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Rossi attackiert Dorna: „Beim Marquez-Comeback alle Regeln gebrochen“

8. Feb. 2021

Foto: GP-Fever.de

Valentino Rossi macht sichüber die Verletzungspause von Marc Marquez so seine Gedanken: Der Altmeister wundert sich, dass das Comeback des Spaniers nicht verhindert wurde.

Gut eine Woche vor seinem 42. Geburtstag hat sich Valentino Rossi im Gespräch mit dem 'Corriere della Sera' kritisch zum verfrühten Comeback von Marc Marquez geäußert. In Jerez saß Marquez nur wenige Tage nach der ersten Oberarm-OP wieder auf seiner Werks-Honda. Und zögerte mit dem viel zu zeitigen Comeback die Genesung unnötig heraus.

Rossi kann nicht nachvollziehen, warum die MotoGP-Verantwortlichen kein Veto einlegten. Er erinnert an die Rückkehr von Jorge Lorenzo bei der Dutch TT 2013. Damals brach sich der Spanier am Donnerstag im Freien Training das Schlüsselbein. Lorenzo wurde daraufhin nach Spanien geflogen und kehrte nach der Operation wieder zurück.

Im Rennen kämpfte sich der ehemalige Yamaha-Pilot mit starken Schmerzen in die Top 5 und sammelte wichtige Punkte für die Meisterschaft. Doch das Risiko war enorm. Die MotoGP-Verantwortlichen wollten verhindern, dass es in der Zukunft ähnliche Aktionen gibt.

Rossi hegt noch immer Groll gegen Marquez

"Nach Lorenzos schnellem Comeback in Assen 2013 führte die Dorna Regeln ein. Damit sollte verhindert werden, in Zukunft derart extreme Risiken einzugehen. Bei Marquez' Comeback wurden all diese Regeln wie noch nie zuvor gebrochen", redet Rossi Klartext.

In der letzten Saison verpasste Marquez nach der Verletzung in Jerez alle weiteren Rennen. Fehlt der Spanier in der MotoGP? "Hier ist eine diplomatische Antwort nötig. Es tut mir leid, dass er nicht fahren kann. Wenn er sich erholt hat, wird er so stark sein wie zuvor. Aber niemand kann so richtig einschätzen, wann das der Fall sein wird. Nicht einmal er selbst", so Rossi weiter.

"Doch ich kann ihm für 2015 nicht vergeben", stellt die Startnummer 46 klar. "Unmöglich. Was er damals getan hat, kann ich ich ihm nicht verzeihen. Wenn ich an diese Tage zurückdenke, habe ich die gleichen Gefühle wie damals. Und es ist sechs Jahre her."

"Doctor" traut sich nach wie vor Siege zu

Die MotoGP-Saison 2015 war Rossis bisher größte Chance, den lang ersehnten zehnten Titel zu holen. Sein letzter Sieg ist inzwischen dreieinhalb Jahre her. "Ich fahre, weil ich denke, gewinnen zu können. Es ist keine Obsession", bemerkt der Italiener.

"Es ist ziemlich schwierig zu gewinnen, weil das Niveau der Fahrer so hoch ist. Ich hatte in den letzten drei Jahren aber mindestens drei Mal die Gelegenheit dazu", erinnert sich Rossi, der vor seiner 20. Saison in der Königsklasse steht.

Hat sich seine Herangehensweise verändert? "Ich pushe weiterhin so hart, wie ich kann. Und versuche gleichzeitig, keine Fehler zu machen. So war es immer, auch als ich noch 20 Jahre alt war. Ich war nie ein rücksichtsloser Fahrer", stellt der 41-Jährige klar.

Yamaha-Duo 2021 zu früh verpflichtet?

Bei Petronas-Yamaha wartet eine neue Herausforderung auf Rossi. Ende 2020 ging seine Zeit als Yamaha-Werkspilot zu Ende. "Sie haben die 2021er-Fahrer vor der Saison 2020 verpflichtet. Das ist meiner Meinung nach ein Fehler", kritisiert Rossi.

"Es ist mittlerweile Usus in der MotoGP. Man sollte aber bis zu den letzten Rennen warten", ist der Mann aus Tavullia überzeigt, der durch Fabio Quartararo ersetzt wird. "Quartararo ist vielversprechend und Vinales ist auch sehr stark, trotz seiner Höhen und Tiefen. Ich bin sicher, dass sie sich ordentlich schlagen werden", glaubt Rossi dennoch.