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ÖFB-Cup: LASK fordert „Titel-Hamster“ Salzburg im Finale

30. Apr. 2021

Foto: GEPA Pictures / Mario Kneisl

Pokal-Showdown in Klagenfurt: Red Bull Salzburg will mit dem scheidenden Jesse Marsch auf Double-Kurs bleiben, Gegner Linz hofft auf einen historischen Triumph.

13 von 14 möglichen nationalen Titeln hat Red Bull Salzburg in den letzten sieben Jahren gewonnen. Am Samstag gilt es für Österreichs Fußball-Aushängeschild im ÖFB-Cup-Finale in Klagenfurt gegen den LASK, diese imposante Serie auszubauen. Einzig Sturm Graz im Cup 2018 konnte den "Bullen" in dieser Zeit einen Strich durch die Rechnung machen. Sollte auch dem LASK dieses Kunststück gelingen, wäre es der erste Titelgewinn der Linzer seit dem Double 1965.

Die Rollen könnten vor dem neuerlich im Wörthersee-Stadion ausgetragenen Endspiel also kaum klarer verteilt sein. "Die Ausgangslage ist ganz klar: Salzburg ist der Favorit, wir sind der Außenseiter. Salzburg hat viel mehr zu verlieren", unterstrich LASK-Trainer Dominik Thalhammer. Sein Kapitän Gernot Trauner pflichtete ihm bei: "Natürlich wissen wir um die Lage. Salzburg war gefühlt die letzten zehn, 15 Mal im Finale und hat immer gewonnen."

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Salzburg will auf Double-Kurs bleiben

Seit Salzburgs Cup-Titel 2012 konnten nur der FC Pasching 2013 und eben Sturm die Trophäe als Nicht-Salzburg-Club in die Höhe stemmen. Bei den jüngsten beiden Final-Anläufen scheiterten Rapid (0:2/2019) und Zweitligist Austria Lustenau (0:5/2020). "Egal ob es mein letztes Jahr ist oder nicht, ein Finale ist immer was ganz Besonderes", betonte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. Der US-Amerikaner will sich mit dem zweiten Double in Folge im Sommer in Richtung Leipzig verabschieden. Der Gewinn von Meisterschaft - als Tabellenführer ist man voll auf Kurs - und Cup ist in Salzburg jedes Jahr das Ziel. Gelingen könnte das heuer zum achten Mal.

Immer mit dabei war Kapitän Andreas Ulmer, dessen Titelhunger noch nicht gestillt ist. "Mir macht es immer noch Spaß, mit den Jungs am Platz zu stehen und Titel zu gewinnen. Die Spieler wollen unbedingt den Titel, das merkt man auch", gab der 35-jährige Linksverteidiger Einblick. Der Titel wäre auch die Belohnung für ein extrem hartes Programm in dieser Saison. Denn mit St. Pölten (3:0/a), Rapid (6:2/h), Austria (2:0/h) und Sturm (4:0/in Klagenfurt) mussten Ulmer & Co. auf dem Weg ins Endspiel schon vier Bundesligisten ausschalten.

Letzter Linz-Triumph liegt lange zurück

Die Linzer trafen mit dem WAC erst im Halbfinale auf einen Club aus dem Oberhaus. Und hatten dabei (1:0 n.V.) ebenso viel Mühe wie im Viertelfinale gegen Zweitligist Austria Klagenfurt (5:3 n.V.). Seit ihrem bisher einzigen Cup-Erfolg 1965 (1:0 gegen den 1. SC Wiener Neustadt) standen die Oberösterreicher dreimal im Endspiel. Dabei zogen sie gegen die Austria (0:1/1967), Innsbruck (0:1/1970) und Sturm (2:4 i.E./1999) jeweils den Kürzeren.

"Ich glaube, dass wir das Potenzial und die Werkzeuge haben, um für Salzburg eine Bedrohung zu sein. Dafür müssen wir aber in allen Phasen des Spiels perfekt agieren", so Thalhammer entschlossen. Den Titel würde man "nicht hoch genug" einschätzen können. Für ihn wäre es auch ein Befreiungsschlag. Zuletzt konnte in der Liga nur eines der jüngsten sieben Spiele gewonnen werden, vier Partien ist man sieglos. Dass da auch Kritik am Trainer aufkommt, ist klar. "Es ist unser Job, zu 100 Prozent den Fokus auf das zu haben, was wir beeinflussen können - unsere Leistung. Darauf habe ich die Mannschaft eingeschworen", gab der ehemalige ÖFB-Frauen-Teamchef zu Protokoll.

Der LASK bezwang Salzburg zuletzt am 14. Februar 2020 (3:2 in Wals-Siezenheim). Danach blieben die Mozartstädter in fünf Liga-Duellen - diese Saison 3:1, 1:0, 2:0 - und auch im Cup-Halbfinale 2020 in allen direkten Aufeinandertreffen siegreich. "Das Finale ist ein großer Moment für den LASK. Wir wissen auch, dass sie mit Qualität, Intensität und Aggressivität kommen und über eine gute Organisation im Spiel verfügen. Wenn wir einen Tick weniger machen, bekommen wir sicher Ärger", rechnete Marsch mit harter Gegenwehr.

Ulmer erwartet viel Gegenwehr

Auch Ulmer rechnete nicht mit einem Selbstläufer. "Wir wissen, wo der LASK gefährlich werden kann. Aber wir wissen auch um unsere Stärken Bescheid. Und die wollen wir unbedingt voll auf den Platz bringen", gab der Routinier die Marschroute vor. Die Linzer sind sich der Schwere der Aufgabe bewusst. "Salzburg hat große Final-Erfahrung und eine unglaubliche Qualität. Sie dürfen nicht den besten Tag erwischen. Und wenn wir ein bisschen Glück haben ist es möglich, dass wir den Titel nach Linz holen", sagte Trauner. Nicht nur die Fans würden sich nach dem Titel sehnen. "Wir würden uns auch gerne belohnen", betonte der ÖFB-Teamverteidiger.

Interessant wird auch, wer sich die Torjäger-Krone des Bewerbs sichert. Da matchen sich LASK-Stürmer Johannes Eggestein, der gemeinsam mit Blau-Weiß-Linz-Goalgetter Fabian Schubert mit sechs Toren voranliegt, und Salzburgs Patson Daka (5). Während die Linzer ihr Abschluss-Training ohne den verletzten Abwehrspieler Philipp Wiesinger am Freitagabend in Klagenfurt abhielten, verzichteten die Salzburger auf eine Einheit am Final-Schauplatz und trainierten in Taxham. Schiedsrichter Walter Altmann steht im Cup-Endspiel vor seiner Final-Premiere. (APA/red.)

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