MotoGP World Championship

Valentino Rossi: „Fahre nicht, um die Zeit totzuschlagen“

4. März 2021
Neues Kapitel: Valentino Rossi ist optimistisch, mit Petronas-Yamaha zu harmonieren. Er möchte die beiden vergangenen Jahre in der MotoGP hinter sich lassen.

Valentino Rossi steht vor seiner 26. Saison in der Motorrad-WM. In diesem Jahr startet der mittlerweile 42-Jährige zum ersten Mal seit 2002 nicht mehr für ein Werksteam. Bei Petronas-Yamaha bekommt Rossi dennoch aktuelles Material. "Das technische Paket ist gut. Und Petronas hat bewiesen, dass sie Rennen gewinnen können", bemerkt er vor dem Start der Saison 2021.

Ist der Wechsel vom Yamaha-Werksteam zu Petronas ein Abstieg oder eine neue Chance? "Ich werde weniger Leute um mich herum haben, die am Motorrad arbeiten. Doch die Arbeitsweise ist in einem Satelliten-Team ohnehin ein bisschen anders", erklärt Valentino Rossi.

"Man kann sich mehr auf die Renn-Performance konzentrieren und muss sich im Laufe der Saison weniger mit der Entwicklung der Maschine befassen. Das kann ein Vorteil sein", grübelt Valentino Rossi, der sich in den vergangenen Jahren intensiv um die Entwicklung der Yamaha M1 kümmerte.

Das wird sich 2021 ändern. "Ich war sehr lange Zeit ein Werkspilot, von 2002 bis 2020. Doch die ersten Jahre in der 500er-WM waren ähnlich, denn damals fuhr ich in einem Satelliten-Team. Klar, es war damals anders vor 20 Jahren mit den 500ern. Das war eine andere Welt. Doch damals fühlte ich mich sehr wohl", erinnert sich Valentino Rossi an die beiden ersten Jahre in der Motorrad-WM.

Valentino Rossi will die Saison in den Top 5 beenden

Womit wäre Valentino Rossi am Ende der Saison zufrieden? "Wenn ich die Meisterschaft in den Top 5 beende", erklärt der Italiener. Und er stellt klar: "Ich fahre nicht, um die Zeit totzuschlagen. Es ist eine sehr wichtige Saison für mich. 2019 und 2020 erreichte ich nicht die Ergebnisse, die ich erwartet hatte."

"Alles hängt wie immer von den Ergebnissen ab. Ich fühle mich gut und denke, dass ich konkurrenzfähig sein kann. Ich kann Yamaha und Petronas noch immer viel geben. Aber ich bin gespannt, wie es sein wird, wenn wir zusammenarbeiten. Ich erwarte nicht, dass sich viel ändert", kommentiert die Startnummer 46.

"Aber ich muss mein Bestes geben, damit ich stärker bin als in den beiden vergangenen Jahren. Ich will gute Rennen zeigen, ums Podium kämpfen und dann werden die Ergebnisse den Unterschied ausmachen", erklärt der WM-15. der vergangenen MotoGP-Saison.

Der "Doctor" will Yamaha nichts beweisen

Das Aus im Yamaha-Werksteam wurmt Valentino Rossi nicht. "Ich fahre nicht, um Yamaha zu beweisen, dass ich ins Werksteam gehöre. Ich will wieder gewinnen", stellt er klar. "Im vergangenen Jahr holte ich nur ein Podium. Ich würde gern mehr Podestplätze einfahren."

"Dann gibt es noch das Duell mit Franco (Morbidelli). Ich möchte aber auch 'Pecco' (Francesco Bagnaia) und Luca (Marini) hinter mir lassen. Ich will schnell sein, viele Punkte einfahren und versuchen, am Saisonende an der Spitze zu sein. Es gibt viele Gründe, motiviert zu sein", so Valentino Rossi.

Der zehnte WM-Titel ist nicht mehr das vorrangige Ziel, aber ...

In der Saison 2009 feierte Valentino Rossi zum bisher letzten Mal einen WM-Titel. Der zehnte WM-Titel ist in weite Ferne gerückt. "Jeder im Feld denkt, dass er den WM-Titel holen kann. Das trifft auch auf mich zu. Warum nicht? Es ist schwierig, weil es viele schnelle Fahrer gibt, doch man muss viele Dinge im Auge behalten", bemerkt Rossi.

"Wie gut ist das Motorrad? Wie harmoniere ich mit dem Team? Ob ich in Form bin? Ich fühle mich ziemlich fit. Deshalb versuche ich definitiv, zu gewinnen. Doch der WM-Titel ist keine Obsession. Ich wäre auch mit einem Sieg und einigen Podestplätzen zufrieden", gesteht der seit 2017 sieglose Italiener.

Körperlich muss Valentino Rossi mittlerweile mehr leiden als zu seiner Glanzzeit. "Wenn man älter wird, dann muss man härter arbeiten, vor allem was die Luft angeht", erklärt Rossi. "Ich muss intensiver auf dem Motorrad trainieren und ein intensiveres Lauftraining absolvieren, um meine Ausdauer zu verbessern. Ich fühle mich gut, ich fühle mich bereit."