Thomas Muster: „Ich kenne die Gründe bis heute nicht“

9. Juni 2020
Thomas Muster, French-Open-Sieger von 1995, erinnert sich im Sport-Talk an den größten Triumph seiner Tennis-Karriere - und äußert sich zur Trennung von Dominic Thiem.

Es war der bis dato größte Erfolg des österreichischen Tennis: Im Finale der French Open 1995 zerlegt Thomas Muster seinen damaligen Gegner Michael Chang glatt in drei Sätzen. Im aktuellen Sport und Talk aus dem Hangar-7 blickt der 52-Jährige zusammen mit Tennis-Edelfan Viktor Gernot, Altmeister Jürgen Melzer und dem aus London zugeschalteten Boris Becker auf seinen historischen Erfolg von Roland Garros zurück. Und der Steirer spricht über das abrupte Ende seiner Zusammenarbeit mit Dominic Thiem, das seinerzeit hohe Wellen schlug. Hier noch einmal die besten Aussagen aus der Sendung:

"Ich kann es nicht beantworten, weil ich es bis heute nicht weiß."
(Thomas Muster zu den Gründen, warum sich Dominic Thiem von ihm getrennt hat)

"Ich war nur über die Art und Weise erschüttert, dass man die Zusammenarbeit während eines Turniers beendet. Aber der Erfolg gibt ihm recht."
(Thomas Muster hegt rückblickend keinen Groll gegen Dominic Thiem)

"Es gab keine lauten Worte oder Auseinandersetzungen, an die ich mich erinnern kann. Es war eigentlich sehr harmonisch."
(Thomas Muster über das unerwartete Ende seines Trainer-Jobs für Dominic Thiem)



"Dominic ist ein anderer Tennis-Spieler. Ich weiß nicht, ob er besser ist. Das Material hat sich geändert, es ist einfach eine andere Zeit."
(Thomas Muster will Profis verschiedener Epochen nicht miteinander vergleichen)

"Er ist ein gelernter Sandplatz-Spieler. Das gibt es heute ganz selten. Darum glaube ich, dass er Paris nicht nur einmal gewinnen kann, sondern zwei- oder dreimal. Er kann auch die Nummer eins werden."
(Thomas Muster traut Dominic Thiem noch sehr viel zu)

"Geisterspiele wären für mich furchtbar. Ich hatte immer das Gefühl, für das Publikum zu spielen. Das direkte Feedback würde mir sehr fehlen."
(Thomas Muster tut sich mit der Vorstellung schwer, vor leeren Rängen anzutreten)

Sport und Talk - die aktuelle Sendung zum Nachsehen:



"Man möchte am liebsten liegen bleiben. Aber da ist auch ein Gegner, dem man die Hand geben muss."
(Thomas Muster über die Gefühle nach dem verwandelten Matchball von Paris)

"Ich habe dort nie mein bestes Tennis gespielt. Paris kann sehr komisch sein, auch was das Wetter betrifft. Und damals hat es viele Sandplatz-Spieler gegeben, die das Turnier gewinnen konnten."
(Thomas Muster brauchte viele Anläufe, um die French Open zu gewinnen)

"Ich habe in dieser Saison so viel Selbstvertrauen gehabt und nicht daran gedacht, gegen irgendwen verlieren zu können. Ich konnte mich nur selber schlagen."
(Thomas Muster über seinen unglaublichen Lauf im Jahr 1995)

"Der Boom war enorm. Ich finde es schade, dass man daraus zu wenig Kapital geschlagen hat."
(Thomas Muster sieht Versäumnisse, aus seinen Erfolgen nachhaltige Strukturen im österreichischen Tennis aufzubauen)

"Ich habe immer gerne Davis Cup gespielt – weil diese Emotionen bekommst Du nicht mit, wenn Du irgendwo auf der Welt spielst."
(Thomas Muster über die ganz besondere Energie bei Davis-Cup-Heimspielen)