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Neuland für Walkner & Co.: Rallye Dakar 2020 auf neuem Kontinent

18. Dez. 2019

Matthias Walkner of Red Bull KTM Factory Team performs in Erfoud , Morocco on October 1, 2019

Motorrad-Ass Matthias Walkner ist für Heinz Kinigadner ein Sieg-Anwärter - der zweifache Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso nimmt die Dakar erstmals in Angriff.

Die Rallye Dakar von 5. bis 17. Jänner 2020 ist mehr denn je eine Fahrt ins Ungewisse. Nach Afrika und Südamerika wird beim Langstrecken-Klassiker erstmals Saudi-Arabien durchfahren. Matthias Walkner geht mit guten Chancen an den Start. 2018 gewann er, 2019 wurde er trotz Knöchelbruch Zweiter. Für KTM-Teammanager Heinz Kinigadner ist der Salzburger Walkner ein "starker Sieganwärter".

"Keiner konnte trainieren, es herrschen für alle gleiche Bedingungen und es wartet eine richtig tiefe Wüste", sagte KTM-Teammanager Kinigadner. Walkner ist einer von drei Werkspiloten des oberösterreichischen Herstellers, seine KTM-Teampartner sind Titelverteidiger Toby Price (AUS) und Sam Sunderland (GBR). "Alle fragen sich, 'was erwartet uns'. Es wird eine enorm zähe Dakar, die Saudis wollen alle Facetten ihres Landes zeigen", sagte der 33-Jährige.

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"Richtig schwere Wüste mit Dünen"

Die Teilnehmer bekommen die - nicht immer exakte - Streckenbeschreibung jeweils erst kurz vor den insgesamt zwölf Etappen, die Navigation spielt im unbekannten Terrain daher eine entscheidende Rolle. Von den fast 8.000 Kilometern werden rund 5.100 als Sonderprüfungen bestritten. Bekannt ist nur der Verlauf der Etappen. Vom Start in Jeddah geht es zunächst entlang der Küste des Roten Meeres nach Norden, dann in die Berge und "Mitte der Rallye in die richtig schwere Wüste mit Dünen", sagte Walkner vor seiner sechsten Dakar-Teilnahme.

Von einem Sturz bei der Rallye Dakar 2019 in Südamerika trug er einen Knorpelschaden im Sprunggelenk davon, der ihn immer noch behindert. "Aber ich merke es überall mehr als auf dem Motorrad, ich bin körperlich auf einem ziemlich hohen Level", versicherte Matthias Walkner. Nach der Motorrad-Abstinenz von rund sechs Monaten als Folge des Knöchelbruchs versuchte er zuletzt, etwas aufzuholen und absolvierte lange Trainings-Einheiten. Der Abschluss-Test in Marokko sei "nach Plan" verlaufen.

"Seit meiner ersten Dakar war die Vorfreude nicht mehr so groß wie diesmal", betonte Walkner. "Ich weiß nicht, wie ich in das Rennen reingehen soll, umso spannender wird es." Es warten jedenfalls lange, anstrengende Tage, sieben Sonderprüfungen sind mehr als 400 Kilometer lang, die längste Etappe führt über insgesamt mehr als 800 Kilometer.

Dakar: Stürze sind an der Tagesordnung

"Nach drei Stunden merkt man, wie die Performance und die Konzentration nachlässt. Nach sechs Stunden kann man die Infos vom Roadbook oft nicht mehr richtig wahrnehmen", schilderte Walkner seine Erfahrungen von früheren Wüsten-Rallyes. "In den Dünen ist die Navigation keine Gaudi, wegen der hochstehenden Sonne nimmt man kleine Dünen nicht mehr wahr, wegen dem fehlenden Kontrast wird einem schlecht, viele Fahrer müssen sich übergeben." Stürze sind an der Tagesordnung, oft sind es bis zu fünf pro Etappe.

Walkner glaubt, dass sieben bis acht Fahrer Sieg-Anwärter sind. Für Kinigadner ist Honda der härteste Rivale auf dem Weg zum angepeilten 19. Motorrad-Sieg des KTM-Teams. Das zum KTM-Konzern zählende Husqvarna-Team stellt zwei Piloten. "Ich traue mir nicht zu sagen, wer gewinnen wird, aber unsere drei stelle ich ganz vorne hin", erklärte Ex-Motocross-Weltmeister Kinigadner.

Walkner träumt von Start mit Hirscheer

Einen Umstieg in ein Auto bei der Dakar kann sich Walkner erst in der ferneren Zukunft vorstellen. Als er gesehen habe, wie Piloten auf vier Rädern die Abrisskante einer Düne übersehen hätten und nach freiem Fall fünf Meter tiefer gelandet seien, habe das den Reiz reduziert. "Aber wenn ich vor mich hinträume, 2023 Marcel Hirscher und ich in einem Auto, das wäre was", so Matthias Walkner. Er ist mit dem achtfachen Ski-Gesamtweltcup-Sieger gut befreundet.

2020 versucht sich Fernando Alonso bei der Dakar. Nach Indy 500 und 24 Stunden von Le Mans wartet das nächste große Abenteuer auf den Formel-1-Star. Sein Beifahrer ist der fünfmalige Dakar-Sieger Marc Coma. "Ich bin gespannt, wie er sich anstellt", sagte Walkner. "Denn auch Sébastien Loeb hat drei bis vier Jahre gebraucht."

Auch Ex-Snowboarder bei Dakar mit dabei

Als Privatfahrer ist der ehemalige Snowboard-Olympiateilnehmer Martin Freinademetz nach 2010 erneut mit einer KTM am Start. Der Tiroler engagiert sich im Enduro-Sport, Extrem-Rallyes stellen aber andere Anforderungen. "Seit 2010 hat sich einiges geändert, das Roadbook wird eine große Herausforderung", sagte Freinademetz. Die Vorfreude ist auch bei ihm groß. "Die Wüste macht mehr Spaß, Dünen haben etwas mit Snowboarden zu tun." (APA/RED)