Servus Hockey Night

Beinahe Gretzky-Rekord gebrochen: Ist Draisaitl egal

1. Feb. 2021

Foto: (C) Twitter/Edmonton Oilers

Sechs Assists in einem Spiel. Das gelang noch nicht vielen Spielern in der NHL. Jetzt gerade Leon Draisaitl und natürlich Wayne Gretzky.

Nach seiner erneuten Gala präsentierte sich Leon Draisaitl auch neben dem Eis als Teamplayer. „Sechs Scorerpunkte sind schön, super, freut mich - keine Frage. Aber im Endeffekt sind die zwei Punkte viel wichtiger", sagte der Eishockey-Superstar ohne den kleinsten Anflug persönlicher Eitelkeit. 

Dabei wandelte Deutschlands Sportler des Jahres mit sechs Assists beim 8:5-Sieg der Edmonton Oilers gegen die Ottawa Senators mal wieder auf den Spuren von NHL-Legende Wayne Gretzky. Lediglich "The Great One" und Billy Taylor Sr. waren in der langen NHL-Geschichte mit sieben Vorlagen in einem Spiel noch erfolgreicher als Draisaitl. Gretzky gelangen "Sieben auf einen Streich" gleich dreimal, zuletzt 1986 - ebenfalls für die Oilers.

Draisaitl will nur eines gewinnen: Stanley Cup

Der Rekord sei ihm „nicht bewusst" gewesen, sagte Draisaitl danach achselzuckend: „Das ist nichts, für das ich viel Aufmerksamkeit verschwende." Nach all den Ehrungen der Vorsaison unter anderem zum Topscorer und MVP ist Draisaitls Bedarf an persönlichen Auszeichnungen gedeckt. Der 25-Jährige will nur noch eines gewinnen: den Stanley Cup.

Doch für den großen Coup müssen sich die Oilers strecken, nach einem Saisonstart "mit Höhen und Tiefen" (Draisaitl) ist in der sehr schweren Kanada-Division selbst die Play-off-Qualifikation eine enorme Hürde. Daher sei der zweite Sieg in Folge von "riesiger" Bedeutung, der berühmte "Ketchup"-Effekt könne nun eintreten, hofft Draisaitl.

Auf der NHL-Internetseite wurde der gebürtige Kölner als "menschlicher Apfelbaum" bezeichnet. An Draisaitls "Früchten" bediente sich auch Dominik Kahun, der nach einem Bully-Gewinn seines Teamkollegen bereits nach acht Sekunden das 1:0 für Edmonton erzielte. Auf der Gegenseite erzielte Jungstar Tim Stützle sein zweites Saisontor für Ottawa zum 4:8. Drei deutsche NHL-Profis in einem Spiel, „das ist super", so Draisaitl, „es hat Spaß gemacht." Er freue sich, „wenn mehr und mehr Deutsche in die NHL kommen".

Geduld für Stützle

Von Ausnahmetalent Stützle (19) wird allgemein erwartet, dass er irgendwann in Draisaitls Fußstapfen tritt. Beide waren in ihren NHL-Draws jeweils an Nummer drei gezogen worden. „Man sieht, dass er sehr talentiert ist", sagte Draisaitl, „aber es ist schwierig, mit 18, 19 Jahren in die Liga reinzukommen und sofort produktiv zu spielen. Das ist die beste Liga der Welt."

In der musste sich auch Draisaitl erst zurechtfinden, ihm half damals ein Rückschritt in die Juniorenliga. Und auch heute noch will er sich verbessern. In diesem Jahr legt Draisaitl auf sein Defensivverhalten viel mehr Wert. „Es geht darum, dort die kleinen Dinge richtig zu machen", sagte er: „Und ich denke, ich werde besser darin."

Auf seinen Instinkt, die Scheibe zur richtigen Zeit im richtigen Tempo dem Mitspieler aufzulegen, kann sich der Top-Vorbereiter der Liga immer verlassen - auch wenn sechs Assists selbst für ihn etwas Neues sind. "In manchen Nächten läuft es für dich, in manchen nicht", sagte Draisaitl lapidar. (SID/Red)

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