Max Verstappen will gute Tests nicht überbewerten

15. März 2021

Foto: GEPA pictures/ XPB Images

Bei den Testfahrten in Bahrain sorgte der Niederländer Max Verstappen für die Bestzeit. Auch ein Rookie machte auf sich aufmerksam.

Red Bull scheint für den WM-Titelkampf in der Formel 1 bestens gerüstet zu sein. Max Verstappen glänzte am Wochenende mit der Bestzeit bei den Testfahrten in Bahrain. Dort findet am 28. März auch der erste von 23 Saisonläufen statt (LIVE bei ServusTV Österreich). Der WM-Dritte aus den Niederlanden blieb aber trotzdem cool. "Wir werden in Q3 in ein paar Wochen sehen, wo wir wirklich stehen", meinte er mit Blick auf den Saisonauftakt. Am 27. März (LIVE bei ServusTV Österreich) geht es um die Pole Position in der Wüste von Sakhir.

Doch mit dem RB16B dürfte Red Bull nun endlich ein ebenbürtiger Herausforderer von Serien-Weltmeister Mercedes und Rekordchampion Lewis Hamilton sein. Die Tücken des Vorgängermodells scheinen ausgemerzt. Das Auto fühle sich gut an, erklärte Max Verstappen. Dazu kommt noch ein weiterer Vorteil bei Red Bull in diesem Jahr: Mit Sergio Perez hat das Team einen starken und erfahrenen zweiten Piloten, mit dem Mercedes im Rennen auch taktisch noch besser unter Druck gesetzt werden kann.

Red Bull hat am letzten Formel-1-Testtag vor dem Saisonstart das Tempo diktiert. Der Niederländer Max Verstappen legte am Nachmittag in 1:28,960 Minuten in Sakhir die schnellste Runde hin. Dazu machte der neue Red Bull auch in puncto Laufleistung einen guten Eindruck. Am Vormittag war Verstappens neuer Teamkollege Sergio Perez in 1:30,187 der Schnellste auf dem Rundkurs in Bahrain gewesen. Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) kam auf die fünftbeste Zeit am Nachmittag.

"Es war wieder ein guter Tag, und wir haben das ganze Programm durchgemacht", sagte Max Verstappen nach seinen 64 Umläufen mit dem RB16B (Perez drehte 49 Runden). "Ich denke, wir können sagen, dass es ein gutes Wochenende war. Aber natürlich gibt uns das noch keine Garantien. Alle Teams haben verschiedene Programme bei den Tests laufen. Wir schauen immer darauf, wo wir uns noch verbessern kommen, und es gibt auch jetzt noch einige Dinge, an denen wir arbeiten wollen." Der Mexikaner Perez lobte das ganze Team für einen "fantastischen Job".

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Rookie nur 93 Tausendstel langsamer als Max Verstappen

Und der Honda-Motor läuft ebenfalls bereits auf Hochtouren. Denn neben Red Bull überzeugte auch das Schwesterteam AlphaTauri bei den Tests. "Aus dem Auto auszusteigen und auf Platz zwei zu sein, ist ein großartiges Gefühl", betonte der erst 20-jährige Rookie Yuki Tsonada. Der Japaner war nur 93 Tausendstel-Sekunden langsamer als Max Verstappen. Dazu drehte AlphaTauri mit 422 auch die meisten Testrunden. Der nur 1,60 Meter große Tsunoda stammt aus der Red-Bull-Nachwuchsschmiede und stieg von der Formel 2 in die Motorsport-Königsklasse auf.

Weniger Runden als geplant konnte hingegen Sebastian Vettel abspulen, da es bei Aston Martin einen Defekt gab. Um Problem mit dem Ladedruck soll es sich nach ersten Angaben gehandelt haben.

"Wir wissen noch nicht ganz, wo das Problem herrührt. Die Autos sind ja leider doch sehr komplex", meinte der Deutsche selbst im Interview. Zuvor hatte er es mit mehr als sechs Sekunden Rückstand auf die Spitze nicht über den vorletzten Platz hinausgebracht. Noch langsamer war nur Vettels Teamkollege Lance Stroll im zweiten Aston.

Bei Mercedes läuft es vorerst gar nicht rund

Bei Mercedes läuft es dagegen vorerst gar nicht rund. "Wir sind nicht schnell genug", sprach Weltmeister Hamilton Klartext. Vor allem in Sachen Zuverlässigkeit gebe es Nachholbedarf bei der Sternenflotte. Doch auch die Abstimmung des W12 bereitete dem siebenfachen Champion Probleme, denn sein Dienstwagen schien schwer beherrschbar. Wenn selbst ein Hamilton den erneut schwarz lackierten Silberpfeil nicht auf dem Kurs halten kann und ins Kiesbett driftet, ist klar: Mercedes hat bis zu Saisonstart noch jede Menge Arbeit vor sich.

Allerdings ist die Konkurrenz auch überzeugt, dass der Branchenprimus sein wahres Leistungspotenzial noch nicht gezeigt hat. "Ich war noch nie ein großer Fan von Testfahrten, ich liebe Racing! Dies ist wahrscheinlich das einzige Jahr, in dem ich mir mehr Testtage gewünscht hätte", sagte Hamilton. Mit 304 Runden an den drei Tagen absolvierte Mercedes jedenfalls die wenigsten aller zehn Teams. (APA/red.)

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