MotoGP in Portimao: Fabio Quartararo übernimmt mit Sieg die WM-Führung

18. Apr. 2021

Foto: (c) Motorsport Images

Fabio Quartararo ist der große Triumphator beim Grand Prix von Portugal.

Nach neun Runden übernahm der Yamaha-Werksfahrer die Führung und fuhr souverän seinen zweiten Sieg im dritten Rennen nach Hause. Yamaha ist in der MotoGP-Saison 2021 weiterhin unbesiegt. Das Podest in Portimao komplettierten Francesco Bagnaia (Ducati) und Weltmeister Joan Mir (Suzuki) .

Mit diesem Ergebnis übernahm Quartararo auch die WM-Führung. Sein Vorsprung auf Bagnaia beträgt nun 15 WM-Punkte . "Es fühlt sich gut an, zurück zu sein", jubelt Quartararo. "Ich bin voller Selbstvertrauen. Das habe ich aus Katar mitgebracht und fühle mich hier wieder so."

"Jetzt wissen wir, woran wir arbeiten müssen, um schnell zu sein. Ich muss einfach nur die Front fühlen und bin schnell und kann mich auf das Fahren konzentrieren. Aber was für eine Pace! Ich habe das nicht erwartet. Ich war nur eine halbe Sekunde langsamer, als im Qualifying."

"Das war schon unglaublich. Auch der Druck von Rins hinter mir. Ich wollte eine Lücke herausfahren, und dann ist er gestürzt. Ich bin gut und leicht gefahren und konnte dann die Lücke zu 'Pecco' managen."

Turbulente Anfangsphase

Beim Start zum Rennen über 25 Runden setzte sich Johann Zarco (Pramac-Ducati) durch. Dahinter reihten sich Alex Rins (Suzuki), Marc Marquez (Honda) und Mir ein. Pole-Setter Quartararo verlor einige Positionen und war nach der ersten Runde nur Sechster. Teamkollege Maverick Vinales war auf Platz 20 zurückgefallen.

Zarco verteidigte in der Anfangsphase die Führung, aber er hatte das Suzuki-Duo Rins und Mir an seinem Hinterreifen kleben. Dahinter folgten Quartararo und Jack Miller (Ducati). Quartararo fand seinen Rhythmus und schnappte sich zu Beginn von Runde vier Platz drei von Mir.

In der gleichen Runde wechselte die Führung. Rins überholte Zarco in Kurve 13, aber auf der Zielgeraden zog die Ducati wieder problemlos an der Suzuki vorbei. Kurz darauf wurde Zarco von Rins und Quartararo überholt. Auf der Geraden konnte Zarco diesmal nicht kontern.

Miller, Oliveira und Rossi stürzen

Gleichzeitig stürzte Miller in Kurve 3 und war draußen. Momente später ging auch Vorjahressieger Miguel Oliveira (KTM) in Kurve 14 zu Boden. Pol Espargaro hatte seine Honda bereits in der Box mit einem technischen Problem abgestellt.

An der Spitze setzte Quartararo Rins unter Druck. Zu Beginn von Runde 9 bremste sich Quartararo in Kurve 1 an der Suzuki vorbei und übernahm erstmals die Führung. "El Diablo" hatte die beste Rennpace und konnte sich sofort vom Suzuki-Duo Rins und Mir etwas absetzen.

Aber Rins konnte in der Folge an Quartararo dranbleiben. Bis Halbzeit mussten dahinter Mir und Zarco abreißen lassen. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) und Bagnaia folgten als Fünfter und Sechster. Die KTM-Flagge hielt Brad Binder als Siebter hoch. Aleix Espargaro war mit der Aprilia Achter .

Elf Runden vor Rennende schied Valentino Rossi (Petronas-Yamaha) durch Sturz in Kurve 11 aus. Er lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz elf. Im Vergleich zum Samstag konnte Rossi seinen Rennspeed deutlich verbessern und fuhr nicht viel langsamer als die Spitze.

Rins macht Druck auf Quartararo und stürzt

In den letzten zehn Runden gab es ein Duell um die Führung. Rins folgte Quartararo wie ein Schatten und hielt den Druck hoch. Zarco fuhr alleine auf Rang drei, nachdem er Mir überholen und zunächst abschütteln konnte.

Sieben Runden vor Rennende passierte die Entscheidung. Rins stürzte bei der Jagd nach Quartararo in Kurve 5 und war draußen. Somit hatte Quartararo etwas mehr als vier Sekunden Vorsprung auf die Verfolgergruppe mit Bagnaia, Zarco und Mir.

Sechs Runden vor Schluss stürzte auch Zarco und schied aus. Dadurch war der Franzose seine WM-Führung endgültig los. An der Spitze änderte sich nichts mehr. Quartararo brachte den zweiten Sieg hintereinander souverän mit fünf Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Bagnaia verteidigt Platz zwei gegen Mir

Bagnaia ließ aber keinen Angriff zu und verteidigte seinen zweiten Platz bis ins Ziel. Mir eroberte als Dritter für Suzuki den ersten Podestplatz in diesem Jahr. "Ich habe alles gegeben, ich wollte den bestmöglichen Start machen", berichtet Bagnaia, "Aber es war schwer."

"Mein Ziel waren heute die Top-5, denn wenn man in dieser MotoGP von P11 startet, ist das schon sehr stark. Das Gefühl auf dem Motorrad war unglaublich, ich habe alle Fahrer vor mir eingeholt. Ich bin sehr happy. Denn es ist auch sehr wichtig für Ducati, hier wieder Zweiter zu werden."

"Das war", atmet Mir durch, "ein wirklich schwieriges Rennen, so schnell, so heiß. Insgesamt bin ich aber zufrieden. Ich hatte große Probleme mit der Front des Motorrads gegen Rennmitte. Aber dann habe ich eine gute Pace gefunden und 100 Prozent gegeben. Also muss ich zufrieden sein."

Marc Marquez hält durch und erobert Platz sieben

Morbidelli konnte zum Schluss nicht mehr angreifen und wurde Vierter. Binder bescherte KTM Platz fünf. Aleix Espargaro wurde mit der Aprilia Sechster. Marc Marquez schaffte bei seinem Comeback die Renndistanz. Zum ersten Mal seit Valencia 2019 sah er eine Zielflagge. Es wurde Rang sieben.

Die Top 10 komplettierten Alex Marquez (LCR-Honda), Enea Bastianini (Esponsorama-Ducati) und Takaaki Nakagami (LCR-Honda), der sich auch mit Schmerzen über die Distanz mühte. Vinales wurde nach seinem schlechten Start Elfter.

Die weiteren WM-Punkte nahmen Luca Marini (Esponsorama-Ducati), Danilo Petrucci (Tech-3-KTM), Lorenzo Savadori (Aprilia) und Iker Lecuona (Tech-3-KTM) mit. Oliveira kam nach seinem Sturz mit einer Runde Rückstand als 16. und Letzter ins Ziel.

Der nächste Grand Prix findet am 2. Mai in Jerez (Spanien) statt.

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