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Dominic Thiem: „Es ist bitter, weil ich richtig bereit war“

23. Nov. 2020

Foto: GEPA pictures/ ATP Tour/ Ella Ling

Dominic Thiem verpasst bei den ATP Finals den Triumph in London. Er verliert das Finale gegen den Russen Daniil Medvedev in drei Sätzen.

Auch in seinem zweiten Endspiel bei den prestigeträchtigen ATP Finals in London hat es für Dominic Thiem mit dem Triumph nicht geklappt. Der diesjährige US-Open-Sieger verpasste seinen zweiten ganz großen Titel am Sonntag gegen einen starken Daniil Medvedev. Der Russe besiegte Thiem nach 2:42 Stunden mit 4:6, 7:6 (2), 6:4. Thiem und er selbst hatten im Turnierverlauf die Nummern 1 und 2 der Welt, Novak Djokovic und Rafael Nadal, bezwungen, Medvedev nun auch noch die Nummer 3.

Dominic Thiem nimmt 800 ATP-Zähler und 861.000 US-Dollar brutto aus London mit. Er beendet damit seine Saison wie im Vorjahr mit einem großartigen London-Auftritt, aber eben doch mit einer erneuten Final-Niederlage. Der erhoffte erste Masters-Sieg eines Österreichers überhaupt musste damit vertagt werden. Thiem hält nun bei 17 Turniersiegen und 11 Finali auf der Tour. Die Saison 2021 soll mit dem ATP Cup in Australien beginnen, allerdings gibt es wegen der Coronavirus-Pandemie noch Fragezeichen.

Enttäuschung und Stolz

"Natürlich bin ich enttäuscht, aber zur gleichen Zeit bin ich auch stolz auf die Vorstellungen in der ganzen Woche", resümierte Dominic Thiem bei der Siegerehrung. "Daniil hat es wirklich verdient, ein tolles Match. Gratuliere - du hattest einen tollen Monat November mit den Titeln in Paris-Bercy und hier. Ich hoffe, dass wir viele weitere Duelle vor uns haben. Es war mir eine Freude heute, auch wenn ich verloren habe", sagte der 27-jährige Niederösterreicher zu dem drei Jahre jüngeren Russen.

Dominic Thiem bedankte sich bei seinem Team mit Coach Nicolas Massu, Physio Alex Stober und Manager Herwig Straka, das "ohne Fans sogar noch wichtiger ist". "Wir hatten ein unglaubliches Jahr, ihr habt in all den 'Bubbles' gut auf mich aufgepasst."

Medvedev streut Dominic Thiem Rosen

Medvedev, der im Vorjahr bei seinem Finals-Debüt noch mit drei Niederlagen gleich ausgeschieden war, ist nun sogar ungeschlagener Champion. Er erhält dafür 1.500 Punkte sowie 1,56 Mio. Dollar. "Was für ein Match, es war einer meiner schönsten Siege", freute sich der coole Medvedev, der noch vor der Siegerehrung auf der Spielerbank mit dem Handy Nachrichten geschrieben hat. "Ich gratuliere dir, Domi für all die Dinge, die du jetzt schon erreicht hast. Dein Name ist schon jetzt in den Geschichtsbüchern des Tennis", streute Medvedev dem Österreicher Rosen.

Thiem: "War wieder ein unglaubliches Turnier"

Enttäuscht, aber auch mit einer gewissen Zuversicht hat Dominic Thiem am Sonntagabend nach seiner Final-Niederlage in London auf das Match zurückgeblickt. "Generell war es ein guter Match-Plan, das Match war die ganze Zeit am Limit. Ich habe sogar eine Riesenchance gehabt, Satz und Break in Führung zu gehen", erinnerte sich Thiem. Dann sei Medvedev im dritten Satz mit dessen aus Thiem-Sicht besten Game das Break zum 3:2 geglückt.

"Ich bin auch entspannt, weil es wieder ein unglaubliches Turnier war und auch ein Superjahr und ich habe absolut alles gegeben und kann mir nicht wirklich viel vorwerfen", meinte der Weltranglisten-Dritte.

Dennoch war Dominic Thiem natürlich auch enttäuscht. "Es ist bitter, weil ich heute richtig bereit war. Ich war topmotiviert, habe gut gespielt und habe mich körperlich gut gefühlt. Aber so ist das in großen Finali gegen große Spieler manchmal, das selbst eine richtig gute Leistung nicht reicht, weil der andere besser ist." Er habe aber bis zum Ende gefightet.

Dominic Thiem: Aus der Bubble in den Lockdown in der Heimat

Nun heißt es, raus aus der "Bubble" und zurück in die vom Lockdown geprägte Heimat. Wo Dominic Thiem nun den wohlverdienten Urlaub macht, weiß er noch nicht. "Ich wollte nach Island und Schweden fliegen, aber das ist nicht mehr möglich", erzählte Thiem. Zudem müsse man abwarten, wie es mit Australien ausschaut. Aktuell darf der Tennis-Tross nicht vor dem 1. Jänner 2021 nach Australien einreisen. (APA/red.)