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Fußball: Canadi als Pastoor-Nachfolger beim SCR Altach

24. Feb. 2021

Foto: GEPA Pictures / Oliver Lerch

Einen Tag nach dem Rauswurf von Alex Pastoor steht dessen Nachfolger in Altach fest: Damir Canadi soll u0022das Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser lotsenu0022, hofft Geschäftsführer Längle.

Rückkehrer Damir Canadi soll den SCR Altach aus der sportlichen Talsohle führen. Der gebürtige Wiener wurde beim aktuellen Bundesliga-Schlusslicht am Mittwoch als Nachfolger des am Vortag freigestellten Alex Pastoor präsentiert. Canadi war bereits von Jänner 2013 bis November 2016 Trainer der Altacher, ehe er zu Rapid wechselte. Bis vor kurzem betreute der 50-Jährige den griechischen Erstligisten Atromitos Athen.

Canadi leitete am Mittwochnachmittag seine erste Trainings-Einheit in Altach seit etwas mehr als vier Jahren. Geschäftsführer Christoph Längle pries den in Dornbirn wohnenden Coach als "erfolgreichsten Trainer der Altacher Vereinsgeschichte". Canadi sei mittlerweile eng mit der Region verbunden. Mit dem SCR gelang 2014 der Aufstieg in die Bundesliga, ein Jahr später schaffte es Altach als Dritter sogar in den Europacup. 154 Spiele als Chefcoach absolvierte Canadi bisher bei den Rheindörflern.

Canadis Mission lautet Klassenerhalt

Der Wahl-Vorarlberger bedankte sich beim Verein für das Vertrauen "in dieser schwierigen Situation". Das Ziel ist mit dem Klassenerhalt klar abgesteckt. "Es geht nicht darum, dass ich nach Hause komme, sondern dass wir in die Spur finden", sagte Canadi. Er sei extrem motiviert. "Es ist eine sehr spezielle Aufgabe, den Verein am letzten Tabellenplatz zu übernehmen und zu versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen."

Die Vergangenheit in Altach wollten Längle und Canadi dann aber nicht zu sehr bemühen. "Wir leben in der Gegenwart. Diese sagt, dass wir in einer schwierigen Situation sind", meinte Längle. Bei den Verhandlungen sei man sehr schnell zusammengekommen. Unter Canadi beginne "eine neue Zeitrechnung." Der neue Chefcoach führte die drei Säulen "leidenschaftlich handeln, mutige Entscheidungen treffen und erstklassig denken" an. Dann könne man das "kurzfristige Ziel", in der Liga zu bleiben, erreichen.

Altachs Sportdirektor Christian Möckel hoffte auf eine längere Zusammenarbeit "über den Sommer hinaus". Canadis Vertrag ist vorerst nur bis Saison-Ende angesetzt. Gelingt der Klassenerhalt, wird neu verhandelt. Gemeinsam mit Canadi wechselt auch der spanische Co-Trainer Manu Hervas nach Altach. Der 34-Jährige assistierte Canadi zuletzt bereits bei Atromitos, als Profi spielte er 2010 bis 2011 für die Admira.

Entlassener Pastoor: "Es ist nicht lustig"

Möckel führte auch an, dass Canadi in den letzten Jahren international Erfahrung gesammelt und Erfolge gefeiert habe. Nach dem nicht einmal ein halbes Jahr währenden Job bei Rapid ging der Wiener zu Atromitos. Mit dem Underdog aus Athen schaffte er einen internationalen Startplatz. Im Sommer 2019 wechselte Canadi dann zum 1. FC Nürnberg in die zweite deutsche Liga. Bei den Franken war aber nach nur 14 Spielen wieder Schluss. Sein zweites Engagement bei Atromitos seit vergangenem Sommer endete Anfang Februar erneut vorzeitig. "Ich versuche mich weiterzuentwickeln und all diese Dinge, die in den fünf Jahren waren, positiv zu verwerten", meinte Canadi dazu.

Die Kunde von der Freistellung von Pastoor kam nicht unerwartet, aber doch überraschend. Im "Ländle" war man davon ausgegangen, dass der Niederländer zumindest noch auswärts beim WAC an der Seitenlinie stehen wird. Altach holte aus den jüngsten sieben Runden nur einen Sieg. Beim 1:5 bei der Austria fiel die Mannschaft bei fünf Gegentoren in der zweiten Spielhälfte auseinander.

Pastoors Vertrag war ursprünglich noch bis zum Sommer 2022 gültig. Der Niederländer nahm die Entscheidung gefasst auf. "Es ist nicht lustig und wird es auch nicht. Aber so Dinge gehören zum Fußball", sagte er den "Vorarlberger Nachrichten". Er hoffe, "dass sie es schaffen, oben zu bleiben", wünschte er der Mannschaft alles Gute. Mit Pastoor musste auch sein Co-Trainer Martin Bernhard gehen. Der war einige Jahre Canadis Co-Trainer bei Altach und Rapid, ehe sich die Wege trennten. (APA/red.)