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Walkner startet Aufholjagd: Podium wieder in Reichweite

16. Jan. 2020
Auf der elften Etappe der Rallye Dakar liefert sich Matthias Walkner ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Pablo Quintanilla und wird Zweiter.

Auf der vorletzten Etappe der Rallye Dakar 2020 liefert sich der Salzburger Matthias Walkner ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Pablo Quintanilla. Damit katapultiert sich auf den vierten Gesamtrang nach vor. Nach einer durchwachsenen Aufholjagd mit einigen Schreckensmomenten lebt die kleine Chance auf eine Podiumsplatzierung wieder. 

Der Dakar-Sieger von 2018 zeigt sich von seiner Bestleistung und absolviert eine fahrerisch nahezu perfekte Wertungsprüfung. Sieben Minuten trennen den Salzburger vom dritten Gesamtplatz, der derzeit von seinem KTM-Teamkollegen Toby Price besetzt wird. Matthias Walkner geht am Freitag hinter Pablo Quintanilla als Zweiter in die Wertungsprüfung. Die kleine, aber dennoch realistische Chance auf einen Top-Drei Platz wird jedoch keine Fahr- oder Navigationsfehler erlauben. 

Walkner: "Ein richtig cooler Tag"

"Es war ein richtig cooler Tag und es war heute mehr los als in den letzten zehn Tagen zusammen. Gleich zu Beginn sind wir einen 400 Meter hohen Dünenberg rauf gefahren, auf der anderen Seite beim Runterfahren habe ich dann eine Abrisskante übersehen und bin vier Meter ins Flache gesprungen. Dabei hab ich mir ordentlich den Kopf angeschlagen. Danach war ich aber richtig munter", berichtet Walkner nach der Etappe. 

"Es war sehr zum Aufpassen heute: Extrem schnell und immer wieder diese scharfen Dünenkanten. Hier einen guten Kompromiss zu finden war gar nicht so einfach. Zu 80 Prozent verlief die Etappe auf Sand und ich wusste, dass heute der Tag zum Angreifen und zum viel Zeit gut machen ist. Bei Kilometer 170 habe ich gemerkt, dass der Hecktank schon leer ist, was doch sehr untypisch ist. Dadurch, dass ich so gepusht hatte und durch den weichen Sand war der Benzinverbrauch höher als gewöhnlich. Dann habe ich etwas dosiert und versucht, möglichst benzinsparend zu fahren. Mir war nämlich klar, dass wenn ich so weiterfahre, werde ich das Ziel nicht sehen", so der Salzburger.

Walkner ging das Benzin aus

Zwei bis drei Kilometer vor dem Tankstopp ging Walkner das Benzin aus: "Ich bin stehen geblieben, habe das Motorrad auf die Seite gelegt, damit das ganze Benzin zusammenläuft und bin dann wieder weitergefahren. Nach einem Kilometer ist das Motorrad wieder stehen geblieben, ich habe es erneut umgelegt und bin wieder weitergefahren. Wenn das noch einen Kilometer früher passiert wäre, dann wäre ich nicht ins Ziel gekommen", weiß der Salzburger.

"Ich war ziemlich sauer, weil ich dort an die zwei bis drei Minuten liegen lassen habe. Nach dem Refueling bin ich mit Vollgas gefahren. Auf der zweiten Hälfte habe ich dann noch mal zwei Abrisskanten übersehen und mir dabei den Kopf so angeschlagen, dass ich für die nächsten 20 Minuten ein paar Sterne vor mir hatte. Die zweite Abrisskante war extrem betrogen, zuerst rund abfallen und plötzlich riss sie ab. In der Luft dachte ich mir noch, dass sich das nicht mehr ausgehen wird. Ich hab dann einfach Vollgas geben und mit dem Zug hat es mich nach vorne gerissen", berichtet Walkner weiter.

"Richtig motiviert für Finale"

Der Salzburger hatte einige Male ziemliches Glück: "Die letzten 50 Kilometer habe ich noch einmal so richtig angedrückt. Ich bin nur zwei Mal vom Gas gegangen. Mit dem Motorrad und meinem Tempo war ich heute extrem zufrieden. Ich freue mich jetzt schon auf Freitag, ich bin richtig motiviert."

Die Rallye Dakar 2020 und der Kampf und das Podium geht in die finale Phase. Die letzte Etappe geht 447 Kilometer von Haradh nach Qiddiya - wovon 374 Kilometer zur Wertungsprüfung zählen. Um etwa. 10:00 Uhr Vormittags (lokale Zeit) wird die Ankunft der ersten Fahrer erwartet. 

Peterhansel gewinnt die Auto-Etappe

Die Auto-Wertung entschied Stephane Peterhansel für sich. Der Franzose, der die Dakar schon 13 mal gewonnen hat (siebenmal im Auto, sechsmal auf dem Motorrad), gewann zehn Sekunden vor dem Katarer Nasser Al-Attiyah (Toyota) und 8:03 Minuten vor seinem Mini-Kollegen Carlos Sainz.

Der Spanier geht aber noch mit über zehn Minuten Vorsprung auf Al-Attiya (+10:17) und Peterhansel (+10:23) in die Schlussetappe über 477 Kilometer, davon 374 km Sonderprüfungen. Sainz steht vor seinem dritten Dakar-Sieg.

Ergebnisse von Donnerstag

Motorräder:
1. Pablo Quintanilla (CHI) Husqvarna 4:09:22 Stunden
2. Matthias Walkner (AUT) KTM 9 Sekunden zurück
3. Luciano Benavides (ARG) KTM +2:48 Minuten
Weiter: 10. Ricky Brabec (USA) Honda 11:48

Gesamtwertung:
1. Brabec 38:33:28 Stunden
2. Quintanilla 13:56 Min
3. Toby Price (AUS) KTM 22:34
4. Walkner 29:53

Autos:
1. Stephane Peterhansel/Paulo Fiuza (FRA/POR) Mini 4:14:11 Stunden
2. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA) Toyota) 0:10 zurück
3. Carlos Sainz/Lucas Cruz (ESP/ESP) Mini 8:03

Gesamtwertung:
1. Sainz 41:37:51 Std.
2. Al-Attiyah +10:17
3. Peterhansel 10:23