MotoGP World Championship

Yamaha in Lauerstellung: Quartararo und Vinales sehen Start als Knackpunkt

27. März 2021

Fabio Quartararo sieht zwei große Schwachstellen: Topspeed und Start

Am ersten Trainingsfreitag der MotoGP-Saison 2021 schafften es alle vier Yamaha-Fahrer in die Top 10. Fabio Quartararo platzierte sich als Dritter am besten und lag nur knapp zwei Zehntel hinter dem Ducati-Duo Jack Miller und Francesco Bagnaia.

"Die Bedingungen waren nicht wie im Test", hält der Yamaha-Pilot fest. "Für mich hat sich der letzte Sektor seltsam angefühlt. Im Test war ich dort recht schnell, im Vergleich dazu verlieren wir in diesem Abschnitt jetzt. Wir können die Geschwindigkeit in den Kurven nicht wirklich mitnehmen, um am Ausgang stark zu sein."

Im letzten Sektor auf dem Losail International Circuit macht sich aufgrund der Geraden vor allem Yamahas Topspeed-Nachteil bemerkbar. "Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr wird es zum Problem. Wir sind uns bewusst, dass das unser Schwachpunkt ist, mehr aber auch nicht", kommentiert Quartararo das Defizit.

Maverick Vinales: "Die Starts werden besser"

Mehr Sorgen bereitet ihm ohnehin der Start: "Selbst wenn uns der perfekte Start gelingt, sind wir im Vergleich zu allen anderen immer noch langsam. Daran müssen wir arbeiten. Es ist ein Schwachpunkt, den man schnell beheben kann. Daher hoffe ich, dass Yamaha bald eine Lösung einführt. Ich denke, das ist nicht so kompliziert."

Damit spricht Quartararo auch die weiterentwickelten Starthilfen (sog. Holeshot Device) der Konkurrenz an, die - mit Ausnahme von Suzuki - mittlerweile sowohl die Front als auch das Heck stauchen können, um besser vom Fleck zu kommen.

Zwar dränge man Yamaha, dahingehend nachzuziehen, doch Quartararos Teamkollege Maverick Vinales sieht auch so schon Fortschritte. "Die Starts werden besser. Wir befinden uns auf einem guten Weg, sind aber noch nicht, wo wir sein wollen", sagt der Spanier, der den Freitag als Sechster mit 0,252 Sekunden Rückstand abschloss.

Yamaha trotz weniger Grip gut unterwegs

Er konzentriert sich seit den Testfahrten akribisch auf die Arbeit an den Starts und setzte diese auch am Freitag fort: Am Ende der Boxengasse machte er zig Übungsstarts. Vinales weiß: "Die Ducatis starten in diesem Jahr noch besser. Unsere einzige Chance ist, als Erste in die erste Kurve einzubiegen und wie verrückt zu pushen."

Das Potenzial, um mitzuhalten, sieht der Yamaha-Pilot. Zwar habe sich die Strecke "ganz anders angefühlt" als beim Wintertest vor zwei Wochen. "Aber die Rundenzeiten waren gut, was mich optimistisch stimmt. Mit etwas mehr Grip hätten wir heute eine unglaubliche Rundenzeit fahren können", glaubt Vinales.

"Wir müssen noch an der Balance des Motorrads arbeiten. Das Griplevel hat sich etwas verändert und damit arbeiten auch die Reifen anders. Darauf müssen wir reagieren. Es gibt also noch Spielraum." Auch, was das eigene Überholpotenzial angeht.

Vinales-Crew-Chief: Rückkehr am Sonntag

"Ich kann mich auf der Bremse noch verbessern. Aber insgesamt denke ich, dass es einige Gelegenheiten gibt zu überholen, insbesondere im dritten Sektor, wo wir sehr schnell sind", hält der Spanier fest und hofft, spätestens am Sonntag wieder seinen Crew-Chief Esteban Garcia bei sich in der Yamaha-Box zu haben.

Er durfte am Freitag aufgrund eines nicht eindeutigen Corona-Testergebnisses nicht an die Strecke, war aber digital mit dem Team verbunden. Sonntag soll er wieder hinzustoßen: "Das wäre wirklich gut. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Teams. Er bringt vor allem Ruhe rein, wenn der Druck steigt und die Nerven hochkommen."

Drittstärkster Yamaha-Pilot am Freitag war Franco Morbidelli aus dem Petronas-Team. Er reihte sich als Siebter direkt hinter Vinales ein. "Es war ein guter erster Tag. Am Abend hat mir noch etwas Speed gefehlt, da waren wir noch nicht auf dem Niveau des Tests. Aber insgesamt bin ich zufrieden", resümiert der Italiener.

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Jack Miller sieht in Morbidelli einen Favoriten

"Wir sind zwar Siebter, haben aber nur drei Zehntel Rückstand auf Jack. Wir verlieren vor allem im ersten und vierten Sektor Zeit, das sind die mit den langen Geraden", spricht auch er das Power-Defizit der Yamaha an, von der eine ältere Spec fährt.

Trotzdem zählt Miller ihn zu den Favoriten für das Rennen. Was meint Morbidelli dazu? "Heute sah es mehr so aus, als wären die Ducatis die Favoriten. Aber es ist noch recht früh für Prognosen. Sie sind schon wieder auf dem Level, das sie im Test hatten, während wir noch etwas kämpfen, um wieder dorthin zu kommen."

Noch bleibe aber genug Zeit, um genau daran zu arbeiten. Ziel für den Samstag wird sein, sich möglichst für die erste Reihe zu qualifizieren." Je weiter vorne man steht, umso größer sind die Chancen, ums Podium mitzukämpfen. Es wird also wichtig sein, ein gutes Qualifying zu haben", weiß Morbidelli.

Denn dem Petronas-Piloten ist auch bewusst: "Es gibt nicht so viel Spielraum für eine Strategie, wenn man mit den Ducatis kämpft. Man muss einfach alles geben. Ich hoffe natürlich, im Kampf um den Sieg oder das Podium dabei zu sein."

Wie der vierte Yamaha-Fahrer im Bunde, Valentino Rossi, seinen ersten Trainingstag in Katar resümiert, lesen Sie hier.