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Fußball: LASK will Tottenham schwierigen EL-Abend bereiten

3. Dez. 2020

Foto: GEPA Pictures / Manfred Binder

Ohne Trauner, Filipovic, Raguz und Balic: Der LASK geht ersatzgeschwächt ins "Endspiel" gegen Tottenham, dessen Star-Coach Mourinho dennoch vom "stärksten Gruppengegner" spricht.

Für den ersatzgeschwächten LASK türmt sich auf der Linzer Gugl eine schwer bezwingbare Hürde auf. Die Oberösterreicher bekommen es am Donnerstag in der 5. Runde der Europa-League mit dem Londoner Großclub Tottenham Hotspur zu tun. Gegen den aktuellen Tabellenführer der englischen Premier League brauchen die Linzer wohl sogar einen Sieg, um die Aufstiegschance zu wahren.

LASK-Trainer Dominik Thalhammer kündigte einen mutigen Zugang an. "Wir werden uns nicht vor Tottenham verneigen und in Ehrfurcht erstarren. Am Ende des Tages wäre ich sehr zufrieden, wenn Mourinho sehr unzufrieden wäre. Weil dann hätten wir ihnen einen schwierigen Abend bereitet."

Das gelang den Linzern beim 0:3 in London zwar nicht wirklich. Laut Tottenham-Coach Jose Mourinho hat das für Donnerstag aber keine Bedeutung mehr: "Wir haben sie im Heimspiel relativ einfach geschlagen. Aber dieses Spiel - ich kenne sie sehr gut - reflektiert nicht die Kräfteverhältnisse zwischen den zwei Teams." Nachsatz: "Ich bezeichne den LASK noch immer als unseren stärksten Gegner in der Gruppe."

Tottenham-Coach Mourinho adelt LASK

Mit der 0:2-Heimniederlage gegen Antwerpen in der Vorwoche hat das Pendel in der Gruppe J zu Ungunsten der Linzer ausgeschlagen. Antwerpen und Tottenham haben vor der vorletzten Partie ein Plus von drei Zählern auf den LASK (sechs Punkte). Bei Punktegleichheit mit den Belgiern würde der LASK aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs zurückgereiht. Zum Abschluss gastieren die Linzer noch beim bisher punktlosen bulgarischen Meister Ludogorez Rasgrad.

Mourinho verwies aus eigenem Antrieb auf das anstehende Match gegen den LASK, nachdem die britische Presse vor dem London-Derby gegen Arsenal vor allem Personalien wie das Fehlen von Torjäger Harry Kane im Mittwoch-Training interessiert hatte. Der englische Team-Stürmer dürfte den Flug nach Linz ebenso wie Carlos Vinicius, Erik Lamela, oder Toby Alderweireld nicht mitmachen. "Alle verletzt", lautete der knappe Kommentar des bekannten Taktikers Mourinho, der Kane immerhin Einsatz-Chancen für das Arsenal-Match einräumte.

Für Thalhammer ist all das einerlei. Er empfindet die Bezeichnung "B-Elf" in Bezug auf Tottenham als "respektlos", "weil Tottenham kein B-Team hat. Und es auch unsere Herangehensweise ein bisschen schmälert", meinte der Trainer. "Ich denke, dass meine Mannschaft eine herausragende Leistung braucht. Unabhängig davon, mit welchen Spielern Tottenham kommt."

Zumal auch seine Truppe weit davon entfernt ist, in Bestbesetzung antreten zu können. Abwehrfels Gernot Trauner fehlt mit einer Rotsperre wie ein potenzieller Ersatzmann, Petar Filipovic, nach einer Hüftblessur. Und auch Scoring-Punch ging verloren: Zu Langzeit-Ausfall Marko Raguz (Kreuzbandriss) gesellt sich nun Linksaußen Husein Balic. Er soll sich beim ÖFB-Länderspiel gegen Luxemburg am Knöchel verletzt haben, lief danach aber trotzdem noch in zwei LASK-Matches auf. Immerhin: Der zuletzt angeschlagene Andreas Gruber ist fit.

LASK ohne Trauner, Filipovic, Raguz und Balic

Vermeintliche Ergänzungsposten im Kader müssen in die Bresche springen, und vor den Augen von Star-Coach Mourinho ihren Wert beweisen. Wer etwa Trauner ersetzen soll, ließ Thalhammer offen. "Im Kopf habe ich eine Option, die ich nicht preisgeben will." Man wolle den Neo-ÖFB-Teamspieler, dessen Fehlen etwa im Spiel gegen Rapid ins Gewicht fiel, im Verbund ersetzen. "Es ist klar, wie gut und wichtig Gernot für uns ist", sagte James Holland. "Er ist ein überragender Spieler. Aber unser Star ist das Team."

Gemeinsam sollen die Linzer laut ihrem Trainer Tottenham möglichst wenig zur Entfaltung kommen lassen. "Wenn sie mit dem Ball am Fuß Druck gegen unsere Abwehr machen können, dann werden sie richtig gefährlich", betonte Thalhammer. Der Coach will seinerseits "so viel Druck wie möglich auf den Gegner ausüben".

Aussichtsreiche Situationen müssten besser als in London fertig gespielt werden - und vor allem schnell. "Es ist natürlich so: Wenn wir in der österreichischen Liga den Ball gewinnen, dann sind die Passfenster länger offen. Gegen Tottenham sind diese Fenster, wo wir hineinspielen können, nur ganz kurz offen", erklärte Thalhammer. Laut Holland hat der LASK nun keinen Druck mehr. "Wir haben nichts mehr zu verlieren. Mit diesem Mindset müssen wir auch morgen auftreten." (APA/red.)