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Fußball: Aus gegen Villarreal – wieder „Euro-Frust“ für Salzburg

26. Feb. 2021

Foto: GEPA Pictures / Jasmin Walter

Es hat wieder nicht gereicht für Red Bull Salzburg: Gegen Villarreal ist für die u0022Bullenu0022 erneut im EL-Sechzehntelfinale Endstation - für Trainer Jesse Marsch u0022eine große Enttäuschungu0022.

Es war eine Leistungssteigerung. Dennoch: Wie im Vorjahr musste Red Bull Salzburg nach dem 1:2 am Donnerstagabend in Villarreal die Gründe für sein Scheitern in der ersten K.o.-Runde der Europa League analysieren. Am Ende wog die 0:2-Hypothek aus dem Heimspiel zu schwer. Zudem ist es den Salzburgern in 18 Europacup-Partien unter Trainer Jesse Marsch noch nicht gelungen, auch nur einmal zu Null zu spielen. Als Saison-Ziel verbleibt nun die Verteidigung des heimischen Doubles.

Im Februar 2020 waren die Bullen nach einem 1:4 im Hinspiel im Sechzehntelfinale an Eintracht Frankfurt gescheitert. "Sicher habe ich Frustration", erklärte Marsch nach dem neuerlichen Aus. "In beiden Jahren haben wir wichtige Spiele verloren. Wir waren immer hinten mit einer großen Aufgabe für das zweite Spiel." Auch jene in Spanien war am Ende zu groß. Marsch: "Es ist eine große Enttäuschung für mich persönlich, und für uns als Verein und Mannschaft."

Aufgabe für Salzburg am Ende zu groß

Vorrangig bedauerte der US-Amerikaner, dass sein Team im Hinspiel nicht die bestmögliche Leistung gezeigt hatte, obwohl es in der Liga seit dem Jahreswechsel alle Spiele gewonnen hat. "Auf dem Niveau ist es leider zu wenig, wenn Du in zwei Partien nur eine gute drin hast", erkannte Routinier Zlatko Junuzovic. Man könne auf diesem Level mithalten. "Die Leistung war top, aber leider nicht über zwei Spiele."

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Schon in Salzburg schienen die kurz zuvor wegen Dopings für drei Monate gesperrten Stammkräfte Sekou Koita und Mohamed Camara mehr gefehlt zu haben, als sich die Bullen eingestanden hatten. "Diese zwei Jungs zu verlieren war nicht einfach. Aber ich bin zufrieden mit unserer Mannschaft", betonte Marsch. Vor allem die Reaktion auf die Hinspiel-Pleite sei stark gewesen - mit einer 4:2-Gala im Liga-Schlager gegen Rapid und einer starken ersten Hälfte in Spanien.

Gegentore mussten die Salzburger aber erneut zwei hinnehmen. "Wir haben nicht viele Chancen kassiert. Aber wenn der Gegner vorne so viel Qualität hat, braucht er nur eine Chance", erklärte ihr Coach. "Auf diesem Niveau gegen eine Mannschaft mit Qualität und Erfahrung ist das vielleicht der Unterschied." Marsch hob vor allem den spanischen Team-Stürmer Gerard Moreno hervor. Der 28-Jährige hatte die Bullen mit seinem Doppelpack quasi im Alleingang erledigt.

Marsch sucht nicht nach Ausreden

Salzburg dagegen setzt konsequent auf seine jungen Talente. Marsch verwies darauf, dass die Mannschaft in jedem Transferfenster umgebaut werden müsse. "Wir haben in jedem Fenster einen neuen Aufbau. Es war viel Arbeit mit jungen Spielern. Ich glaube aber, dass wir es sehr gut gemacht haben mit ihnen", meinte der 47-Jährige. "Es war vielleicht nicht das richtige Ergebnis im richtigen Moment. Aber die Jungs haben viel gelernt, sie sind viel besser. Und das ist immer unser Ziel."

Nach dem Abgang von Dominik Szoboszlai zu RB Leipzig hatten die Salzburger im Winter unter anderen den Brasilianer Bernardo zurückgeholt. Er hätte gedacht, der Defensiv-Allrounder sei mit seiner Erfahrung speziell für die Europa League "der perfekte Transfer", erläuterte Marsch. Der 25-Jährige verletzte sich aber schon im zweiten Liga-Spiel am Knie. "Das sind aber keine Ausreden", betonte Marsch. "Zum Schluss war es nicht gut genug insgesamt."

EL: "Bullen" auswärts oft zu anfällig

Bereits zum sechsten Mal in Folge verloren die Salzburger eine Auswärts-Partie in der K.o.-Phase der Europa League. "Der Charakter unserer Gruppe ist wichtig", sagte Marsch. "Wir haben nicht viel Zeit, um enttäuscht zu sein und nachzudenken. Wir müssen uns auf die nächste Aufgabe fokussieren." Die heißt am Sonntag in Klagenfurt Sturm Graz. Drei Tage später spielt der Serien-Meister ebendort erneut gegen Sturm um den Einzug ins Cup-Finale.

Marsch ist bis Sommer 2022 an die Salzburger gebunden. Nach dem internationalen Aus will er zumindest national das Plansoll erfüllen. "Wir müssen weiter arbeiten mit starkem Gefühl und starken Leistungen", forderte der US-Amerikaner. "Und wir müssen positiv bleiben. Wir haben am Sonntag ein wichtiges Spiel und am Mittwoch ein Halbfinale. Wir fliegen zurück nach Österreich und kämpfen in unserer Liga und im Cup-Wettbewerb." (APA/red.)