Formel 1: Zum Erfolg verdammt – Red Bull muss für Verstappen liefern

24. März 2021

Foto: GEPA Pictures / XPB Images / Charniaux

Gelingt Red-Bull-Star Max Verstappen in diesem Jahr der ganz große Wurf? In der neuen Formel-1-Saison will der 23-Jährige endlich um den WM-Titel mitfahren.

"Wunderkind" Max Verstappen kann seine angestammte Formel-1-Familie Red Bull nach dieser Saison (LIVE bei ServusTV Österreich und im Stream) vorzeitig verlassen. "Ja, es gibt eine Performance-Klausel", bestätigte Red-Bull-Berater Helmut Marko vor Wochen, dass ihm der Austro-Rennstall ein siegfähiges Auto hinstellen muss. Der Niederländer ist zwar erst 23, will nach sechs Jahren Im-Kreis-Fahren aber endlich die großen Erfolge.

Nach jeweils sechs Jahren in der Formel 1 war Sebastian Vettel schon dreimal Weltmeister. Michael Schumacher, Nelson Piquet und Fernando Alonso waren das je zweimal. Und Niki Lauda, Ayrton Senna, Alain Prost sowie Lewis Hamilton einmal. Freilich ist keiner dieser Granden schon als 17-Jähriger in die Formel 1 eingestiegen. Dennoch kämpfte Verstappen bis dato gewissermaßen mit stumpfen Waffen. Der WM-Titel war nie greifbar. Im Schatten der Mercedes-Überlegenheit und angesichts der starken Ferrari-Konkurrenz in vielen Jahren räumte er aber immerhin zehn Tagessiege und drei Pole Positions ab.

Verstappen neben Hamilton größtes Talent

Verstappen gilt neben Rekord-Weltmeister Hamilton als das größte fahrerische Talent im Feld. Dieses wollen er und seine Familie um Vater Jos, der selbst in der Formel 1 fuhr, aber nicht ohne reelle WM-Chance bei Red Bull parken. In diesem Sinne drängte das Verstappen-Lager im Vorjahr bei der Unterzeichnung seines neuen, noch bis Ende 2023 laufenden Vertrags auf eine Klausel. Diese zielt nicht explizit auf eine WM-Platzierung oder eine bestimmte Anzahl von Rennsiegen ab, sondern allgemeiner auf das Potenzial des Autos.

"Ich möchte nicht ins Detail gehen. Aber sie besagt mehr oder weniger, dass Max aus eigener Kraft um Rennsiege und die WM mitfahren kann. Kann er das, verlängert sich sein Vertrag. Wenn nicht, wäre er frei", erklärte dazu unlängst der promovierte Jurist Marko. Laut Medienberichten geht es dabei um durchschnittlich drei Zehntelsekunden pro Runde, die Verstappens Red Bull nicht auf das jeweils beste Auto verlieren darf.

Jüngste Red-Bull-Auftritte machen Hoffnung

In der Vorsaison siegte Verstappen in Silverstone und Abu Dhabi und wurde hinter dem Mercedes-Duo Hamilton und Valtteri Bottas wieder Dritter in der Fahrer-Wertung. Die kolportierte Klausel-Bedingung hätte Red Bull aber nicht geschafft, weil sein Rückstand zu Mercedes auf einer schnellen Runde im Schnitt etwa eine halbe Sekunde betrug. "Ich muss mich einfach auf meine persönlichen Leistungen konzentrieren. Und ich denke, die waren wieder eine Verbesserung zu den Jahren davor", sagte Verstappen. Wohl wissend, dass es auch dieses Jahr wieder eine Steigerung brauchen wird. "Jetzt müssen ich und das Team abliefern. Dann können wir versuchen, ernsthaft um den Titel zu kämpfen."

Die vielversprechenden Auftritte bei den Vorsaison-Tests in Bahrain vor knapp zwei Wochen machen Hoffnung, auch wenn sich Verstappen danach wie gewohnt vorsichtig gab. "Wir sind nur bei heißen Bedingungen gefahren, und jede Strecke bringt andere Herausforderungen. Aber ich habe ein gutes Gefühl für das Auto", meinte er. Mercedes sei noch immer zu favorisieren, ergänzte der Niederländer. "Ich bin sicher, Mercedes will die Leute glauben lassen, wir seien die Favoriten, um uns Druck zu machen. Aber wir sind nur auf uns fokussiert." (APA/red.)

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