MotoGP World Championship

Sturz-Statistik 2020: Zwei Crashs bleiben besonders in Erinnerung

4. Dez. 2020

Foto: Motorsport Images

Diesen Titel wollte Johann Zarco wohl nicht verteidigen: Wie im Vorjahr ist der Franzose wieder der Sturzkönig der MotoGP - er und Marc Marquez bauten 2020 die schwersten Unfälle.

Mit den meisten Titeln, die am Ende einer MotoGP-Saison vergeben werden, schmücken die Fahrer sich gerne. Doch es gibt einen, auf den alle Piloten wohl lieber verzichten würden: Den des alljährlichen Sturzkönigs.

Auch 2020 hat die Dorna wieder akribisch mitgezählt. In die Statistik gehen wie immer alle Stürze während der Trainings, Qualifyings, Warm-Ups und Rennen ein. Und da hat, wie schon im Vorjahr, erneut Johann Zarco die Nase vorn. Der Avintia-Ducati-Pilot brachte es an 14 Renn-Wochenenden auf 15 Stürze.

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 17 Abflüge an 16 Wochenenden von insgesamt 19. Zarco legte nach der vorzeitigen Trennung von KTM damals eine Zwangspause ein. Die letzten drei Rennen bestritt er als Ersatz für Takaaki Nakagami bei LCR-Honda.

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Spielberg 1: Zarco löst Horror-Unfall aus

In diesem Jahr sorgte der Franzose auch für den schwersten Zwischenfall an einem Renn-Wochenende: Beim Grand Prix von Österreich in Spielberg kollidierte er bei gut 300 km/h mit Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha). Beide Bikes flogen führerlos über die Strecke und verfehlten andere Piloten anschließend nur um Haaresbreite.

Knapp hinter Zarco rangiert im Sturz-Ranking MotoGP-Rookie Alex Marquez, der seine Honda 14 Mal ablegte. Aprilia-Pilot Aleix Espargaro hatte zwölf Stürze. Bei Iker Lecuona (Tech-3-KTM), wie Marquez ein Rookie, waren es elf. Jeweils zehn Stürze gehen auf das Konto von Brad Binder (KTM), Pol Espargaro (KTM) und Bradley Smith (Aprilia).

Die wenigsten Ausrutscher verzeichneten in dieser Saison Danilo Petrucci (Ducati) und Lorenzo Savadori (Aprilia), die jeweils zweimal von ihren Bikes mussten. Letzterer trat allerdings auch nur bei den drei letzten Renn-Wochenenden an.

Folgenschwerer Marquez-Sturz in Jerez

Auch Marc Marquez (Honda) stürzte nur zweimal, das aber gleich beim MotoGP-Saisonauftakt in Jerez. Im Rennen verletzte sich der Spanier dabei so schwer, dass er - nach einem gescheiterten Comeback-Versuch eine Woche später - für den Rest des Jahres nicht mehr auf seine Honda steigen und um dem WM-Titel kämpfen konnte.

Insgesamt ereigneten sich in der Königsklasse dieses Jahr 722 Stürze. Die mit Abstand meisten davon passierten beim Renn-Wochenende in Le Mans. Allerdings war der Frankreich-Grand-Prix 2020 auch von schwierigen Mischbedingungen gekennzeichnet. Schon im Vorjahr war die Strecke mit 90 Unfällen ebenfalls Spitzenreiter in der Sturz-Statistik.

Alle Stürze nach 14 MotoGP-Rennen 2020 (Vorjahreswerte in Klammern):

Johann Zarco (Avintia-Ducati) - 15 (17)
Alex Marquez (Honda) - 14 (x)
Aleix Espargaro (Aprilia) -12 (10)
Iker Lecuona (Tech-3-KTM) - 11 (1)
Pol Espargaro (KTM) - 10 (8)
Bradley Smith (Aprilia) - 10 (4)
Brad Binder (KTM) - 10 (x)
Takaaki Nakagami (LCR-Honda) - 9 (7)
Jack Miller (Pramac-Ducati) - 8 (15)
Francesco Bagnaia (Pramac) - 8 (14)
Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) - 8 (9)
Alex Rins (Suzuki) - 8 (8)
Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) - 8 (6)
Tito Rabat (Avintia-Ducati) - 7 (8)
Stefan Bradl (Honda) - 7 (x)
Valentino Rossi (Yamaha) - 6 (8)
Cal Crutchlow (LCR-Honda) - 5 (12)
Joan Mir (Suzuki) - 5 (12)
Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) - 5 (8)
Maverick Vinales (Yamaha) - 4 (6)
Andrea Dovizioso (Ducati) - 4 (4)
Marc Marquez (Honda) - 2 (14)
Danilo Petrucci (Ducati) - 2 (9)
Lorenzo Savadori (Aprilia) - 2 (x)
Mika Kallio (KTM) - 0 (2)