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Ski alpin: ÖSV-Ass Hannes Reichelt beendet seine Karriere

17. März 2021

Foto: GEPA Pictures / Harald Steiner

Einer der ganz Großen verlässt die Ski-Bühne: Der frühere Kitzbühel-Sieger und Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt macht nach dem Weltcup-Finale in Lenzerheide Schluss.

Ex-Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt hat am Mittwoch seinen Rücktritt vom alpinen Skisport erklärt. Der Salzburger gewann in seiner Karriere 13 Weltcup-Rennen und holte in der Saison 2007/08 den Super-G-Wertungssieg. Dem Vater eines Sohnes gelang es nach seinem in der Bormio-Abfahrt im Dezember 2019 erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie nicht mehr, an die Weltspitze anzuschließen. Eine Knieblessur verhinderte zuletzt ein Antreten in Saalbach-Hinterglemm.

"Ich hatte das Gefühl, dass nach 20 Jahren im Ski-Weltcup der Zeitpunkt gekommen ist, mich zu verabschieden. Bei den Rennen habe ich mir zunehmend schwergetan, mich zu überwinden und ans Limit zu gehen. Für mich war klar, entweder fahr ich voll oder gar nicht. Ich wollte es in dieser Saison unbedingt noch einmal versuchen. Und ich denke, ich habe nach dem Kreuzbandriss alles probiert und kann mir nichts vorwerfen", sagte Reichelt. Am Donnerstag beim alpinen Saisonfinale in Lenzerheide wird sich der 40-Jährige als "Vorläufer" verabschieden.

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Reichelt blickt auf 305 Weltcups zurück

Reichelt bestritt sein erstes Weltcup-Rennen am 7. Dezember 2001 beim Super-G-Sieg von Stephan Eberharter in Val d'Isere. Laut FIS-Datenbank brachte er es auf 305 Weltcup-Einsätze, stand dabei 44 Mal auf dem Podest. Neben dem WM-Titel 2015 in Beaver Creek stach auch der Kitzbühel-Abfahrtssieg 2014 hervor. Herausgefahren mit enormen Rückenschmerzen, die kurz darauf als schwerer Bandscheibenvorfall diagnostiziert worden waren.

Statt an den Olympischen Spielen in Sotschi teilzunehmen, musste er sich sofort einer Operation unterziehen. Schon Anfang Dezember meldete sich Reichelt mit dem Sieg im Weltcup-Super-G von Beaver Creek an der Spitze zurück. Der letzte Weltcup-Sieg gelang dem stets bescheiden auftretenden Ruhepol der ÖSV-Speedherren am 16. März 2017 beim Weltcup-Finale in Aspen im Super-G. Der letzte Stockerlplatz gelang ihm im Jänner 2018 als Dritter in der Hahnenkamm-Abfahrt.

"Zum Glück hatte ich sehr viele und auch sehr schöne Erfolge. Es gibt ein paar Situationen, die immer wieder durch meine Gedanken schwirren und einfach der Wahnsinn waren. Zum Beispiel, dass ich bei meinem zweiten Weltcup-Rennen in Gröden gleich am Stockerl gestanden bin", erinnerte sich Reichelt. "Oder, dass ich neun Monate nach meinem Kreuzbandriss im Jahr 2005 den Super-G von Beaver Creek gewinnen konnte. Aber auch, dass ich mit meinem Kindheits-Idol Stephan Eberharter ein Podium teilen konnte, bleibt mir in schöner Erinnerung."

Duelle mit Stars wie Eberharter und Cuche

Der Gewinn der Super-G-Kugel "mit dem Herzschlag-Finale gegen Didier Cuche war natürlich auch etwas Besonderes, wie der Sieg 2014 auf der Streif. Natürlich wird mir auch Super-G-Gold in Beaver Creek immer in sehr guter Erinnerung bleiben. Ich blicke sehr stolz auf meine Karriere zurück", betonte Reichelt.

Zu seinen Plänen nach der Karriere sagte der Skirennläufer vom SC Radstadt: "Ich habe mir immer vorgenommen, nach meiner Karriere studieren zu gehen. Das spielt immer noch eine Rolle in meinen Überlegungen. Natürlich möchte ich auch dem Skisport in irgendeiner Form erhalten bleiben. Wie genau, weiß ich aber noch nicht. Außerdem freue ich mich schon sehr auf die Zeit mit meiner Familie."

Andreas Puelacher bedauerte das Karriere-Ende von Reichelt. "Es ist schade, wenn so ein großer Sportler zurücktritt. Hannes ist eine tolle Persönlichkeit, war überall voll akzeptiert und hatte stets eine Leader-Position eingenommen", so der Herren-Rennsportleiter des ÖSV in einer Aussendung. (APA/red.)

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