 13-Serie vom 6. März auf voraussichtlich 10. März verschoben werden.

ServusTV zeigt die Wettfahrten live ab 4:00 Uhr früh im FreeTV sowie im Livestream. Außerdem werden die Highlights am Vormittag wiederholt.

America's Cup: Mit bis zu 100 km/h übers Wasser

Der Modus beim America's Cup ist schnell erklärt: Jenes Boot, das als erstes sieben Wettfahrten gewinnt, darf die älteste Trophäe im Sport, "The Auld Mug", in die Höhe stemmen. 22,7 Meter lang, 6,5 Tonnen schwer, 26,5 Meter hoch - und bis zu 100 km/h schnell werden die Boote über das Wasser segeln.

Damit auch Segel-Neulinge mit dem Segel-Latein der Fachleute mithalten können, erklärt ServusTV vorab die wichtigsten Begriffe und Wissenswertes rund um die berühmte sowie älteste Regatta der Welt:

1. America's Cup: Der Name ist nicht Programm

1851 gewann die Yacht America des New York Yacht Club den erstmals ausgetragenen One Hundred Sovereigns Cup auf der Isle of Wight und wurde damit Namensgeberin des America’s Cup. Mit den Austragungsorten der Regatta hat der Name daher nichts gemein. Das Segelrevier wird jeweils vom Gewinner des zuletzt ausgetragenen America’s Cup bestimmt.

2. Die Mannschaft – nur mit vereinten Kräften zum Erfolg

Während der Rennen gibt es klare Aufgaben für die elfköpfige Besatzung. Neben dem Skipper, der das Steuer übernimmt, bedienen weitere Crew-Mitglieder die Segel. Die restlichen Mitglieder erzeugen durch Kurbeln Energie für die hydraulischen Systeme am Boot. Die Mannschaft von Emirates Team New Zealand wird von Skipper und Olympiasieger Peter Burling angeführt, der sein Team 2017 zum Sieg führte.

3. Der Vorstart: Durch Taktik zur besten Ausgangsposition

Das Rennen eines Matches beim America’s Cup beginnt schon vor der Startlinie. 130 Sekunden und 120 Sekunden vor Beginn tauchen die Gegner in den Startbereich ein und versuchen, sich die beste Position für das Rennen zu erarbeiten. Ziel ist es, nach Ablauf der drei Minuten auf die Sekunde genau die Startlinie zu überqueren und das auf der womöglich günstigsten Seite. Ein Großteil der Rennen entscheidet sich bereits in dieser Phase. Ein Frühstart zieht eine Strafe nach sich. Der Kurs befindet sich übrigens nie an der exakt gleichen Position. Die Startlinie wird jeweils so ausgerichtet, dass sie im rechten Winkel zum Wind verläuft.

4. Knoten für Knoten zum Top-Speed

Ist die Startlinie überquert, geht es mit Vollspeed auf den ersten Wendepunkt zu. Die Geschwindigkeit beim Segeln wird in Knoten angegeben. Ein Knoten entspricht etwa 1,8 Kilometern pro Stunde. Im America’s Cup liegen die Geschwindigkeiten in der Spitze bei 50 Knoten, also fast 100 Stundenkilometern.

5. Die Foils verleihen Flügel

Dazu tragen vor allem die Foils bei, über die die Boote der beim America’s Cup antretenden Teams verfügen. Tragflügel unter der Wasseroberfläche, die dafür sorgen, dass die Segelboote über das Wasser „fliegen“ können. Aufgrund einer Wölbung des Tragflügels nach oben strömt das Wasser über den Flügel schneller als darunter. Dadurch entsteht ein Sog nach oben. Dieser Auftrieb hebt das Boot beim Segeln an und aus dem Wasser, ähnlich dem Prinzip des Flugzeugflügels in der Luft. Das foilende Boot muss dann viel weniger Wasser verdrängen und kann deshalb aufgrund des geringeren Wasserwiderstands schneller übers Wasser gleiten. Bei der Anstellung der Foils ist aber Millimeterarbeit gefragt: Werden die Tragflügel zum Beispiel zu steil angestellt, springt das Boot aus dem Wasser. Das kann zu Unfällen führen und kostet wichtige Zeit – wie es dem britischen Team im Prada-Cup-Finale passierte.

6. America's Cup: Sprint auf dem Wasser

Entsprechend der hohen Geschwindigkeit dauert ein 18,5 Seemeilen langes Rennen im America’s Cup nur etwa 25 bis 27 Minuten.

7. Der Weg zum Sieg: Manöver

Den Einsatz einer Besatzung zum Führen eines Boots nennt der Segler manövrieren. Manöver setzen die Teams ein, wenn sie sich gegenüber dem Gegner einen Vorteil verschaffen möchten. Dazu zählt zum Beispiel der sogenannte „Hook“, bei dem sich ein Boot kurz abfallen lässt, um seinen Bug auf die vom Wind abgewandte Seite des Gegners zu bringen und so überholen zu können. Ein solch spektakuläres Manöver gelang Neuseelands Skipper Peter Burling 2017 im Duell mit dem US-amerikanischen Team. Burling setzte sein Boot nah neben das der US-Amerikaner und ging durch eine bessere Linie und höhere Geschwindigkeit mit etwa 20 Sekunden Vorsprung in das Rennen.

8. America's Cup: Die entscheidende Wende

Während eines Rennens beim America’s Cup umfahren die Teams insgesamt zwei Wendepunkte. Dabei manövrieren sie mittels Halsen oder Wenden. Wer sein Boot mit dem Heck durch den Wind dreht, sodass die Segel dabei die Seite wechseln, führt eine Halse durch. Dreht man den Bug durch den Wind, heißt das Manöver „Wende“.

9. Vorfahrtsregeln zur See: Lee und Luv

Wer im Rennen Vorfahrt hat, entscheidet das Wegerecht: Es gilt Lee vor Luv, also hat ein Boot mit Segel im Lee Vorfahrt vor einem Boot mit Segel im Luv. Die Bootsseite, die vom Wind abgewandt ist, wird Lee genannt. Luv hingegen ist die dem Wind zugeneigte Seite.

10. Dem Führenden den Wind aus den Segeln nehmen

Segelt ein Boot mit Wind genau von achtern, also im Winkel von 180 Grad, fährt es im Vorwindkurs. Beim America’s Cup ermöglicht dieser Kurs einem zurückliegenden Boot, dem führenden den „Wind zu stehlen“ und es zu überholen.

11. Alles rund um das Boot

Das Segler-Latein kennt dutzende Begriffe für Seile und andere Teile des Bootes: Der Ruderschaft eines Segelboots wird zum Beispiel mit einer Pinne, einem horizontalen Hebel, gedreht. Die untere Seite eines Segels wird auch als Unterliek bezeichnet und der Spiegel ist das senkrechte Heck eines Bootes.

12. Wellenbrecher segeln schneller

Wenn der Bug durch eine Welle sticht, nennt man das Wave-Piercing. Der Vorteil: Der Rumpf wird kaum oder nicht angehoben und das Boot verliert nicht an Fahrt. Solange die Boote im America’s Cup nicht „fliegen“, sollten sie diesen Vorteil nutzen, um nicht zurückzufallen.

13. America's Cup: Ziel in Sicht

Das erste Boot, das nach drei Runden um den fast 35 Kilometer langen Regatta-Kurs als erstes die Ziellinie überquert, gewinnt schließlich das Rennen. Den Gesamtsieg des 36. America’s Cup holt sich das Team, das insgesamt sieben Rennen für sich entscheiden kann.