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LASK: Diskussionen nach Sieg in Antwerpen

6. Nov. 2020

Foto: GEPA pictures/ Manfred Binder

Eine "außergewöhnliche Situation", die noch geklärt werden muss, heißt es vonseiten des LASK. Man stehe in Kontakt mit der UEFA.

Nach dem 1:0-Sieg des LASK in der Fußball-Europa-League bei Royal Antwerpen sind Diskussionen aufgekommen, weil der belgische Cup-Sieger in der zweiten Hälfte vier anstelle der nur drei erlaubten Wechsel-Unterbrechungen vorgenommen hat. Auf den TV-Bildern ist klar zu erkennen, dass in der 63. Minute bereits beide Spieler von Antwerpen an der Seitenlinie für einen Doppeltausch bereit gestanden waren, ehe offenbar Probleme mit der Anzeigetafel für eine Verzögerung sorgten.

Deshalb pfiff der Schiedsrichter wieder an, und der zweite Wechsel wurde dann erst eine halbe Minute später als vorgesehen vollzogen, nachdem das Match erneut unterbrochen war. Da die Gastgeber danach noch zwei Spieler eintauschten, gab es am Ende vier Wechsel-Unterbrechungen von belgischer Seite.

Der LASK sprach am Freitag auf APA-Anfrage von einer "außergewöhnlichen Situation", die noch geklärt werden müsse. Man stehe diesbezüglich in engem Kontakt mit der UEFA, wobei es sicherlich ein paar Tage dauern werde, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen "administrativen Fehler" gehandelt habe. Sollte dies der Fall sein, hätte Royal Antwerpen keine 0:3-Strafverifizierung wegen eines Regelverstoßes zu befürchten.

LASK stolz auf "reife Leistung" 

Mit einer abgeklärten Vorstellung bei Royal Antwerpen ist der LASK am Donnerstag der K.o.-Phase der Fußball-Europa-League einen Schritt nähergekommen. Auch wenn das 1:0 beim bisherigen belgischen Tabellenführer von Gruppe J keinen spielerischen Leckerbissen bot. Mann des Abends war Johannes Eggestein, der erst für den wohl schwerer verletzten Marko Raguz eingewechselt wurde und dann für das Goldtor sorgte (54.). Trainer Dominik Thalhammer bejubelte "eine reife Leistung."

"Solche Spiele muss man gewinnen, um in der Europa League die Chance auf das Weiterkommen zu haben. Das spricht für unsere aktuelle Reife", sagte auch Eggestein. Die Bremen-Leihgabe netzte nach einem Konter und Chip von Andreas Gruber überlegt ein und erhielt dafür viel Lob von Thalhammer. "Er hat es hervorragend gemacht, mit sehr viel Qualität und sehr viel Ruhe", sagte der Coach über den 22-Jährigen, der zuletzt schon beim 2:0-Erfolg über Sturm Graz seine Tor-Premiere für den LASK gefeiert hatte.

Die Freude Eggesteins war auch das Leid eines anderen. U21-Teamspieler Raguz verdrehte sich nach rund 40 Minuten ohne Fremdeinwirkung das Knie, an dem er schon Minuten zuvor behandelt werden hatte müssen. "Das ist extrem bitter für den Marko, er ist so ein wichtiger Spieler für uns", stellte Mittelfeldmotor Peter Michorl fest. Welche Verletzung genau der Oberösterreicher erlitten hat, wird wohl erst eine MRT-Untersuchung am Freitag zeigen - es droht ein Kreuzbandriss samt langer Pause. "Es hat schlimm ausgeschaut, er hat Schmerzen. Ich hoffe, dass es nicht das ist, nach was es ausschaut", erklärte Thalhammer dazu.

Zweiter Schock für LASK

Den zweiten - wenn auch möglicherweise nicht so nachhaltigen Schock - musste der LASK in der 68. Minute mit Gelb-Rot für Routinier James Holland verdauen. Selbst danach kam Antwerpen aber nicht zu Chancen - von einem vertanen Heber in der Nachspielzeit abgesehen. "Auch in den letzten 20 Minuten haben wir noch Druck auf den Ball ausgeübt und fast nichts mehr zugelassen", konstatierte Thalhammer zufrieden.

Schon davor hatte seine Mannschaft um Defensiv-Turm Gernot Trauner "alles wegverteidigt", wie Michorl anmerkte. Dabei agierte Royal, das in der Vorwoche mit einem 1:0 gegen Tottenham überrascht hatte und gegen den LASK mit Ausnahme des erwähnten Hebers keine einzige richtig gute Chance vorfand, durchaus unerwartet. "Wir waren schon einigermaßen überrascht, dass Antwerpen seine Art zu spielen über Bord geworfen und mit langen Bällen gespielt hat. Aber auch die haben wir gut kontrolliert. Unsere letzte Abwehrlinie war da sehr konsequent", sagte Thalhammer.

Offensiv hatte der LASK eher wenige gut zu Ende gebrachte Aktionen zu bieten. "In den ersten 25 Minuten haben wir es relativ gut gemacht, Torchancen gehabt, die wir nicht zu Ende gespielt oder vergeben haben", beschrieb Michorl das Geschehen vor der Pause. Letztlich sei "die Mentalität entscheidend" gewesen, war der Wiener überzeugt.

Aufstiegsrennen bleibt höchst spannend

Das Aufstiegsrennen in Gruppe J ist zur "Halbzeit" jedenfalls höchst spannend: Tabellenführer Tottenham, Antwerpen (2.) und der LASK (3.) halten bei je sechs Zählern, Schlusslicht ist das punktlose Rasgrad. Nach nun drei Wochen Pause kommt es am 26. November in Linz zum "Rückspiel" gegen Antwerpen. Michorl: "Es ist eine extrem spannende Gruppe. Wir haben im direkten Duell mit Antwerpen jetzt einen kleinen Vorteil. Aber wir wissen, dass wir zuhause wieder so eine Leistung, so eine Mentalität brauchen. Denn wenn wir zuhause nichts holen, dann war der Sieg in Antwerpen wenig wert." (APA/red.)