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Tennis: Thiem startet gegen Tsitsipas in fünfte ATP Finals

13. Nov. 2020

Foto: GEPA Pictures / Walter Luger

"Bei dem Turnier gibt es kein langes Herumfackeln", sagt Dominic Thiem vor seinem Auftakt-Match bei den ATP Finals in London, bei dem es gleich zur Final-Revanche 2019 kommt.

Mit einem Knalleffekt nicht nur aus österreichischer Sicht beginnen die mit 5,7 Mio. Dollar dotierten ATP Finals in London am Sonntag. Gleich im ersten Einzel kommt es in der Gruppe "London 2020" zur Wiederholung des Vorjahres-Finales zwischen Österreichs "Sportler des Jahres" Dominic Thiem und dem griechischen Titelverteidiger Stefanos Tsitsipas.

Das Endspiel vor fast einem Jahr hatte Thiem mit 7:6, 2:6 und 6:7 hauchdünn verloren, es war bis dato sein letztes Duell mit dem Griechen. Der 27-jährige US-Open-Sieger führt im Head-to-Head mit dem 22-jährigen Tsitsipas noch mit 4:3. Das zweite Gruppenspiel am Eröffnungs-Sonntag bestreiten der 20-fache Major-Sieger Rafael Nadal und Masters-Debütant Andrej Rublew in der Night Session.

Thiem erwarten in London nur Top-Stars

Thiem äußerte sich am Freitagnachmittag in einer Video-Pressekonferenz zu seiner Gruppe. "Ich finde, bei dem Turnier gibt es keine gute und schlechte Auslosung. Man weiß, was kommt - nämlich nur Top-Ten-Spieler. Ich finde, dass es dieses Jahr generell noch ein bisserl schwieriger ist. Weil alle acht Spieler gut in Form und vor allem fit sind", erklärte der Weltranglisten-Dritte. Beide Gruppen schätzt er gleichermaßen stark ein.

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"Bei dem Turnier gibt es kein langes Herumfackeln. Es geht vom ersten Punkt an voll los", sagte Thiem vor seinem fünften Antreten beim "Masters". Hinzu kommt, dass er mit einer wichtigen Erfahrung in die erste Partie am Sonntag geht. "Das erste Match ist extrem wichtig. Wenn man da gut ins Turnier startet, idealerweise natürlich mit einem Sieg, dann hat es richtig gute Auswirkungen für die nächsten Gruppenspiele. Wenn man verliert, ist man schon komplett unter Zugzwang", meinte der US-Open-Champion.

Die Tatsache, dass das Turnier, das übrigens 50-jähriges Jubiläum feiert, mit dem Vorjahres-Finale eröffnet, ist für Thiem "ein Zuckerl". Aber es komme bei fast allen Matches auf die Tagesform an.

Final-Thriller noch in bester Erinnerung

In guter Erinnerung hat er dieses bislang letzte Duell mit Tsitsipas. Ein Finale vor 17.000 Fans und großartiger Atmosphäre in der O2-Arena. Dieses Jahr ist auch dieses Turnier wegen der Corona-Pandemie zum "Geister-Turnier" ohne Fans degradiert. "Es ist schon ein bisserl traurig", sagte Thiem. Neben den Grand Slams und seinen Heim-Turnieren in Wien und Kitzbühel habe London die "beste Atmosphäre" geboten. "Deshalb wird das ein bisserl eine zähe Angelegenheit." Allerdings seien er und seine Kollegen diese zu Beginn komische Situation inzwischen auch schon gewöhnt. "Diese Woche noch, und wer weiß, was nächstes Jahr passiert. Ich hoffe, dass dann langsam wieder mehr und mehr Zuschauer in die Stadien kommen."

Und für das nächste Jahr hat Thiem, sofern das Jahr wie geplant läuft, auch einen Fixpunkt. "Ich hoffe wirklich, dass die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden. Natürlich unter sicheren Bedingungen. Aber es wäre großartig - besonders in Tokio, eine meiner liebsten Städte." Thiem habe seine Einstellung gegenüber Olympia sukzessive geändert und will nun unbedingt dabei sein. "Ich hatte eigentlich Glück, weil ich 2020 an Olympia nicht hätte teilnehmen können, weil ich in Kitzbühel spielen sollte. 2021 werde ich aber spielen können und es wäre ein Traum für mich, an den Spielen teilzunehmen."

Thiem hat Olympia 2021 im Visier

Früher habe er den Fokus auf die Masters-Events gelegt. Dann habe er emotionale Auftritte 2016 bei Olympia von Juan Martin del Potro oder Andy Murray gesehen. "Ich habe gesehen, dass Olympia im Tennis sehr wichtig ist. Wenn ich eine lange Karriere habe, könnte ich drei Mal Olympia spielen. Das wäre großartig."

Zurück in der "Gegenwart" gab Thiem nochmals Entwarnung, was seine in Wien akut gewordene Fußsohlen-Verletzung betrifft. "Der Fuß hat sich gut erholt. Es war ja nicht das erste Mal, dass ich das Problem gehabt habe. Ich habe die letzten zehn, elf Tage voll trainiert und da hat er sich gut angefühlt. Der Belag da ist natürlich wieder sehr aggressiv zum Fuß. Aber wir tapen jeden Tag und versuchen die Belastung so gering wie möglich zu halten. Und dann hoffe ich, dass ich so viele Matches wie möglich gut durchspielen kann."

Seit Freitagnachmittag steht auch fest, dass Thiem nicht der einzige Österreicher beim Saison-Kehraus in der O2-Arena sein wird. Jürgen Melzer hat sich mit dem Final-Einzug in Sofia endgültig zum dritten Mal für den Doppel-Bewerb der ATP Finals qualifiziert. An der Seite seines französischen Partners Edouard Roger-Vasselin steht er in Sofia im Endspiel. Und damit könnten die beiden das Final-Duell gegen ihre bis zuletzt hartnäckigen Verfolger Jamie Murray/Neal Skupski (GBR) auch verlieren. (APA/red.)