Tennis: Thiem bei Comeback im Madrid-Halbfinale

7. Mai 2021

Foto: GEPA Pictures / ZUMA Press / Dppi / Oscar Barroso

Der Siegeszug von Dominic Thiem in Madrid geht weiter: Nach einem Dreisatz-Fight gegen John Isner steht er im Halbfinale - dort wartet nun der Deutsche Alexander Zverev.

Dominic Thiem hat trotz mehrwöchiger Pause bei seinem Comeback das Halbfinale des mit 3,226 Mio. Euro dotierten Masters-1000-Turniers in Madrid erreicht. Im Viertelfinale setzte sich der Weltranglisten-Vierte am Freitag gegen US-Aufschlag-Riese John Isner in 1:55 Stunden mit 3:6, 6:3 und 6:4 durch. Im Halbfinale trifft Thiem am Samstag nun etwas überraschend auf Alexander Zverev, der sich gegen Sandplatz-König Rafael Nadal glatt mit 6:4, 6:4 durchsetzte.

Das Match wird ein echtes Gipfeltreffen und wohl auch schon ein vorweggenommenes Finale. "Das wird die mit Abstand härteste Prüfung bei diesem Turnier", war sich auch Thiem bewusst. Gegen Zverev hat der 27-Jährige in der spanischen Hauptstadt schon große Matches in entscheidenden Phasen gezeigt. Thiem steht in Madrid schon zum vierten Mal im Halbfinale, zweimal hat er dort auch schon das Endspiel erreicht. Gewinnen konnte er den Sandplatz-Klassiker aber noch nie.

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Thiem von Auftritt selbst überrascht

Der Niederösterreicher hatte vor Madrid verletzungsbedingt und wegen Motivations-Problemen annähernd sieben Wochen pausiert. Deshalb zeigte er sich "überrascht" und fand es "sensationell", nun trotzdem im Halbfinale zu stehen. "Das war so nicht zu erwarten", meinte Thiem. Dass nun die bislang größte Aufgabe auf ihn wartet, sei ihm klar. "Ich weiß nur nicht, ob ich spielerisch schon bereit bin für so einen Kapazunder", gab sich Thiem zurückhaltend.

Das Match gegen den früheren Top-10-Mann Isner nahm den zu erwartenden Verlauf. Der 2,08-Meter-Riese hatte trotz seiner bis dahin 89 Asse großen Respekt vor Thiem gezeigt ("Er ist der zweitbeste Sandplatz-Spieler auf der Tour"), erwischte aber einen Traumstart und punktete zunächst vor allem mit seinem fast 230 km/h schnellen Aufschlag. Dank eines frühen Breaks hatte der US-Amerikaner Satz Nummer eins nach nur 31 Minuten in der Tasche.

Schlüssel-Moment im zweiten Satz

Der Schlüssel-Moment war dann das über zehn Minuten dauernde fünfte Game im zweiten Satz. Thiem war zunächst in höchster Not und musste vier Breakbälle abwehren, ging letztlich aber nach einigem Kampf doch selbst mit 3:2 in Führung. Danach nahm er dem erstmals kurz wankenden Isner postwendend den Aufschlag zum 4:2 ab und brachte den Satz anschließend nach Hause.

Isners Versuch, wie in seinen beiden Matches zuvor ins Tiebreak des dritten Satzes zu kommen, ging nicht auf. Denn Thiem breakte seinen jetzt schon sichtlich müden Gegner zum 5:4 und servierte danach souverän aus. "Dass er einer der besten Aufschläger aller Zeiten ist, habe ich gewusst. Ich war aber überrascht von seiner Return-Leistung", sparte Thiem nicht mit Lob für seinen 36-jährigen Kontrahenten. "Gegen ihn ein Break zu kassieren ist, wie mit einem Satz-Rückstand zu starten. Das war absolut suboptimal", gestand Thiem. "Mit der Abwehr der Breakbälle ist aber das Match gekippt. Danach habe ich mich auch auf seinen Aufschlag besser eingestellt."

Drei Siege und das Halbfinale seien sehr überraschend, betonte Thiem. "Natürlich liebe ich die Bedingungen hier. Aber ich habe doch sehr lange nicht gespielt und nun gegen drei völlig unterschiedliche Gegner gewonnen. Das Halbfinale ist daher sensationell", erklärte er nach seinem neuerlich erfolgreichen Auftritt. Madrid liege aber freilich auch seinem Halbfinal-Gegner Alexander Zverev. "Gegen Sascha war ich 2018 hier im Finale", erinnert sich Thiem. Damals noch mit dem besseren Ende für den Deutschen...

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