Andrea Dovizioso: „Habe noch immer dieses Feuer in mir“

24. Nov. 2020

Foto: ServusTV / Leo Neumayr

Eine große MotoGP-Karriere geht - vorerst - zu Ende: Im Sport-Talk verrät Ex-Ducati-Star Andrea Dovizioso, was er während und vor allem nach seiner Auszeit plant.

Der dreimalige Vize-Weltmeister Andrea Dovizioso hofft, nach seinem Sabbatical in die MotoGP zurückkehren zu können. Motorsport-Direktor Pit Beirer will KTM in der Spitze der Motorrad-Königsklasse etablieren. Und Tennis-Experte Alex Antonitsch sieht Dominic Thiem noch lange nicht am Zenit angekommen. Das waren die Highlights im aktuellen Sport und Talk aus dem Hangar-7 - hier noch einmal die besten Aussagen aus der Sendung:

THEMA MOTOGP:

"Eine Saison so abzuschließen, ist natürlich gewaltig. Man weiß, wieviel Herzblut wir in das Projekt gesteckt haben. Wir sind oft ins Risiko gegangen, um die ersten Siege einzufahren und überhaupt in dieser Liga konkurrenzfähig zu sein. Das war wirklich emotional für uns."
(Pit Beirer ist mit der Saison 2020 hochzufrieden)

"Momentan lautet mein Plan, mehr Motocross im Winter zu fahren. Das ist meine große Leidenschaft. Und ich möchte auch bei Amateur-Rennen starten. Darauf freue ich mich."
(Andrea Dovizioso wird auch in seiner Auszeit Motorrad fahren)

"Du musst von heute auf morgen da sein, Dich auf den Tag X vorbereiten – Du weißt aber nicht, wann der Tag kommt. Und dann musst Du für Dich herausfinden, wieviel Feuer noch in Dir drinnen ist und um welchen Preis Du wieder zurückkommen willst."
(Alex Hofmann über den permanenten Standby-Modus, in den sich Andrea Dovizioso begibt)

"Acht Monate saß ich nicht auf dem MotoGP-Bike. Und dann kommst Du direkt zum Grand Prix. Das ist natürlich ein hartes Programm, aber was willst Du machen? Ich hatte keine andere Option - und wenn sich die Möglichkeit ergibt, dann nimmst Du sie."
(Stefan Bradl ersetzte 2020 den verletzten Marc Marquez bei Repsol Honda)



"Für den Zuschauer war es spannend. Aber als Fahrer denkst Du: Was ist denn da los? Beim letzten Rennen hast Du Dich noch super gefühlt, und beim nächsten auf derselben Strecke kommst Du nicht mehr zurecht. Das hat keiner so richtig verstanden."
(Stefan Bradl über die Inkonstanz aller Fahrer in dieser Saison)

"Ich bin enttäuscht, weil jeder eine hart umkämpfte Saison erwartet hat. Die Unterschiede kamen durch die Reifen. Das hat zu viel Unsicherheit geführt. Ich konnte nicht so fahren, wie ich wollte und das Potenzial des Bikes herausholen. Ich hatte nicht das richtige Gefühl, um konstant fahren zu können."
(Andrea Dovizioso über die verpasste WM-Chance nach dem Saison-Ausfall von Marc Marquez)

"Marc war dabei, hat alles gegeben, hat es übertrieben, ist gestürzt. Und alle anderen haben jetzt gelernt, nach den Sternen zu greifen. Deshalb wird vor allem das nächste Jahr spannend. Den WM-Titel kann Joan Mir aber keiner mehr nehmen."
(Alex Hofmann hält die Saison 2020 trotz Marquez-Ausfall für eine vollwertige WM)

"Ich habe noch immer dieses Feuer in mir. Ich habe ja auch gezeigt, dass ich in Rennen stark sein kann. Und wenn ich ein gutes Gesamtpaket finde, möchte ich zurückkommen. Aber es ist in der MotoGP sehr hart. Das Niveau ist hoch, die Jugend drängt nach. Es wird nicht einfach, ist aber nicht unmöglich."
(Andrea Dovizioso hofft auf ein MotoGP-Comeback 2022)

"Ich fühle mich eingesperrt. Vor allem, wenn Du Dir am Motorrad schwer tust und dann die Ergebnisse nicht kommen. Im Honda-Werksteam wird ja auch einiges von Dir erwartet. Du hast eines der besten Bikes auf dem Planeten und es heißt, nutze es."
(Stefan Bradl über den Druck nach dem Einspringen für Marc Marquez)

"Wir haben dieses Jahr drei Grands Prix gewonnen. Das hätten uns viele Leute nicht zugetraut. Es wäre trotzdem vermessen, jetzt vom WM-Titel zu reden. Wir befinden uns auf sehr dünnem Eis, haben aber etwas aufgebaut und wollen permanent an der Spitze dabei sein."
(Pit Beirer will sich mit KTM dauerhaft vorne festsetzen)

THEMA TENNIS:

"Alle haben Respekt vor ihm, sodass sie teilweise Fehler machen, weil sie nicht unter die Räder kommen wollen. Sie wissen, dass er bei wichtigen Punkten sein bestes Tennis spielt."
(Alex Antonitsch über das Standing von Dominic Thiem bei anderen Top-Spielern)

"Dominic ist einen Schritt vor den Anderen. Er ist auch ein paar Jahre älter und hat schon einen Grand-Slam-Titel gefeiert. Es ist ein Unterschied, ob ich in einem ATP-Final bin oder ein Grand-Slam-Turnier gewinne, wo Best-of-Five gespielt wird."
(Alex Antonitsch über die Verfolger der "Big Three")

"Die beste Zeit von Dominic kommt erst. Mit seinem Team um Alex Stober, Mike Reinprecht und Nico Massu hat er noch einmal zugelegt. Er ist nicht mehr ausrechenbar."
(Alex Antonitsch sieht Dominic Thiem noch nicht am Zenit)

"Man sieht, wie gerne er das macht. Er ist 39, hat vieles erreicht und schafft trotzdem noch einmal dieses Ziel. So wie er gespielt hat, tut es ihm fast noch Leid, dass er jetzt aufhört."
(Alex Antonitsch über Routinier Jürgen Melzer)