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Fußball: Thomas Tuchel neuer Trainer beim FC Chelsea

27. Jan. 2021

Foto: GEPA Pictures / Panoramic / Gwendoline Le Goff

Was schon vermutet wurde, ist jetzt offiziell: Thomas Tuchel beerbt Frank Lampard beim FC Chelsea - der deutsche Ex-PSG-Coach soll die "Blues" wieder in die Erfolgsspur führen.

Thomas Tuchel ist am Dienstag offiziell zum neuen Trainer des englischen Top-Clubs FC Chelsea bestellt worden. Der Deutsche erhielt einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2021/22. Er tritt die Nachfolge von Club-Ikone Frank Lampard an, der tags zuvor bei den "Blues" entlassen wurde. Tuchel selbst musste erst zu Weihnachten seinen Posten bei Paris Saint-Germain räumen. Chelsea rangiert trotz Sommer-Investitionen von über 250 Millionen Euro in neue Spieler in der Premier League derzeit nur im Mittelfeld.

"Ich kann es kaum erwarten, meine neue Mannschaft kennenzulernen und in der aufregendsten Liga des Fußballs anzutreten", wurde Tuchel auf der Club-Homepage zitiert. "Wir alle haben den größten Respekt vor Frank Lampards Arbeit und dem Erbe, das er bei Chelsea geschaffen hat", betonte der Coach. Bereits für Dienstagabend war das erste Training angesetzt. Tuchels Debüt steht dann am Mittwoch gegen Wolverhampton an.

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Erwartungen an Tuchel bei Chelsea groß

Der 47-Jährige kommt mit großen Vorschusslorbeeren nach London. Britische Medien begrüßten die Verpflichtung des "verrückten Genies" ("Telegraph"), "Visionärs" (BBC), "hervorragenden Talent-Entwicklers und Fußball-Wissenschaftlers" ("The Athletic"). Doch an der Stamford Bridge zählen nur Erfolge. Die gab es zuletzt kaum - trotz einer Transfer-Offensive im Sommer. Nach nur einem Sieg aus den letzten acht Spielen ist der vermeintliche Titel-Anwärter in der Premier League ins Mittelfeld abgerutscht. Tuchel soll den Club von Milliardär Roman Abramowitsch im Eiltempo wieder in die Spitzengruppe führen. Mehr als die Qualifikation für die Champions League ist aber wohl nicht mehr drin.

Tuchels Vorgänger Lampard scheiterte u.a. deshalb, weil es ihm nicht gelang, die teuren deutschen Neuzugänge Timo Werner und Kai Havertz ins Team zu integrieren. Unterschiedliche Systeme, wechselnde Positionen - "Lamps" probierte und probierte, am Ende jedoch vergeblich.

In Paris hat Tuchel gezeigt, dass er aus teuren Individualisten - darunter Superstars wie Neymar und Kylian Mbappe - ein Spitzen-Team formen kann. Der britische "Guardian" nannte Tuchel "eine Art Anti-Lampard". Auf den "unterqualifizierten Promi" folge ein "bayerischer Über-Nerd, taktischer Modernist und detailbesessener Trainer", schrieb das Blatt.

Tuchel der Gegenentwurf zu Lampard

Lampard wurde vorgeworfen, er habe zu selten Anweisungen gegeben. Darüber dürfte bei Tuchel, der nichts dem Zufall überlässt, sicher niemand mehr klagen. Mit einigen Chelsea-Profis hat er bereits erfolgreich zusammengearbeitet. So gewann Tuchel mit dem damaligen Dortmund-Profi Christian Pulisic 2017 den DFB-Pokal. Und mit Thiago Silva als PSG-Kapitän wurde er unter anderem zweimal französischer Meister.

Tuchel wird schon seit Dortmund-Zeiten ein forscher Umgang mit den Spitzen-Funktionären seines jeweiligen Clubs nachgesagt. In Paris gab es Meinungsverschiedenheiten mit PSG-Sportdirektor Leonardo. In London muss er sich nun mit Abramowitsch und der mächtigen Sportdirektorin Marina Granowskaja gut verstehen. Dass es sich Lampard mit Granowskaja verscherzt hatte, soll am Ende den Ausschlag für den Trainer-Wechsel gegeben haben. (APA/red.)