Matthias Mayer: „Der Sprung war noch immer viel zu groß“

26. Jan. 2021

Foto: ServusTV / Leo Neumayr

Das Speed-Spektakel von Kitzbühel wurde von einigen schweren Stürzen überschattet. Im Sport-Talk im Zentrum der Diskussionen: Der berüchtigte Zielsprung auf der Streif.

Bauliche Veränderungen sollen das hohe Tempo vor dem Zielsprung in Kitzbühel reduzieren: Darüber sind sich Hannes Trinkl, Günther Mader, Fritz Strobl und Romed Baumann einig. Daneben schätzt Matthias Mayer aber auch die vielen Facetten der Streif. Und Matthias Walkner verrät, was ihn bei der Rallye Dakar besonders reizt. Das waren die Highlights im aktuellen Sport und Talk aus dem Hangar-7 - hier noch einmal die besten Aussagen aus der Sendung:

THEMA: KITZBÜHEL - DIE ANALYSE

"Mir taugt’s, wenn neue Namen auftauchen und diejenigen, die schon lange trainieren, ihr Können endlich umsetzen. Es lässt hoffen, dass neben dem Mothl und dem Vince noch ein paar Podestfahrer dazukommen."
(Fritz Strobl freut sich über ein breiter werdendes ÖSV-Speedteam)

"Mittlerweile haben die meisten mitbekommen, dass es doch nicht so eine schlechte Entscheidung war."
(Romed Baumann über seinen Nationen-Wechsel zum DSV)

"Das Hauptaugenmerk liegt immer auf Sicherheit. Unser Ziel ist, dass alle am Ende der Woche wegfahren, ohne dass sich jemand wehgetan hat."
(Hannes Trinkl über seinen Job als FIS-Renndirektor)

"Auch wenn man den Zielsprung komplett verändert oder abträgt, haben wir noch immer 150 km/h. Ein Verschneider mit dieser Geschwindigkeit ist genauso fatal wie ein Sturz bei einem Sprung. Also müssen wir das Problem von oben lösen. Und schauen, dass wir unten auf 125 km/h herunterkommen, bei einem schnellen Schnee auf 130."
(Hannes Trinkl will das Tempo auf der Streif vor dem Ziel mit anderen Maßnahmen drosseln)

"Wir haben im Weltcup keinen zweiten Sprung, der mit so einer Geschwindigkeit gefahren wird. Es muss nur ein bisschen Wind gehen, der Sprung nicht hundertprozentig passen oder jemand in Rückenlage kommen. Dieser Sprung lässt überhaupt keinen Fehler zu. Man kann einen Sprung mit 140 auch den ganzen Sommer nicht trainieren."
(Günther Mader über die Tücken des Zielsprungs in Kitzbühel)

"Ich würde mir wünschen, dass ein FIS-Mitglied im Übertragungswagen sitzt und mit den einzelnen Positionen verbunden ist. Er kann dann die ganze Abfahrt sehen und Informationen weiterleiten: War es ein Fahrfehler, oder haben mehrere das gleiche Problem?"
(Fritz Strobl bringt für Abfahrten einen Video-Schiedsrichter ins Spiel)

"Der Zielsprung gehört her, aber ohne Umbauten wird es wahrscheinlich nicht gehen. Der Sprung ist mit 130 km/h sicher für niemanden ein Problem. Doch ab Tempo 140 wird es schwierig."
(Günther Mader plädiert für eine Entschärfung des Zielsprungs, anstatt ihn abzutragen)

"Es muss eine Veränderung sein, die für die nächsten 15 bis 20 Jahre Möglichkeiten zum Anpassen offen lässt. Denn die Läufer werden immer stärker und das Material schneller."
(Hannes Trinkl fordert Zukunftssicherheit bei möglichen Änderungen auf der Streif)



"Jeder Tag zieht sich. Das Mentale, der ständige Stress kommen dazu. Kitzbühel ist ja doch die gefährlichste Abfahrt, ist aber jetzt auch abgehakt. Denn es kommen noch ein paar wilde Sachen auf uns zu."
(Matthias Mayer blickt nach dem Hahnenkamm-Wochenende schon wieder nach vorne)

"Ich fahre einfach gerne in Kitzbühel. Die Pistenbeschaffenheit ist immer extrem gut. Hart, eisig - viele Passagen muss man technisch sauber fahren, und es sind Gleitgeschichten dabei. Das Ganze ist sehr ausgewogen."
(Matthias Mayer erklärt seine Liebe zur Streif)

"Drei Tage nach dem Garmisch-Wochenende findet schon der WM-Super-G statt. Das Programm ist sehr dicht. Weil wir die Strecke noch nicht kennen, wird es sehr interessant."
(Matthias Mayer hofft auf seine erste WM-Medaille auf unbekanntem Terrain)

"Die Athleten haben gesagt, dass da etwas gemacht werden muss. Dann ist nichts passiert. Man hat zwar mit einem Rechen etwas herumgeschoben, aber der Sprung war noch immer viel zu groß. Das darf einfach nicht passieren."
(Matthias Mayer kritisiert, dass der Zielsprung vor der ersten Streif-Abfahrt kaum entschärft wurde)

THEMA: RÜCKBLICK AUF DIE RALLYE DAKAR

"Obwohl eigentlich negativ, war der zweite Tag herausragend. Ich bin vor Panik fast verzweifelt und an einem Punkt angelangt, an dem ich 50 Fahrer aufgehalten habe. Weil ich Angst hatte, ob ich da überhaupt herauskomme."
(Matthias Walkner über sein Schlüsselerlebnis bei der Dakar 2021)

"Ich bin Vollblut-Rennfahrer und wollte es durchziehen. Nach so einem Vorfall ist die Konzentration leicht weg. Man muss voll bei der Sache bleiben. Ich habe mich gefragt, warum ich so viel riskiere, weil ich oft am Limit bin. Aber es macht extrem viel Spaß und ich bin super glücklich, gesund daheim zu sein."
(Matthias Walkner wollte die Dakar trotz seines Pechs auf der 2. Etappe trotzdem beenden)

"Es hört sich makaber an, wenn man im Schnitt 1,6 Tote pro Dakar hat. Aber irgendwie will man diesen Reiz. Es ist gefährlich und wir wissen alle, was passieren kann. Deshalb bereite ich mich auch akribisch vor."
(Matthias Walkner über den besonderen Reiz der Gefahr bei der Dakar)