Servus Hockey Night

Erfolg mit System: Warum Finnland einen Typen wie Kakko hat

29. Mai 2019

BRATISLAVA,SLOVAKIA,26.MAY.19 – ICE HOCKEY – IIHF World Championships, CHL, Champions Hockey League, final, Canada vs Finland. Image shows the rejoicing of Kaapo Kakko (FIN). keywords: trophy. Photo: GEPA pictures/ Bildbyran/ Joel Marklund – ATTENTION – COPYRIGHT FOR AUSTRIAN CLIENTS ONLY

Mit Finnlands WM-Triumph war auf den ersten Blick nicht zu rechnen. Auf den zweiten Blick schon eher, denn: Im hohen Norden überlässt Mann nichts dem Zufall.

Finnlands ehemaliger Star Teemu Selänne schrieb auf Twitter: "Ich bin so stolz auf diese Jungs. Unser Land wird das noch lange, lange feiern."

WM-Titel mit "nur" zwei jungen NHL-Spielern

Ein überragender Torhüter Kevin Lankinen und Kapitän Marko Anttila mit einem Doppelpack führten die Finnen zu einem Triumph, der vor der WM unmöglich schien. Denn während Russland mit einer Auswahl an Superstars und Titelverteidiger Schweden, Kanada und die USA mit hochkarätigen NHL-Auswahlen angereist waren, hatte Finnlands Teamchef Jukka Jalonen nur zwei junge NHL-Spieler zur Verfügung.

"Die unbekannten Finnen", war der Titel der Vorschau auf der Homepage des internationalen Verbandes IIHF. Doch die "Leijonat" (Löwen), wie das Team genannt wird, kämpften in der K.o.-Runde zunächst Schweden (5:4 n.V.), dann Russland (1:0) und schließlich Kanada nieder.

Typen wie Kakko: Das Treffen im Jahr 2009 war die Basis

Auf den zweiten Blick ist der Erfolg der Finnen weniger erstaunlich. Sie verfügen über ein großes Arsenal an Talenten, seit 2014 wurden sie dreimal U20- und zweimal U18-Weltmeister. Mit Kaapo Kakko machte einer aus der jungen Garde auch in der Slowakei Schlagzeilen. Der 18-jährige war mit sechs Treffern bester Torschütze seines Teams und ist nun der jüngste Spieler, der sowohl bei U18, U20 und bei den Senioren WM-Gold geholt hat.

Die Basis des Erfolgs wurde im Jahr 2009 gelegt, als der finnische Verband (FIHA) ein Gipfeltreffen mit der gesamten Eishockey-Kompetenz des Landes einberief und die Nachwuchsförderung überarbeitete. So wurden mit dem finanziellen Gewinn der Heim-WM 2012 25 "Skills"-Trainer eingestellt, die mit Spielern zwischen 10 und 14 Jahren zusammenarbeiten. Zwar bezahlen die Vereine die Gehälter, sie erhalten aber vom Verband eine jährliche Unterstützung von etwa 30.000 Euro.

"Das Treffen im Jahr 2009 und die spezifischen Trainer sind die Hauptgründe, warum Finnland Spieler wie Laine, Aho, Puljujärvi und viele andere aufstrebende Stars hervorbringt", sagt Teamchef Jalonen, der schon beim WM-Titel 2011 an der Bande stand. (APA/RED)